Psychopathologie und Abductionen

Beitrag von: Igura

Zusammengestellt von Hermann E. Bossi

Die hier verwendeten Begriffe entstammen den folgenden Websites, die zu genauerer Information zu empfehlen sind: Uni München , Medicine Worldwide – Psychische Krankheiten und Panikattacken. Die hier und auch in den erwähnten Seiten aufgelisteten Symptome sollten dem Interessierten Information bieten, aber keineswegs zur Selbstdiagnose benutzt werden. Sollten Sie den Verdacht haben, an einer psychischen Erkrankung zu leiden, klären Sie das mit Ihrem Psychiater ab. Oftmals interpretiert man eigene Symptome falsch und redet sich ein Krankheitsbild ein. Auch wenn Sie das Gefühl haben, dass einige der Punkte auf sie zutreffen, sollten Sie sich bewusst sein, dass vieles auf jeden von uns zutrifft, und dass Intensität und Kombination von Symptomen darüber entscheiden, ob das Verhalten normal oder pathologisch ist. Auch werden kaum je reine Symptome beschrieben, sondern zumeist Mischformen verschiedenen Erkrankungen.

Entführung und Psychopathologie von Hermann E. Bossi
Abhängige (asthenische) Persönlichkeitsstörung
Agoraphobie
Akute vorübergehende psychotische Störungen
Anankastische (zwanghafte) Persönlichkeitsstörung
Andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung
Ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung
Angstschwindel
Borderline-Störung
CFS (Chronical Fatigue Syndrom, Burnout Syndrom)
Depersonalisationsstörungen
Depressionen und Manien
Dissoziale Persönlichkeitsstörung
Dysthymie
Emotional instabile Persönlichkeitsstörung
Exhibitionismus
False Memory Syndrom
Fetischismus
Folie a Deux (Induzierte wahnhafte Störung)
Frigidität
Histrionische Persönlichkeitsstörung
Hyperkinetische Störungen
Ichdystone Sexualorientierung
Internet-Sucht
Kleptomanie
Liebeskummer
Mobbing
Neurologische Erkrankungen
Pädophilie
Panik
Panikattacke
Paranoia (Wahnhafte Störung)
Paranoide Persönlichkeitsstörung
Pathologisches Spielen
Phobien
Posttraumatische Belastungsstörungen
Psychische Erkrankungen
Pyromanie
Sadomasochismus
Schizoide Persönlichkeitsstörung
Schizophrenie
Schizotype Störung
Sexuelle Beziehungsstörung
Sexuelle Reifungskrise
Soziale Phobie (Soziophobie)
Stereotype Bewegungsstörungen
Störungen des Sozialverhaltens
Tic- und Tourettestörungen
Transsexualismus
Trichotillomanie
Voyeurismus
Zwangsstörungen

Entführung und Psychopathologie

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Das Abductions-Syndrom wird auch heute noch nicht als für sich existierendes Phänomen anerkannt. Auch wenn einige Psychologen und Psychiater heute bedeutende Forschungen zu diesem Thema vorweisen können, werden diese in der breiten Fachwelt nicht anerkannt oder ignoriert. Statt dessen sieht sich der/die Entführte der Situation gegenüber, dass der Psychologe oder Psychiater nicht weiss, was er mit dem Thema anfangen soll. Einige gehen schulterzuckend darüber hinweg, andere hingegen geben sich klassischen Erklärungsversuchen hin.

Eine häufig in Verbindung mit dem Abduction-Phänomen gestellte Diagnose ist Schizophrenie. Um zu dieser Deutung zu kommen, muss der Psychologe oder Psychiater annehmen, dass es sich bei den beschriebenen Erfahrungen um Halluzinationen handelt, dass die damit verbundenen Handlungen Wahnvorstellungen entsprechen und dass sich sogenannte Ich-Störungen einstellen. Als Halluzinationen gelten unter anderem Gestalten, die man erblickt, aber auch Stimmen im Kopf. Charakteristisch für eine Halluzination ist aber, dass sie sich auf eine einzelne Person beschränkt. Nun kommt es aber vor, dass ganze Familien die selben Vorgänge beschreiben, leiden also Ehegatten sowie deren Kinder unter den selben Halluzinationen? Die Wissenschaft dürfte hier wohl kontern, dass es sich bei der Schizophrenie um eine Krankheit handelt, die genetisch weiter gegeben werden kann. Aber erklärt sich damit auch, dass die „Halluzinationen“ so gut übereinstimmen? Noch unwahrscheinlicher ist, dass Eltern ihren Kindern halluzinationsfördernde Substanzen (z.B. Psilopilze) einflössen.

Wahnhafte Vorstellungen werden unterstellt, wenn der Patient zum Beispiel das Bedürfnis hat, vor dem Einschlafen sämtliche Kästen zu durchsuchen, die Fenster und Türen zu kontrollieren und oftmals auch in der Nähe seines Ruheplatzes eine geladene Flinte griffbereit hat. Solches Verhalten wird als Wahn angesehen, insbesondere als eine Form des Verfolgungswahnes. Die Psychologie geht dabei davon aus, dass diese wahnhaften Ängste keine reale Begründung haben, sondern in den Halluzinationen zu suchen sind. Doch würde jemand auch einem Menschen Wahn unterstellen, der sich in gleicher Weise verhält, da in seinem Wohnquartier häufig Einbrüche und Raubüberfälle geschehen? Die Wahns-Vorstellung ist also nur insofern konsistent, als dass die Ursache als Halluzination erwiesen werden kann.

Weiter scheint der Vorgang der Entführung an und für sich der Ich-Störung zu entsprechen. So ist ein typisches Merkmal der Entführungen, dass physikalische Gesetze aufgehoben scheinen. Aliens und Entführte diffundieren mühelos durch Wände. Mit dem blauen Lichtstrahl schliesslich betritt der/die Entführte eine gänzlich fremdartige Welt. Weiter bestärkt wird diese Einschätzung dadurch, dass die Kommunikation mit den fremden Wesen in telepathischer Weise geschieht. Doch erklärt diese Deutung nicht, wieso Entführte an gänzlich anderen Orten gefunden werden (und das sogar bei nach wie vor verschlossenen Fenstern und Türen), woher ihre Narben stammen und was es mit den Implantaten auf sich hat. Auch erklärt das nicht, wieso Ehepartner gelegentlich zusehen müssen, wie ihr liebster Mensch vor ihren Augen entführt wird, ohne dass sie etwas dagegen unternehmen können. Weiter waren auch viele Entführte physisch verschwunden, also wirklich weg, und nicht nur in ihrer Einbildung.

Ferner kommt hinzu, dass andere Merkmale einer Schizophrenie nicht nachweisbar sind. Zudem soll darauf hingewiesen werden, dass die Diagnose der Schizophrenie ungültig ist, wenn eine manisch-depressive Störung vorliegt. Auch erklärt die Schizophrenie-Hypothese nicht, wie es dann bei vielen Entführten zu posttraumatischem Stresssyndrom kommt. Soll ein solches wirklich von „Halluzinationen“ ausgelöst sein? Wenn wir den Beschreibungen zu diesem Syndrom Glauben schenken wollen, steht diese These dazu im Widerspruch, denn anscheinend geht es um die mangelhafte Verarbeitung einer realen, nicht eingebildeten Traumatisierung.

Ein weiterer Vorwurf, der von Seiten der Skeptiker eingebracht wird, besteht im False Memory Syndrome, das insbesondere als Kritik-Punkt gegen hypnotische Regression eingebracht wird. So soll es durchaus möglich sein, dass der Hypnotiseur einen namhaften Einfluss auf die Erinnerungen habe, und dass auf diese Weise absurde Erinnerungen wie UFO-Entführungen zustande kommen. Das dürfte aber wohl etwas sehr einfach sein, wenn auch die häufige Beschreibung von Greys schon den Gedanken aufkommen lässt, ob da nicht eine vorsätzliche Manipulation vorliegt. Der Grey ist heute der Inbegriff des typischen Ausserirdischen, und hat in dieser Weise sogar Einzug in die Popkultur gehalten. Nichtsdestotrotz erscheint es eher unlogisch, dass alle Therapeuten, die Hypnose einsetzen, zu diesen schwarzen Schafen gehören. Seriöse Therapeuten halten sich an Schemata, die verfälschte Erinnerungen weitgehend vermeiden sollten.

Das menschliche Gedächtnis ist nachweislich nicht perfekt, und Erinnerungen können sich, wie in Tests nachgewiesen wurde, stark ändern. Nichtsdestotrotz kann das nicht einfach vorgebracht werden, um jede bewusst erlebte Entführung zu negieren! Ansonsten müssten wir doch langsam alles in Frage stellen, was nur auf Beobachtungen basiert. Das Beobachten eines Mordes ist doch auch eine ziemlich heftige Angelegenheit, denoch wird den Zeugen zugemutet, dass sie ihre Erinnerung in eine Aussage packen sollen. Aber darf man dieser Aussage wirklich glauben? Kann nicht der Schock über das entsetzliche Ereignis die Erinnerung verändert haben? Und kann ein so aufgestelltes Täterprofil noch glaubhaft sein?

Es ist symptomatisch, dass alles, was nicht ins gängige Weltbild passt, was nicht unserer bekannten physikalischen Realität entspricht, durch „vernünftige“ Erklärungen gedeutet wird. Doch bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass diese vernünftigen Erklärungen gar nicht so vernünftig sind. Sie sind nicht in der Lage, die physikalischen Unstimmigkeiten zu erklären, wie das nachweisbare Verschwinden von Leuten bis hin zu unwahrscheinlich erscheinenden Ortsverschiebungen (im Extremfall von Buenos Aires nach Mexico City!). Ebenso können physisch auftretende Narben nicht in dieser Weise gedeutet werden, und schon gar nicht die Implantate. Zusätzlich gibt es noch andere Merkwürdigkeiten wie spontane Heilungen, oder aber körperlicher Erkrankungen, deren Ursache unbekannt bleibt.

Der Schulmediziner betrachtet ein Phänomen immer nur aus seinem Blickwinkel. Doch wenn wir andere Erkenntnisse der UFO-Forschung und der Parapsychologie betrachten, dann ergibt sich ein deutlich weiteres Feld. Interessant sind hierbei insbesondere physikalische Effekte im Zusammenhang mit UFO-Sichtungen. Das geht von Radar-Blips bis hin zu Dematerialisationen, Teleportationen, Veränderung des Raum-Zeitgefüges, Umwandlung des Bodenchemismus, Mutationen von Insekten sowie Pflanzen und so weiter. Auch das Verhalten der Tiere bei einer UFO-Sichtung sollte uns zu denken geben. Rinder geraten in Panik, Hunde verkriechen sich ängstlich. Im Zusammenhang dazu steht auch die vielbeschriebene Weigerung von Hunden, einen Kornkreis zu betreten. Auch in Kornkreisen treten ähnliche Phänomene auf wie bei Begegnungen der zweiten Art. So wurden mysteriöse Lichteffekte beobachtet, die keine sichtbare Quelle aufwiesen. Partylaser sind inzwischen jedem bekannt und dürfen als billige Erklärung ausgeschlossen werden! Einen solchen in einem Kornfeld zu installieren und zu betreiben wäre ein ziemlich kostspieliger Spass – vergessen wir das lieber! Der Bodenchemismus ist in Kornkreisen merklich verändert, die Anzahl magnetisierter Partikel nimmt gegen das Zentrum in guter Linearität zu. Ebenso häufig beobachtet wird das Versagen elektronischer Geräte in Kornkreisen, ohne dass ein reeller physikalischer Grund genannt werden könnte.

Wir befinden uns also in einem Gebiet, in dem sich physische und psychische Effekte überschneiden. Diese Ebene ist das Forschungsgebiet der Parapsychologie. Was so wissenschaftlich klingt gilt immer noch als Pseudowissenschaft, obwohl sich die Parapsychologie in Bezug auf ihre Beweisfindung streng wissenschaftlichen Prinzipien verpflichtet hat. Die klassischen Wissenschaftler wollen parapsychologisch ermittelten Signifikanzen keine Beweiskraft zugestehen, da ihre Zusammenhänge absurd erscheinen. Doch sind die von der Wissenschaft gestützten Zusammenhänge immer glaubhaft? Die unzähligen, einander entgegengesetzten Modelle, welche das Weltklima beschreiben wollen, sollten zum Nachdenken anregen! Auch kann die messbare Abweichung der Ausrichtung eines foucaultschen Pendels während einer Sonnenfinsternis durch unsere gängigen Theorien immer noch nicht erklärt werden – trotzdem kann niemand dieses Phänomen leugnen. Viele merkwürdige Phänomene verweigern sich nach wie vor einer „vernünftigen“ Erklärung, auch wenn uns das neunmalkluge Entlarver weismachen wollen.

Immer noch wird eine starke Trennlinie zwischen physikalischer und spiritueller Welt gezogen. Der westliche Mensch betrachtet die Umwelt analytisch. Sein Denken ist durchwegs atomistisch, beherrscht vom Gedanken, der Sache auf den Grund zu gehen. Doch hat diese Suche zur Entdeckung immer tiefer liegender Zusammenhänge geliefert. Insbesondere die Quantenwelt und der Urknall stellen eine unerwartete Herausforderung an den menschlichen Geist dar. Auch die Entwicklung des Universums verlangt von unseren Kosmologen immer mehr Zugeständnisse an die Existenz noch unbekannter Kräfte oder Gesetzmässigkeiten. Mit den Superstring- und Brane-Theorien (siehe Kasten) sehen wir uns mit immer abstrakteren Modellen konfrontiert, welche eine völlig fremdartigeWelt beschreigen. Damit kommen wir zur Problematik mit der Psychologie: Sie definiert, was normal und was fremdartig sei. Doch was wir wahrnehmen, ist in Wahrheit nur ein Konstrukt unserer Sinne in unserem Geist. Wir sehen ein Bild von der Welt, und das ist ein offensichtlich verzerrtes Bild. Von 11 vermuteten Dimensionen nehmen wir grad mal drei als solche wahr, bei der vierten hapert es schon mit der Anschaulichkeit. Auch zweifeln Physiker wie Stephen Hawking an der Allgemeingültigkeit physikalischer Gesetze ausserhalb des beobachtbaren Raumes. Unsere Gesetze beschreiben das, was wir innerhalb unserer vier Dimensionen wahrnehmen, jedoch sind sie nicht in der Lage, die Beeinflussung durch uns nicht zugängliche Dimensionen zu beschreiben.

Bei der UFO-Entführung sowie den anderen aufgeführten Phänomenen scheint eine Beeinflussung durch eine uns nicht zugängliche Welt statt zu finden. Das würde auch erklären, wieso sich paranormale Phänomene nicht wissenschaftlich beschreiben lassen. Wir haben keinen direkten Zugang zu dieser Welt, während sie jederzeit unsere Welt beeinflussen kann. So kann auch das Erschaffen und Auflösen von Materie als direkte Einflussnahme gedeutet werden. UFO’s könnten durchaus physikalische Körper sein, sind sichtbar, hörbar, können die Umgebung verändern, lassen sich auf Radar aufzeichnen, müssen aber nicht das sein, als was sie uns erscheinen, sondern möglicherweise lediglich Projektionen aus einer höheren Dimension. Johannes Fiebag nannte diese Möglichkeit das Virtual-Reality-Szenario, womit er auch erklärte, wie die verschiedenen UFO-Formen und Alientypen zu stande kommen können. Moderne Theorien wollen im Urknall eine Überlagerung von zwei Branes erkennen. Wir befinden uns auf einer Bran, welche von anderen Branes gekreuzt und beeinflusst werden kann.

Doch verlassen wir nun das Feld der physikalischen Realität und wenden uns wieder der Psychologie zu. Denn einige Psychologen haben sich, allem Widerstand zum Trotz, dem unsinnigen Abduction-Phänomen hingegeben und es wissenschaftlich untersucht. Die daraus ableitbaren Ergebnisse sind durchaus bemerkenswert. John Mack zum Beispiel, seines Zeichens Harvard-Professor der Psychiatrie, will keinen Zweifel an der Realität der Entführungserlebnisse aufkommen lassen. Ein deutscher Testpsychologe untersuchte die psychische Konstitution von Abductees, dabei konnte er das Vorurteil nicht bestätigen, dass Abductees Schizophrene seien. Diese sind nach der Studie in der Minderzahl, der Anteil an „Psychopathen“ betrug gerade mal 6%. Dieser Psychologe hat allerdings die diesbezüglichen Forschungen eingestellt und wünscht aus guten Gründen (die dem Autor bekannt sind, aber hier aus Diskretion nicht genannt werden) nicht mehr mit der Sache konfrontiert zu werden! Der Autor bittet, dass dieser Bitte mit gebührendem Respekt Folge geleistet wird.

Ansonsten stellen Abductees einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung dar, womit auch soziale Ursachen nicht als Erklärung geltend gemacht werden können. Dr. Hans-Martin Zöllner aus Zürich entwickelte ein eigenes Differentialdiagnostik-Schema für vom Abductions-Phänomen Betroffene. Dabei untersuchte er auch, in welcher Weise die Verarbeitung des Erlebten sich auswirkte. Leider kann Herr Zöllner seine grossartige Arbeit nicht mehr weiterführen.

Der Schweizer Psychologe Dr. Remo Roth fand im Rahmen seiner Beschäftigung auch viele Parallelen zu anderen parapsychologischen Phänomenen. Kann es also sein, dass gewisse Menschen, z.B. in Form von Out of Body Experiences, Meditation, Schamanistischen Praktiken oder Nahtodeserfahrungen einen Zugang in eine andere Bran erlangen? Währenddem die andere Welt sich in Form von Kornkreisen, Abductionen, UFO’s und Kryptoiden (z.B. Yeti, Nessi etc.) bemerkbar macht?

Leider muss gesagt werden, dass solche Wissenschaftler immer noch die Ausnahme darstellen und nur allzu oft bei der Ausführung weiterer Forschungen behindert werden. Abductions-Forschung hat keinen Platz in der universitären Wissenschaft und muss auch heute noch im privaten Rahmen betrieben werden. Somit muss auch auf längere Sicht befürchtet werden, dass viele Abductees mit Fehldiagnosen abgespiesen werden, und aufgrund einer fehlerhaften Diagnose auch noch mit nicht angemessener Psychopharmaka behandelt werden.

Hermann E. Bossi

Branes

In den letzten Jahrzehnten wurde grosse Fortschritte erzielt, was die Beschreibung des Mikrokosmos betrifft. Der grosse Zoo der Elementarteilchen konnte auf eine Kombination von 6 Quarks zurückgeführt werden, daneben gibt es noch sechs Leptonen. Zu all diesen Teilchen gibt es natürlich auch entsprechende Antiteilchen. Die Kräfte werden von 13 verschiedenen Bosonen übertragen.

Da im Reich der Quarks und Leptonen eine Systematik vorliegt, kamen die Theoretiker schnell darauf, dass ein noch grundlegenderes System vorliegen muss. Dazu wurden verschiedene Präquark-Modelle diskutiert, wie Präonen oder Rishons. Leider hatten diese Modelle einen schweren theoretischen Nachteil, nämlich dass diese kleineren Teilchen zusammen mehr Energie aufweisen, als es das resultierende Teilchen hätte, also müsste bei der Bindung Energie freigesetzt werden.

Ein anderes Modell wurde entwickelt, dass in den verschiedenen Elementarteilchen den Ausdruck schwingender Fäden erkennt. Diese wurden Superstrings genannt. Neben den Elementarteilchen gibt es innerhalb der Physik noch weitere Probleme, wie den Urknall oder die schwarzen Löcher. In diesen Grenzfällen kommt man mit den herkömmlichen Theorien, Quantenchromodynamik (die Lehre der Quarks) sowie der allgemeinen Relativitätstheorie zu widersprüchlichen Ergebnissen. Insbesondere gelang es, drei der vier Grundkräfte in der SU5-Theorie zu vereinigen, jedoch war es nicht möglich, auch die Gravitation mit einzubeziehen. Daraus erwuchs die Idee einer Supergravitation sowie einer Supersymmetrie, welche aber zusätzlicher Dimensionen bedurfte.

Aus den verschiedenen Stringtheorien und der Supergravitation kondensierte schliesslich eine vereinheitlichte Stringtheorie. Strings können offene oder geschlossene Fäden sein, die in 11 Dimensionen schwingen. Aus den verschiedenen Schwingungszuständen lassen sich die Massen der Teilchen herleiten. Eine weiterentwickelte Form ist die Brantheorie. Bran ist ein Kunstwort für Membran, jedoch kann eine Bran mehrdimensional sein. In einem 11-dimensionalen Kontinuum kann eine Bran bis zu 10 Dimensionen aufweisen.

Dies führte zur Annahme, dass unser Universum eine Bran darstellt, also eine Grenzfläche in einem weiteren Raum. Eine solche Bran kann in diesem Super-Raum gekrümmt sein, ohne dass wir etwas davon merken würden. So kann es durchaus sein, dass eine Milliarden von Lichtjahren entfernte Galaxis über den Super-Raum nur gerade mal einen Milimeter von uns entfernt ist. Die einzige uns bekannte Kraft, welche aus der Bran hinaus wirken soll, sei übrgiens die Gravitation.

Eine weitere Konsequenz der Bran-Theorie ist, dass nicht nur die selbe Brane gefaltet sein könnte, sondern dass andere Branes parallel zu unserer liegen und gelegentlich diese sogar durchdringen könnten. Der Urknall wird auf eine Interaktion zweier solcher Branes zurückgeführt, und unsere Welt wäre wohl die daraus erfolgende Störungswelle. Physiker können sich durchaus vorstellen, dass es andere Universen gibt, in denen nicht zwangsweise die selben Gesetze vorherrschen wie im Unsrigen.

Der nun folgende Teil soll die verschiedenen Krankheitsbilder, welche in der Psychopathologie bekannt sind, kurz erläutern:

Abhängige (asthenische) Persönlichkeitsstörung

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Personen mit dieser Persönlichkeitsstörung verlassen sich bei kleineren oder größeren Lebensentscheidungen passiv auf andere Menschen. Die Störung ist ferner durch große Trennungsangst, Gefühle von Hilflosigkeit und Inkompetenz, durch eine Neigung, sich den Wünschen älterer und anderer unterzuordnen sowie durch ein Versagen gegenüber den Anforderungen des täglichen Lebens gekennzeichnet. Die Kraftlosigkeit kann sich im intellektuellen emotionalen Bereich zeigen; bei Schwierigkeiten besteht die Tendenz, die Verantwortung anderen zuzuschieben.

Agoraphobie

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Als Agoraphobie bezeichnet man nicht nur alle Ängste vor offenen Plätzen, sondern auch alle Ängste vor öffentlichen Orten, Situationen und Menschenansammlungen, wo beim plötzlichen Auftreten einer unerwarteten oder durch die Situation ausgelösten Panikattacke oder ähnlichen, milderen Symptomen (Schwindel, Ohnmachtsangst, Herzrasen, Schwitzen, Verlust der Blasen-/Darmkontrolle usw.) eine Flucht schwierig oder peinlich wäre oder aber keine Hilfe verfügbar wäre. Besonders angstmachend ist die Vorstellung, die Kontrolle über sich und die Körperreaktionen zu verlieren, in der Öffentlichkeit umzufallen und hilflos liegen zu bleiben oder der Reaktion der Umwelt ausgeliefert zu sein bzw. durchzudrehen und verrückt zu werden.
Phobische Situationen werden konsequent gemieden, wenn kein Fluchtweg in Aussicht ist, oder können nur unter großer Angst und Belastung durchgestanden werden. Manche Agoraphobiker erleben aktuell wenig Angst, weil es ihnen gelingt, den gefürchteten Situationen auszuweichen. Als Folge der Angst bestehen entweder Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, vor allem beim Reisen, die Notwendigkeit einer Begleitperson außerhalb der Wohnung, oder die phobischen Situationen können nur unter intensiver Angst durchgestanden werden.
Das ausgeprägte Vermeidungsverhalten führt oft zu einem totalen Rückzug in die eigene Wohnung und damit zur sozialen Isolierung. Doch auch zu Hause kann das Gefühl der Sicherheit verloren gehen durch die Angst vor dem Alleinsein, wo die beschützende Wirkung vertrauter Personen fehlt.

Akute vorübergehende psychotische Störungen

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Eine heterogene Gruppe von Störungen, die durch den akuten Beginn der psychotischen Symptome, wie Wahnvorstellungen, Halluzinationen und andere Wahrnehmungsstörungen, und durch eine schwere Störung des normalen Verhaltens charakterisiert sind. Der akute Beginn wird als Crescendo-Entwicklung eines eindeutig abnormen klinischen Bildes innerhalb von 2 Wochen oder weniger definiert. Bei diesen Störungen gibt es keine Hinweise für eine organische Verursachung. Ratlosigkeit und Verwirrtheit kommen häufig vor, die zeitliche, örtliche und personale Desorientiertheit ist jedoch nicht andauernd oder schwer genug, um die Kriterien für ein organisch verursachtes Delir zu erfüllen. Eine vollständige Besserung erfolgt in der Regel innerhalb weniger Monate, oft bereits nach wenigen Wochen oder nur Tagen. Wenn die Störung weiterbesteht, wird eine Änderung der Kodierung notwendig. Die Störung kann im Zusammenhang mit einer akuten Belastung stehen, definiert als belastendes Ereignis ein oder zwei Wochen vor Beginn der Störung.

Anankastische (zwanghafte) Persönlichkeitsstörung

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Eine Persönlichkeitsstörung, die durch Gefühle von Zweifel, Perfektionismus, übertriebener Gewissenhaftigkeit, ständigen Kontrollen, Halsstarrigkeit, Vorsicht und Starrheit gekennzeichnet ist. Es können beharrliche und unerwünschte Gedanken oder Impulse auftreten, die nicht die Schwere einer Zwangsstörung erreichen.

Andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung

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Eine andauernde, wenigstens über zwei Jahre bestehende Persönlichkeitsänderung kann einer Belastung katastrophalen Ausmaßes folgen. Die Belastung muß extrem sein, daß die Vulnerabilität der betreffenden Person als Erklärung für die tiefgreifende Auswirkung auf die Persönlichkeit nicht in Erwägung gezogen werden muß. Die Störung ist durch eine feindliche oder mißtrauische Haltung gegenüber der Welt, durch sozialen Rückzug, Gefühle der Leere oder Hoffnungslosigkeit, ein chronisches Gefühl der Anspannung wie bei ständigem Bedrohtsein und Entfremdungsgefühl, gekennzeichnet. Eine posttraumatische Belastungsstörung kann dieser Form der Persönlichkeitsänderung vorausgegangen sein.

Ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung

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Eine Persönlichkeitsstörung, die durch Gefühle von Anspannung und Besorgtheit, Unsicherheit und Minderwertigkeit gekennzeichnet ist. Es besteht eine andauernde Sehnsucht nach Zuneigung und Akzeptiertwerden, eine Überempfindlichkeit gegenüber Zurückweisung und Kritik mit eingeschränkter Beziehungsfähigkeit. Die betreffende Person neigt zur Überbetonung potentieller Gefahren oder Risiken alltäglicher Situationen bis zur Vermeidung bestimmter Aktivitäten.

Angstschwindel

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Viele Angst- und Panikpatienten leiden unter heftigen Schwindelzuständen. Sie fürchten ständig, im Stehen (manchmal auch im Sitzen) umzufallen, einen Kreislaufkollaps zu bekommen, ohnmächtig zu werden oder gar einen Herzinfarkt zu erleiden und infolgedessen zu sterben. Sie erleben sich bei Schwindelattacken oft hilflos verlassen von den Angehörigen oder sonstigen möglichen Rettern. Wegen massiver Schwindelzustände mit Ängsten umzufallen entwickeln viele Menschen nach einer Panikattacke oft eine lebenseinengende Agoraphobie (Platzangst).
Der Angstschwindel ist ein eher diffuser Schwindel, häufig erlebt als Benommenheit, Unsicherheit auf den Beinen, mangelnde Standfestigkeit, Schweben wie auf Wolken, Gehen wie auf Watte, Glatteis oder Schaumgummi, wie wenn man den Kontakt zum Boden verloren hätte, oft verbunden mit Unruhe, manchmal auch mit Übelkeit. Haltungsveränderungen beeinflussen diese Schwindelform kaum. Bei normalem Gang fühlt man sich wie betrunken schwankend.
Menschen mit Panikattacken beschreiben verschiedenartige Schwindelzustände: Benommenheit, Leere im Kopf, schwankende Bewegung des Bodens, der Umwelt oder des eigenen Körpers, Unsicherheit beim Gehen oder Stehen, Gefühl des drohenden Sturzes oder einer bevorstehenden Ohnmacht.
Eine Begleitperson, Sitzen oder Liegen bewirkt oft eine Besserung der Schwindelsymptomatik, Kopfbewegungen können dagegen die Schwindelzustände verstärken.
Viele Agoraphobiker klagen über Schwindel, Ohnmachtsangst und Übelkeit, wurden im Laufe des Lebens jedoch kaum ohnmächtig (dies war nur bei 1% der Agoraphobiker der Fall).

Borderline-Störung

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Borderline-Störungen, auch als Borderline-Syndrom bezeichnet, gehören zu der diagnostischen Gruppe der Persönlichkeitsstörungen. Diese Diagnose wird dann gestellt, wenn sich bei einer Person anhaltende und weitgehend gleichbleibende Verhaltensmuster zeigen, die durch starre unangemessene Reaktionen in unterschiedlichen persönlichen und sozialen Lebenslagen gekennzeichnet sind. Problematisch bei dieser Diagnose ist, dass nicht einzelne Verhaltensweisen als „Störung“ bezeichnet werden wie bei anderen psychischen Erkrankungen (z.B. Angststörungen), sondern eine Beurteilung der Person an sich erfolgt. Auch sind die Grenzen von persönlichen „Macken“ (bzw. hervorstechenden Persönlichkeitseigenschaften) zu einer gestörten Persönlichkeit oft schwer zu ziehen. Deshalb sollte diese Diagnose nur gestellt werden, wenn die sozialen Beziehungen des Betroffenen so stark beeinträchtigt werden, dass die berufliche und private Leistungsfähigkeit deutlich herabgesetzt ist. Meist entsteht für diese Personen erhebliches persönliches Leid.
Die Borderline-Persönlichkeitsstörungen zeichnen sich durch ein fortlaufendes Muster von Instabilität in sozialen Beziehungen, im Selbstbild und der Stimmung aus. Der Borderline-Begriff entstand aus der Annahme, dass sich diese Störungen im Grenzbereich zwischen Neurose und Psychose bewegen, da die Betroffenen neben einer gestörten Charakterstruktur auch vereinzelt psychotische Symptome, wie z.B. Verfolgungsideen zeigen. In der letzten Zeit ist in Presse und Fernsehen vermehrt über Borderline-Störungen berichtet worden – vermutlich angeregt durch die gesteigerte Aufmerksamkeit, die der Themenbereich des körperlichen und sexuellen Missbrauchs vor allem bei Kindern erhalten hat, da diese extrem belastenden Lebenserfahrungen bei der Entstehung von Borderline-Störungen häufig eine Rolle spielen.

CFS (Chronical Fatigue Syndrom, Burnout Syndrom)

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Das Chronische Erschöpfungssyndrom ist ein komplexes Krankheitsbild, das die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität der Erkrankten oft jahrelang massiv beeinträchtigt.
Zu den Symptomen und Beschwerden gibt es lange Listen, von denen jedoch keine absoluten Gültigkeits- bzw. Vollständigkeitsanspruch besitzt. Dies hängt damit zusammen, dass viele Symptome ebenso auf andere Krankheiten hindeuten können und somit nicht unbedingt für CFS charakteristisch sind. Erst wenn durch eine vollständige Analyse ebenfalls in Betracht kommende Krankheiten oder Infekte ausgeschlossen werden, kann CFS weiterhin in Frage kommen.

Hauptsymptome:

1. schwere Abgeschlagenheit mit Reduktion der üblichen Aktivität um 50% für die Dauer von mindestens sechs Monaten
2. alle anderen Erkrankungen, die zu 1. führen können, werden ausgeschlossen

Depersonalisationsstörungen

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Bei den Gefühlen der Unwirklichkeit besteht entweder ein Angst machendes Fremdheitserleben gegenüber sich selbst (Depersonalisation) oder gegenüber der Umwelt (Derealisation). Die Betroffenen erleben eine massive Verunsicherung und einen starken Vertrauensverlust in die Umwelt bzw. in die Selbstwahrnehmung. Beide Zustände treten selten allein auf, sondern meistens in Verbindung mit anderen psychischen Störungen (posttraumatische Belastungsstörung, Phobien, Panikstörung, Depression, Zwangsstörung). Ähnliche Zustände finden sich bei Gesunden auch im Zustand der Müdigkeit, sinnlichen Wahrnehmungsbehinderung, Meditation oder Veränderung durch halluzinogene Drogen oder Trance (hypnotischer Zustand). Die Zustände sind auch den todesnahen Erfahrungen in Momenten extremer Lebensgefahr ähnlich.
Depersonalisation ist eine häufige Erfahrung, auch wenn es jedem einzelnen Betroffenen so vorkommen mag, als könnte man dieses Erleben keinem Menschen durch Beschreibung verständlich machen. Die Hälfte der Erwachsenen erlebt laut amerikanischem psychiatrischen Diagnoseschema DSM-IV im Laufe des Lebens eine kurzfristige Depersonalisation, zumeist nach einer schweren Belastung. Eine vorübergehende Depersonalisation zeigt sich bei etwa einem Drittel der Personen, die einer lebensbedrohenden Gefahr ausgesetzt waren, sowie bei fast 40% der Patienten, die wegen einer psychischen Störung stationär behandelt werden.
Bei einer Depersonalisation machen die Betroffenen die angstvolle Erfahrung einer Veränderung ihrer geistigen Aktivität, ihrer Gefühle oder ihres Körpers. Es besteht das Gefühl des Losgelöst seins, der Entfremdung zum eigenen Selbst und des Daneben-Stehens. Es herrscht der Eindruck vor, nicht ganz da zu sein und nicht mehr das eigene Denken, die eigenen Vorstellungen oder Erinnerungen zu erleben. Die betroffene Person empfindet sich so, als wäre sie ein außenstehender Beobachter der eigenen geistigen Prozesse, des eigenen Körpers oder einzelner Körperteile. Sensorische Unempfindlichkeit, Mangel an emotionalen Reaktionen und das Gefühl, das eigene Handeln einschließlich der Sprache nicht völlig beherrschen zu können, werden oft beklagt.
Bewegungen und Verhaltensweisen werden irgendwie nicht mehr als die eigenen erlebt. Man kann sich wie ein Roboter fühlen. Der Körper erscheint leblos, losgelöst oder sonst anormal. Das Leben wirkt künstlich, wie in einem Traum, in einem Film oder auf einer Bühne, wo man eine Rolle spielt. Am meisten beklagt wird der Verlust der Gefühle. Der charakteristische Gefühlsverlust wird oft verwechselt mit einer Depression, wenngleich diese ebenfalls gegeben sein kann. Bei einer Depersonalisation werden die Gefühle abgespalten aus Schutz vor einer leidvollen Gefühlsüberflutung.
Bei der Depersonalisationsstörung bleibt die Realitätsprüfung intakt, weshalb die häufige Befürchtung, an Schizophrenie zu erkranken, völlig unbegründet ist. Dahinter stehen einerseits starke Stresszustände (massive psychosoziale Belastungsfaktoren), die im Rahmen des Lebenskontexts völlig verständlich sind, andererseits Erklärungsversuche, dass mit dem Geist etwas nicht stimmen könne, wenn man schon körperlich „nichts“ habe. Die Angst deswegen bald in die Psychiatrie eingeliefert zu werden ist völlig unberechtigt.
Depersonalisation und Derealisation sind oft Symptome einer Panikattacke und stellen den Hauptgrund dar, warum Menschen mit Panikstörung häufig die Angst haben, durchzudrehen und verrückt zu werden, wenn die Depersonalisationserfahrung im Rahmen einer Panikattacke auftritt. Eine Depersonalisationsstörung als eigenständige Störung liegt nur dann vor, wenn die beschriebenen Zustände nicht ausschließlich im Rahmen einer Angststörung, einer Depression oder einer anderen Störung auftreten.
Bei einer Derealisation besteht das Gefühl des gestörten Umwelterlebens. Objekte, Menschen oder die gesamte Umgebung werden als fremd, unvertraut, unwirklich, roboterhaft, fern, künstlich, zu klein oder zu groß, farblos oder leblos erlebt.

Depressionen und Manien

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Depression und Manie werden als affektive Störungen zusammengefasst. Man unterscheidet unipolare Verlaufsformen, das heißt nur die Depression oder – sehr selten – nur die Manie prägen das Krankheitsbild, und bipolare Verlaufsformen, die durch Wechsel von Depression und Manie charakterisiert sind. Typische Symptome der Depression sind traurige Verstimmung, Hemmung von Denken und innerem Antrieb, Schlafstörungen, Angst, Selbstmordgedanken und körperliche Symptome. Die Manie stellt genau das entgegengesetzte Krankheitsbild dar und ist durch unangemessen gehobene Stimmung, Antriebssteigerung, Selbstüberschätzung und Enthemmung gekennzeichnet. Das Risiko an einer Depression zu erkranken, liegt bei 5-12%, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Das Risiko einer bipolaren affektiven Störung, auch Zyklothymie genannt, liegt bei 1% für beide Geschlechter. Die Ursachen sind komplex und bestehen aus genetischer Veranlagung, psychologischen Faktoren und biologischen Veränderungen der Signalübertragung im Gehirn.
Die Behandlung erfolgt in erster Linie mit antidepressiven Medikamenten, wobei entsprechend den vorherrschenden Symptomen und der Verträglichkeit das geeignete Mittel aus der großen Gruppe der Antidepressiva gewählt werden muss. Ergänzend helfen Psychotherapie, in manchen Fällen auch Lichttherapie oder Schlafentzug und Beschäftigungs- oder Arbeitstherapie. Insgesamt dauern die depressiven Phasen mehrere Monate und werden von beschwerdefreien oder manischen Phasen abgelöst. Bei der unipolaren Depression ist mit etwa vier Erkrankungsphasen im Leben zu rechnen. 10-15% der Betroffenen versterben an Selbstmord.

Dissoziale Persönlichkeitsstörung

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Eine Persönlichkeitsstörung, die durch eine Mißachtung sozialer Verpflichtungen und herzloses Unbeteiligtsein an Gefühlen für andere gekennzeichnet ist. Zwischen dem Verhalten und den herrschenden sozialen Normen besteht eine erhebliche Diskrepanz. Das Verhalten erscheint durch nachteilige Erlebnisse, einschließlich Bestrafung, nicht änderungsfähig. Es besteht eine geringe Frustrationstoleranz und eine niedrige Schwelle für aggressives, auch gewalttätiges Verhalten, eine Neigung, andere zu beschuldigen oder vordergründige Rationalisierungen für das Verhalten anzubieten, durch das der betreffende Patient in einen Konflikt mit der Gesellschaft geraten ist.

Dysthymie

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Die Dysthymie ist eine depressionsartige Negativstimmung, die die Betroffenen über viele Jahre quält. Insgesamt findet sich ein Überwiegen der weiblichen Patientinnen, ähnlich wie auch bei der klassischen Depression. Die Dysthymie beginnt typischerweise in der späten Adoleszenz und Anfang 20. Die Betroffenen fühlen sich oft monatelang müde, niedergeschlagen, sie grübeln und schlafen schlecht, sind aber in der Regel fähig, mit den Anforderungen des täglichen Lebens fertig zu werden. Prof. Dr. Dr. h.c. Siegfried Kasper, Vorstand der klinischen Abteilung für Allgemeine Psychiatrie, AKH Wien: „Die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale gegenüber dem Vollbild einer klassischen Depression sind, dass es bei der Major Depression zu Stimmungsschwankungen kommt, die zeitlich limitiert sind und mit Monaten oder Jahren normaler Stimmung abwechseln.“

Emotional instabile Persönlichkeitsstörung

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Eine Persönlichkeitsstörung mit deutlicher Tendenz, Impulse ohne Berücksichtigung von Konsequenzen auszuagieren, verbunden mit unvorhersehbarer und launenhafter Stimmung. Es besteht eine Neigung zu emotionalen Ausbrüchen und eine Unfähigkeit, impulshaftes Verhalten zu kontrollieren. Ferner besteht eine Tendenz zu streitsüchtigem Verhalten und zu Konflikten mit anderen, insbesondere wenn impulsive Handlungen durchkreuzt oder behindert werden. Zwei Erscheinungsformen können unterschieden werden: Ein impulsiver Typus, vorwiegend gekennzeichnet durch emotionale Instabilität und mangelnde Impulskontrolle; und ein Borderline- Typus, zusätzlich gekennzeichnet durch Störungen des Selbstbildes, der Ziele und der inneren Präferenzen, durch ein chronisches Gefühl von Leere, durch intensive, aber unbeständige Beziehungen und eine Neigung zu selbstdestruktivem Verhalten mit parasuizidalen Handlungen und Suizidversuchen.

Exhibitionismus

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Die wiederkehrende oder anhaltende Neigung, die eigenen Genitalien vor meist gegengeschlechtlichen Fremden in der Öffentlichkeit zu entblößen, ohne zu einem näheren Kontakt aufzufordern oder diesen zu wünschen. Meist wird das Zeigen von sexueller Erregung begleitet und im allgemeinen kommt es zu nachfolgender Masturbation.

False Memory Syndrome

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Mit „false memory“ – „falscher Erinnerung“ – bezeichnet man die Verzerrung eines tatsächlichen Erlebnisses, oder gar das Erfinden eines vermeintlichen Erlebnisses. Viele solcher Schein-Erinnerungen entstehen durch das Verwechseln und Durcheinanderbringen von Erinnerungen, die vielleicht zu unterschiedlichen Zeiten passiert sind, aber in der Erinnerung zu einem einzigen Ereignis verschmelzen. Eine weitere Ursache für falsche Erinnerungen sind fehlerhafte Erinnerungsquellen. So kann es leicht passieren, dass jemand einen Traum für die Wiedergabe eines realen Erlebnisses hält. Andere Pseudo-Erinnerungen wiederum, sind auf den Einfluss von Therapeuten und Beratern zurückzuführen: Durch Anstacheln, Suggestion und gezielte Andeutungen wird ihren Patienten eine falsche Erinnerung regelrecht „eingeimpft“. Elizabeth Loftus, Professorin für Psychologie an der Universität Washington in Seattle, bewies 1994 in einer Studie, dass es für einen Therapeuten relativ leicht ist, eine solch falsche Erinnerung zu erzeugen.

Fetischismus

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Gebrauch toter Objekte als Stimuli für die sexuelle Erregung und Befriedigung. Viele Fetische stellen eine Erweiterung des menschlichen Körpers dar, z.B. Kleidungsstücke oder Schuhwerk. Andere gebräuchliche Beispiele sind Gegenstände aus Gummi, Plastik oder Leder. Die Fetischobjekte haben individuell wechselnde Bedeutung. In einigen Fällen dienen sie lediglich der Verstärkung der auf üblichem Wege erreichten sexuellen Erregung (z.B. wenn der Partner ein bestimmtes Kleidungsstück tragen soll).

Folie a Deux (Induzierte wahnhafte Störung)

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Es handelt sich um eine wahnhafte Störung, die von zwei Personen mit einer engen emotionalen Bindung geteilt wird. Nur eine von beiden leidet unter einer echten psychotischen Störung; die Wahnvorstellungen bei der anderen Person sind induziert und werden bei der Trennung des Paares meist aufgegeben.

Frigidität

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Störungen der weiblichen Sexualität – umgangssprachlich und häufig auch abwertend oft als „Frigidität“ bezeichnet – können in verschiedenen Bereichen sexueller Aktivität (Verlangen, Erregung, Orgasmus, sexuell bedingte Schmerzen) auftreten. Zumindest vorübergehend treten diese Probleme bei einer großen Anzahl von Frauen auf. Es werden verschiedene Ursachen diskutiert; häufig zeigen sich bei den Betroffenen ein starker Leistungsdruck und Ängste in Bezug auf die eigene Sexualität. Da (als Ursache oder in Folge der sexuellen Störungen) oft Partnerschaftsprobleme auftreten, wird der Partner in die Therapie mit einbezogen: Neben Informationsvermittlung stehen hier die Reduzierung von Angst und Leistungsdruck sowie die Steigerung des Genussempfindens im Vordergrund.

Histrionische Persönlichkeitsstörung

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Eine Persönlichkeitsstörung, die durch oberflächliche und labile Affektivität, Dramatisierung, einen theatralischen, übertriebenen Ausdruck von Gefühlen, durch Suggestibilität, Egozentrik, Genußsucht, Mangel an Rücksichtnahme, erhöhte Kränkbarkeit und ein dauerndes Verlangen nach Anerkennung, äußeren Reizen und Aufmerksamkeit gekennzeichnet ist.

Hyperkinetische Störungen

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Diese Gruppe von Störungen ist charakterisiert durch einen frühen Beginn, meist in den ersten fünf Lebensjahren, einen Mangel an Ausdauer bei Beschäftigungen, die kognitiven Einsatz verlangen, und eine Tendenz, von einer Tätigkeit zu einer anderen zu wechseln, ohne etwas zu Ende zu bringen; hinzu kommt eine desorganisierte, mangelhaft regulierte und überschießende Aktivität. Verschiedene andere Auffälligkeiten können zusätzlich vorliegen. Hyperkinetische Kinder sind oft achtlos und impulsiv, neigen zu Unfällen und werden oft bestraft, weil sie eher aus Unachtsamkeit als vorsätzlich Regeln verletzen. Ihre Beziehung zu Erwachsenen ist oft von einer Distanzstörung und einem Mangel an normaler Vorsicht und Zurückhaltung geprägt. Bei anderen Kindern sind sie unbeliebt und können isoliert sein. Beeinträchtigung kognitiver Funktionen ist häufig, spezifische Verzögerungen der motorischen und sprachlichen Entwicklung kommen überproportional oft vor. Sekundäre Komplikationen sind dissoziales Verhalten und niedriges Selbstwertgefühl.

Ichdystone Sexualorientierung

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Die Geschlechtsidentität oder sexuelle Ausrichtung (heterosexuell, homosexuell, bisexuell oder präpubertär) ist eindeutig, aber die betroffene Person hat den Wunsch, daß diese wegen begleitender psychischer oder Verhaltensstörungen anders wäre und unterzieht sich möglicherweise einer Behandlung, um diese zu ändern.

Internet-Sucht

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Ein neuer Begriff – eine neue Krankheit?

Alkoholsucht z.B. ist seit langem als Krankheit anerkannt. Kann man aber auch vom Internet süchtig werden?
Diese Frage spaltet seit einiger Zeit die Psychologen in zwei Lager: Auf der einen Seite gibt es die Anhänger und Befürworter der Theorie des New Yorker Psychiaters Ivan Goldberg, der diesen Begriff (engl.: internet addiction disorder, kurz: IAD) 1995 erstmals einführte. Die Abhängigkeit wird in diesem Zusammenhang als psychisch beschrieben.
Auf der anderen Seite gibt es die Kritiker des Begriffs ‚Internet-Sucht‘, der – ihrer Meinung nach – als Beschreibung des Phänomens nicht zutreffend ist: Um es ‚Sucht‘ nennen zu können, fehlt die stoffliche Ebene, die körperliche Abhängigkeit samt schwerster bis lebensbedrohlicher Entzugssymptome hervorruft. Außerdem sei ihrer Ansicht nach noch unzureichend geklärt, was genau beim Internet süchtig macht.
Bernad Batinic, Wissenschaftler am Fachbereich Psychologie der Universität Gießen, hat es folgendermaßen ausgedrückt: „Das Problem Internet-Sucht existiert. Es gibt Menschen, die sich den Konsum des Internet nicht einteilen können beziehungsweise nicht damit aufhören können. Doch die Linie zwischen noch normal und bereits süchtig ist sehr schwer zu ziehen.“
Allerdings ist er davon überzeugt, dass es einen Automatismus, von einem Online-Medium süchtig zu werden, nicht gibt: „Um süchtig zu werden, müssen bestimmte psychische Vorschäden bereits vorhanden sein. Schließlich werden auch nicht alle Menschen, die Alkohol trinken, automatisch zum Alkoholiker.“

Kleptomanie

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Die Störung charakterisiert wiederholtes Versagen Impulsen zu widerstehen, Dinge zu stehlen, die nicht dem persönlichen Gebrauch oder der Bereicherung dienen. Statt dessen werden die Gegenstände weggeworfen, weggegeben oder gehortet. Dieses Verhalten ist meist mit wachsender innerer Spannung vor der Handlung und einem Gefühl von Befriedigung während und sofort nach der Tat verbunden.

Liebeskummer

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Fast alle Menschen werden im Laufe ihres Lebens einmal oder mehrmals das Opfer von Liebeskummer. Normalerweise würde man in einem solchen Fall von einer epidemischen Erkrankung sprechen. Aber merkwürdigerweise wird diese teilweise schlimme psychische Ausnahmesituation in der Medizin kaum zur Kenntnis genommen. Dabei sind die Folgen von echtem Liebeskummer teilweise dramatisch, bis hin zu schweren körperlichen Erkrankungen oder sogar Selbstmord. Außerdem wird in den Medien immer wieder von Fällen berichtet, in denen Betroffene nicht nur sich selber, sondern die ganze Familie einschließlich der Kinder getötet haben.
Es sei angemerkt, dass all das, was über Liebeskummer gesagt wird in vergleichbarer Form auch für viele andere Formen von Verlusten, wie z.B. den Tod von Freunden oder Verwandten, gilt.

Mobbing

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Unter Mobbing wird verstanden, das ein im Arbeitsumfeld Unterlegener über längere Zeit Angriffen durch Kollegen oder Vorgesetzte ausgesetzt ist. Der Betroffene sieht keine Möglichkeit, sich gegen die dadurch entstehende Diskriminierung und den daraus folgenden Ausschluss aus der beruflichen Gemeinschaft zu wehren. Es entstehen erhebliche negative Folgen sowohl für den Betrieb (Fehlzeiten, Kündigungen etc.) als auch für den betroffenen Mitarbeiter (psychische und körperliche Beschwerden). Mobbing kann auf verschiedene Weisen stattfinden, so z.B. durch Schädigung der sozialen Beziehungen oder des Ansehens des Betroffenen. Die Ursachen sind in verschiedenen Bereichen zu suchen, beispielsweise in arbeitsorganisatorischen Mängeln, dem Führungsstil des Vorgesetzten oder dem Betriebsklima. Für den Einzelnen besteht die Möglichkeit, zu versuchen, die Konflikte in Einzelgesprächen oder durch Vermittlung des Betriebsrates beizulegen. Auf betrieblicher Ebene wird von den Gewerkschaften die Ausarbeitung eines „Belästigungsverbotes“ empfohlen.

Neurologische Erkrankungen

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Unter neurologischen Erkrankungen versteht man Erkrankungen des Zentralen-Nervensystems (ZNS) und/oder der peripheren Nerven. Das ZNS besteht aus den Rückenmarknerven und den Gehirnnerven.

Pädophilie

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Sexuelle Präferenz für Kinder, Jungen oder Mädchen oder Kinder beiderlei Geschlechts, die sich meist in der Vorpubertät oder in einem frühen Stadium der Pubertät befinden.

Panik

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Wenn Angst ein so extremes Ausmaß annimmt, dass es zum Zusammenbruch des gesamten geordneten Denkens und Handelns kommt, spricht man von Panik. In bestimmten Katastrophensituationen (Erdbeben, Großbrand, Terroranschlag) wird Angst gewöhnlich zur Panik.
Panik im Sinne eines katastrophenbedingten Massenphänomens ist eine akute Angstreaktion mit verminderter Selbstkontrolle, die zu Fluchtverhalten ohne Rücksicht auf soziale Aspekte führt. Es erfolgt eine blinde, unüberlegte und unorganisierte Flucht, solange noch die Möglichkeit dazu gegeben ist. Der Ausfall von Fluchtmöglichkeiten ist nach sozialpsychologischen Studien verantwortlich für die Entstehung von Panik in Menschenmengen.
Das größte Ausmaß an Panik ist dann gegeben, wenn eine mittlere Wahrscheinlichkeit besteht, der Situation zu entkommen. Dies erklärt das ständige Auf-dem-Sprung-Sein vieler Angstpatienten, wenn sie in einer Angstsituation eine Fluchtmöglichkeit sehen (die Vorstellung von Flucht aktiviert zur Flucht).
Bei fehlender Fluchtmöglichkeit (Verschüttung durch Hauseinsturz oder Lawinenunglück, Absturz in eine Gletscherspalte, Eingeschlossensein durch versperrte Türen usw.) wird man oft ganz ruhig und wartet auf Hilfe oder auf den Tod. In ähnlicher Weise werden viele Angstpatienten entspannter, wenn sie in einer Angstsituation auf die Suche nach einer Fluchtmöglichkeit verzichten, d.h. wenn sie sich bewusst zum Ausharren entschließen.
Der Begriff der Panikattacke als akuter Angstanfall im Sinne eines klinischen Syndroms bedeutet eine Einengung auf eine individuelle Symptomatik. Hier fühlen sich Menschen bedroht durch massive Symptome ihres eigenen Körpers (Herzrasen, Schwindel, Atemnot, Erstickungsgefühle, Flimmern vor den Augen, Taubheits- und Kribbelgefühle usw.), sodass sie oft glauben, sterben zu müssen, obwohl sie gesund und äußerlich nicht bedroht sind.

Panikattacke

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Eine Panikattacke wird oft in folgenden oder ähnlichen Worten geschildert:
„Mir wird plötzlich ganz schwindlig und übel. Meine Hände werden taub, im linken Arm entsteht ein eigenartiges Kribbelgefühl, meine Knie werden ganz weich. Ich habe Angst, umzufallen und ohnmächtig zu werden, dann dazuliegen, und niemand kommt mir zu Hilfe. Mein Herz beginnt zu rasen, ich spüre einen Druck auf der Brust und fürchte, dass ich einen Herzinfarkt bekomme und sterben muss. Mir wird ganz heiß, ich bekomme Hitzewallungen, das Blut steigt von unten nach oben. Ich beginne zu schwitzen, auf einmal überfällt mich ein Kälteschauer am ganzen Körper. Ich beginne zu zittern, am liebsten würde ich davonlaufen, aber ich fühle mich wie gelähmt. Meine Kehle schnürt sich zusammen, dass ich keine Luft mehr bekomme. Ich ringe um Luft, aber es reicht nicht, ich atme noch mehr und spüre, wie der Druck in meinem Brustkorb ansteigt. Ich bin dann gar nicht mehr richtig da und glaube, gleich überzuschnappen und verrückt zu werden. Alles erscheint so unwirklich. Wenn ich das Ganze überlebe, glaube ich, dass ich in die Psychiatrie komme. Die Panikattacke dauert etwa eine Viertelstunde. Wenn ich in dieser Zeit auf meine beiden kleinen Kinder aufpassen muss, denke ich, wer wird sich um die Kinder kümmern, wenn mir etwas passiert. Wenn mein Mann in der Nähe ist, beruhige ich mich schneller, als wenn ich allein bin. Das Erlebnis einer Panikattacke ist so belastend, dass ich manchmal noch immer nicht sicher bin, ob ich nicht doch eine körperliche Erkrankung habe, deren Ursache die Ärzte bisher nicht gefunden haben.“
Eine Panikattacke ist eine abgrenzbare Periode intensiver Angst und starken Unbehagens und besteht aus mehreren, plötzlich und unerwartet (wie aus heiterem Himmel), scheinbar ohne Ursachen in objektiv ungefährlichen Situationen auftretenden somatischen und kognitiven Symptomen von subjektiv oft lebensbedrohlichem Charakter.
Eine Panikattacke als einzelne Episode von intensiver Angst oder Unbehagen beginnt abrupt, d.h. nicht vorhersagbar, erreicht innerhalb von einigen Minuten ein Maximum und dauert mindestens einige Minuten an (nach Forschungsergebnissen durchschnittlich eine knappe halbe Stunde).
Eine Panikstörung besteht aus wiederholten, spontan und unerwartet auftretenden Panikattacken. Die Panikattacken sind nicht auf spezifische Situationen oder besondere Umstände bezogen, stehen in keinem Zusammenhang mit besonderen Anstrengungen, gefährlichen oder lebensbedrohlichen Situationen und sind auch nicht durch eine körperliche oder eine andere psychische Störung bedingt.

Paranoia (Wahnhafte Störung)

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Eine Störung charakterisiert durch die Entwicklung eines einzelnen Wahns oder mehrerer aufeinander bezogener Wahninhalte, die im allgemeinen lange, manchmal lebenslang, andauern. Der Inhalt des Wahns oder des Wahnsystems ist sehr unterschiedlich. Eindeutige und anhaltende akustische Halluzinationen (Stimmen), schizophrene Symptome wie Kontrollwahn oder Affektverflachung und eine eindeutige Gehirnerkrankung sind nicht mit der Diagnose vereinbar. Gelegentliche oder vorübergehende akustische Halluzinationen schließen besonders bei älteren Patienten die Diagnose jedoch nicht aus, solange diese Symptome nicht typisch schizophren erscheinen und nur einen kleinen Teil des klinischen Bildes ausmachen.

Paranoide Persönlichkeitsstörung

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Diese Persönlichkeitsstörung ist durch übertriebene Empfindlichkeit gegenüber Zurückweisung, Nachtragen von Kränkungen, durch Mißtrauen, sowie eine Neigung, Erlebtes zu verdrehen gekennzeichnet, indem neutrale oder freundliche Handlungen anderer als feindlich oder verächtlich mißgedeutet werden, wiederkehrende unberechtigte Verdächtigungen hinsichtlich der sexuellen Treue des Ehegatten oder Sexualpartners, schließlich durch streitsüchtiges und beharrliches Bestehen auf eigenen Rechten. Diese Personen können zu überhöhtem Selbstwertgefühl und häufiger, übertriebener Selbstbezogenheit neigen.

Pathologisches Spielen

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Die Störung besteht in häufigem und wiederholtem episodenhaften Glücksspiel, das die Lebensführung des betroffenen Patienten beherrscht und zum Verfall der sozialen, beruflichen, materiellen und familiären Werte und Verpflichtungen führt.

Phobien

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Aus früheren Zeiten stammen Klassifikationen nach dem Inhalt spezifischer Phobien mit einer beeindruckenden Vielfalt von Bezeichnungen, die zumeist nur mehr historische Bedeutung und keinerlei Erklärungswert haben. Es wurden über 250 spezifische Phobien beschrieben, die auf altgriechischen Wortwurzeln beruhen. Derartige Aufzählungen sind nicht an klinisch unterscheidbaren Syndromen orientiert.

Auswahl spezifischer Phobien:

Agoraphobie Angst vor dem Überqueren eines freien Platzes (ursprüngliche Bedeutung)
Aichmophobie Angst vor spitzen Gegenständen
Ailurophobie Angst vor Katzen
Aiktiophobie Angst vor scharfen, spitzen Instrumenten
Akrophobie Angst vor Höhen
Algophobie Angst vor Schmerz
Androphobie Angst vor Männern
Aquaphobie Angst vor Wasser
Arachnophobie Angst vor Spinnen
Astraphobie Angst vor Blitzen
Aviophobie Angst vor dem Fliegen
Bakteriophobie Angst vor Schmutz und Bakterien
Blaptophobie Angst vor Verletzung anderer mit einem Messer oder spitzen Gegenstand
Brontophobie Angst vor Donner
Carcinophobie Angst vor Krebs
Dromosiderophobie Angst vor Eisenbahnen
Dysmorphophobie Angst vor körperlicher Entstellung
Emetophobie Angst vor Erbrechen
Entophobie Angst vor Insekten
Equinophobie Angst vor Pferden
Erythrophobie Angst vor Erröten
Gephyrophobie Angst vor Brücken
Gynophobie Angst vor Frauen
Gymnophobie Angst vor Nacktheit
Herpetophobie Angst vor Eidechsen, Reptilien, kriechenden, krabbelnden Tieren
Karzinophobie Angst vor Krebserkrankung
Keraunophobie Angst vor Gewittern
Klaustrophobie Angst vor engen Räumen
Kynophobie Angst vor Hunden
Melissophobie Angst vor Bienen
Mysophobie Angst vor Berührung, Schmutz, Bazillen, Ansteckung
Nyctophobie Angst vor der Nacht
Ökophobie Angst vor Umweltgiften
Ophidiophobie Angst vor Schlangen
Phobophobie Angst vor der Angst
Photophobie Angst vor Licht
Pyrophobie Angst vor Feuer
Skotophobie Angst vor Dunkelheit
Thanatophobie Angst vor dem Tod
Trypanphobie Angst vor Blut und/oder Injektionen
Xenophobie Angst vor Fremden
Zoophobie Angst vor Tieren

Posttraumatische Belastungsstörungen

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Bei der posttraumatischen Belastungsstörung handelt es sich nach dem ICD-10 um eine verzögerte (protrahierte) Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmaßes (kurz oder lang anhaltend), die bei fast jedem Menschen eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Nach dem DSM-IV haben die Betroffenen die Erfahrung von Todesbedrohung, Lebensgefahr oder starker Körperverletzung gemacht bzw. die Bedrohung der eigenen körperlichen Unversehrtheit oder einer anderen Person erlebt. Bei Kindern sind aufgrund des Entwicklungsstandes unangemessene sexuelle Erfahrungen inbegriffen.
Die frühere Annahme, dass die Entwicklung einer posttraumatischen Belastungsstörung nur bei Personen mit bereits prämorbider psychischer Auffälligkeit (z.B. mit emotionaler Labilität, neurotischen, affektiven oder schizophrenen Beeinträchtigungen) vorkommt, gilt allgemein als widerlegt, wenngleich die Ausprägung der Beeinträchtigung dadurch verschärft werden kann. Es besteht heute ein Konsens darüber, dass die Störung auch bei früher psychisch stabilen Personen auftreten kann, wenn sie außergewöhnlich belastenden Situationen ausgesetzt sind.
Die Störung und dessen Ausmaß wird nicht allein durch das Trauma an sich definiert, sondern vielmehr auch durch die subjektive Reaktion darauf, die auf die unzureichende Verarbeitungsfähigkeit hinweist (z.B. intensive Furcht, Hilflosigkeit oder Entsetzen, bei Kindern oft chaotisches oder agitiertes Verhalten).
Traumatisierend wirkt nicht nur die Bedrohung der körperlichen Integrität, sondern auch die Bedrohung der fundamental menschlichen Erfahrung, eine autonom handelnde und denkende Person zu sein. Das Sich-Aufgeben und der Verlust jeglicher Autonomie in der Zeit der traumatischen Erfahrung stellen nach neueren Erkenntnissen an vergewaltigten oder inhaftierten Menschen unabhängig von der Lebensbedrohung verschärfende Belastungsfaktoren dar, was zukünftig stärker berücksichtigt werden sollte.
Die Störung entwickelt sich charakteristischerweise nicht sofort nach dem traumatischen Erlebnis, wie dies bei einer akuten Belastungsreaktion oder einer Anpassungsstörung der Fall ist, sondern erst Wochen bis Monate später, doch selten später als 6 Monate nach dem Trauma.
Das wesentlichste Merkmal stellt das ungewollte Wiedererleben von Aspekten des Traumas dar. Es treten dieselben sinnlichen Eindrücke (z.B. bestimmte Bilder, Geräusche, Geschmacksempfindungen, Körperwahrnehmungen) sowie gefühlsmäßigen und körperlichen Reaktionsweisen auf wie zum Zeitpunkt der traumatischen Erfahrung.
Alles, was an das Trauma erinnert, wird als sehr belastend erlebt und deshalb gemieden. Bestimmte Gedanken, Bilder und Erinnerungen werden unterdrückt und verschiedene Situationen des Alltagslebens vermieden.
Die emotionale Befindlichkeit kann von Patient zu Patient sehr verschieden sein, ist jedoch gewöhnlich charakterisiert durch eine Mischung von panischer Angst, großer Traurigkeit, intensivem Ärger, emotionaler Taubheit und starken Schuldgefühlen, Selbstvorwürfen und Schamgefühlen. Es besteht eine ausgeprägte emotionale, kognitive und psychovegetative Übererregbarkeit.
Eine posttraumatische Belastungsstörung ist nach den neuen Diagnoseschemata durch drei zentrale Symptomgruppen charakterisiert:

1. intrusives (aufdringliches) Wiedererleben,

2. Vermeidung traumarelevanter Reize bzw. reduzierte emotionale Reagibilität,

3. Übererregtheit (körperlich, emotional, kognitiv).

Psychische Erkrankungen

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Im wesentlichen lassen sich fünf verschiedene Grundformen psychischer Erkrankungen bzw. Störungen unterscheiden: Schizophrenie, affektive Störungen, Angst- und Panikstörungen, Zwangsstörungen und Alkohol-, Drogen- und Medikamentenabhängigkeit. Die allermeisten anderen psychischen Störungen lassen sich als Untergruppen oder Spezialfälle der dargestellten Grundformen erklären.

Pyromanie

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Die Störung ist durch häufige tatsächliche oder versuchte Brandstiftung an Gebäuden oder anderem Eigentum ohne verständliches Motiv und durch eine anhaltende Beschäftigung der betroffenen Person mit Feuer und Brand charakterisiert. Das Verhalten ist häufig mit wachsender innerer Spannung vor der Handlung und starker Erregung sofort nach ihrer Ausführung verbunden.

Sadomasochismus

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Es werden sexuelle Aktivitäten mit Zufügung von Schmerzen, Erniedrigung oder Fesseln bevorzugt. Wenn die betroffene Person diese Art der Stimulation erleidet, handelt es sich um Masochismus; wenn sie sie jemand anderem zufügt, um Sadismus. Oft empfindet die betroffene Person sowohl bei masochistischen als auch sadistischen Aktivitäten sexuelle Erregung.

Schizoide Persönlichkeitsstörung

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Eine Persönlichkeitsstörung, die durch einen Rückzug von affektiven, sozialen und anderen Kontakten mit übermäßiger Vorliebe für Phantasie, einzelgängerisches Verhalten und in sich gekehrte Zurückhaltung gekennzeichnet ist. Es besteht nur ein begrenztes Vermögen, Gefühle auszudrücken und Freude zu erleben.

Schizophrenie

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Die schizophrenen Erkrankungen gehören zur Hauptgruppe der endogenen Psychosen, bei denen davon ausgegangen wird, dass anlagebedingte, also erbliche Faktoren zur Verursachung beitragen. Unter Psychose versteht man eine psychische Störung, die durch den grundlegenden Wandel des eigenen Erlebens und des Außenbezugs charakterisiert ist.
In den Medien wird Schizophrenie häufig mit der Multiplen Persönlichkeitsstörung verwechselt. Bei dieser Erkrankung existieren zwei oder mehr verschiedene Persönlichkeiten innerhalb eines Individuums. Typisches Beispiel für diese Krankheit ist die Geschichte von Dr. Jekyll und Mister Hyde. Bei der Schizophrenie treten solche Phänomene jedoch nicht auf.
Schizophrenie gehört in den westlichen Kulturen zu den schwerwiegendsten psychischen Erkrankungen, unter anderem deshalb, weil ihre typischen Symptome, so z.B. das Stimmenhören, innerhalb dieser Kulturen als sehr absonderlich und beunruhigend angesehen werden. In anderen Kulturen jedoch können diese Symptome als Zeichen für eine besondere Begabung angesehen werden. So zeigt sich beispielsweise eine große Ähnlichkeit zwischen den Halluzinationen Schizophrener und der Trance von Schamanen, die in ihrer Kultur als besonders weise und auserwählte Menschen verehrt werden.

Es gibt keine Symptome die nur bei Schizophrenie auftreten. Alle Symptome können für sich allein genommen auch bei vielen andereren Erkrankungen auftreten, es können aber folgende charakteristische Symptombereiche genannt werden:

Wahn

Beim Wahn handelt es sich um eine nichtkorrigierbare falsche Beurteilung der Realität. Häufige Wahnvorstellungen bei Schizophrenen sind Verfolgungs- und Beziehungsideen, dabei wird das Verhalten anderer vom Patienten wahnhaft auf sich selbst bezogen. Der Wahn kann sich sowohl ohne, als auch mit Bezugnahme auf äußere Wahrnehmungen äußern.

Halluzinationen

Hierunter versteht man eine Sinneswahrnehmung, die für einen wirklichen Sinneseindruck gehalten wird, obwohl der entsprechende reale Sinnesreiz nicht vorhanden ist. Diese Sinnestäuschung kann alle Sinnesorgane betreffen, wobei akustische Halluzinationen am typischsten für Schizophrenie sind. Am häufigsten hören Schizophrene Befehle erteilende und sich über ihn unterhaltende fremde Stimmen.

Ich-Störungen

Dieses Symptom ist dadurch charakterisiert, dass die Grenzen zwischen Ich und Umwelt als durchlässig empfunden werden. Dabei werden häufig die eigene Person (Körper, Gefühle, Gedanken) oder die Umwelt als fremdartig erlebt. Es kann zu einem Gefühl der Fremdbeeinflussung oder Gedankeneingebung von außen kommen, auch kann der Patient das Gefühl haben, dass seine Gedanken mitgehört oder ihm entzogen werden. Dabei lebt der Kranke zugleich in einer wirklichen und in einer wahnhaften Welt, wobei es immer mehr zu einer Abkapselung von der realen Welt kommt.

Formale Denkstörungen

Hierbei handelt es sich um eine Verzerrung des Denkablaufs. Es kommt zur Verschmelzung verwandter Wörter zu einem Begriff, zu teilweise absurden Wortneuschöpfungen, Zerfahrenheit mit sprunghaften und unlogischen Gedankengängen oder zum plötzlichen Abbruch eines Gedankenganges ohne erkennbaren Grund.

Affektive Störungen

Typischerweise ist bei Schizophrenen der emotionale Kontakt zu anderen Menschen reduziert. Es kann zu Situationen nicht angemessenen Gefühlsäußerungen oder mimischen Reaktionen kommen. Häufig ist bei Patienten eine leere also grundlose Heiterkeit zu beobachten. Unvereinbare Gefühlszustände und Wünsche können nebeneinander stehen. Insbesondere beim Bestehenbleiben einer Restsymptomatik nach Abklingen der akuten Erkrankung kommt es zu erheblicher gefühlsmäßiger Verarmung.


Psychomotorische Störungen


Bei schizophrenen Patienten zeigen sich häufig eine Bewegungslosigkeit bei vollerhaltenem Bewußtsein oder eine starke motorische Unruhe, häufig mit sich wiederholenden stereotypen Bewegungen. Auch die Kooperationsfähigkeit ist z.T. verändert; so macht der Patient oft automatisch das Gegenteil des Verlangten oder führt es automatenhaft aus.

Üblicherweise wird die Vielzahl von Symptomen nach Positivsymptomatik und Negativsymptomatik unterteilt. Dabei versteht man unter Positivsymptomatik Verhaltensmerkmale die über das Verhalten von Gesunden hinausgehen. Zu diesen, auch „produktiv“ genannten Symptomen gehören Halluzinationen und Wahn. Von Negativsymptomatik spricht man dagegen, wenn das Verhalten im Vergleich zum Gesunden Defizite aufweist. Typisch sind hier Antriebsmangel und Affektarmut.

Je nach Ausprägung bestimmter Symptome unterscheidet man folgende Untertypen:

Paranoid-halluzinatorische Form: Wahn und Halluzinationen prägen das Bild des Erkrankten, am häufigsten tritt dieser Subtyp im 4. Lebensjahrzehnt auf.
Katatone Form: Vorherrschen der psychomotorischen Störungen.
Hebephrene Form: Affektstörungen stehen im Vordergrund, die Ersterkrankung liegt meist im Jugendalter.
Residuale Form: Besonders auffällig ist eine Persönlichkeitsänderung im Sinne von Antriebsmangel, Affektarmut und sozialem Rückzug.
Schizophrenia simplex: Symptomarme Form, in der vor allem die produktiven Symptome fehlen und es allmählich zu einem durch Negativsymptomatik geprägten Bild (Residualsyndrom) kommt.

Schizotype Störung

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Eine Störung mit exzentrischem Verhalten und Anomalien des Denkens und der Stimmung, die schizophren wirken, obwohl nie eindeutige und charakteristische schizophrene Symptome aufgetreten sind. Es kommen vor: ein kalter Affekt, Anhedonie und seltsames und exzentrisches Verhalten, Tendenz zu sozialem Rückzug, paranoische oder bizarre Ideen, die aber nicht bis zu eigentlichen Wahnvorstellungen gehen, zwanghaftes Grübeln, Denk- und Wahrnehmungsstörungen, gelegentlich vorübergehende, quasipsychotische Episoden mit intensiven Illusionen, akustischen oder anderen Halluzinationen und wahnähnlichen Ideen, meist ohne äußere Veranlassung. Es läßt sich kein klarer Beginn feststellen; Entwicklung und Verlauf entsprechen gewöhnlich einer Persönlichkeitsstörung.

Sexuelle Beziehungsstörung

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Die Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung (heterosexuell, homosexuell oder bisexuell) bereitet bei der Aufnahme oder Aufrechterhaltung einer Beziehung mit einem Sexualpartner Probleme.

Sexuelle Reifungskrise

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Die betroffene Person leidet unter einer Unsicherheit hinsichtlich ihrer Geschlechtsidentität oder sexuellen Orientierung, mit Ängsten oder Depressionen. Meist kommt dies bei Heranwachsenden vor, die sich hinsichtlich ihrer homo-, hetero- oder bisexuellen Orientierung nicht sicher sind; oder bei Menschen, die nach einer Zeit scheinbar stabiler sexueller Orientierung, oftmals in einer lange dauernden Beziehung, die Erfahrung machen, daß sich ihre sexuelle Orientierung ändert.

Soziale Phobie (Soziophobie)

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Soziale Phobien bestehen in der Furcht vor der prüfenden Beobachtung durch andere Menschen in verhältnismäßig kleinen Gruppen (nicht dagegen in Menschenmengen) und führen schließlich dazu, dass soziale Situationen vermieden werden oder nur unter intensiver Angst durchgestanden werden. Eine soziale Phobie ist eine dauerhafte, unangemessene Furcht und Vermeidung von Situationen, in denen die Betroffenen mit anderen Menschen zu tun haben und dadurch einer möglichen Bewertung im weitesten Sinne ausgesetzt sind. Es bestehen unangemessen starke Ängste vor sozialen Situationen oder Leistungssituationen, in denen die Person im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit anderer steht und befürchtet, etwas zu tun, was demütigend oder peinlich wäre.
Menschen mit einer Sozialphobie haben Angst zu versagen, sich lächerlich zu machen oder durch ungeschicktes Verhalten unangenehm aufzufallen. Sozialphobiker befürchten, in sozialen Situationen verspottet oder feindselig behandelt zu werden, dumm auszusehen, die Kontrolle zu verlieren, Panik zu erleben und nicht mehr zu wissen, was sie sagen sollen, sodass sie erst recht auffallen, noch dazu, wenn gleichzeitig verschiedene vegetative Symptome auftreten.
Soziale Phobien können klar abgegrenzt und umschrieben sein oder unbestimmt und in fast allen sozialen Situationen außerhalb des Familienkreises auftreten. Die Diagnose einer sozialen Phobie wird bestätigt, wenn eine Person Tätigkeiten alleine angstfrei ausführen kann, die ihr in Gegenwart anderer Menschen Angst machen. Die Beobachtung durch andere wirkt irritierend, die Furcht vor kritischer Beurteilung bewirkt eine Leistungshemmung.
Ein gewisses Ausmaß an sozialer Angst ist völlig normal. Schüchternheit stellt ebenfalls keine Störung dar, wenn sie nicht als belastend erlebt wird. Die Krankheitswertigkeit sozialer Ängste hängt vom Ausmaß der erlebten Beeinträchtigung ab. Kennzeichnend hierfür ist die angstvolle Vermeidung von an sich gewünschten Sozialkontakten.

Stereotype Bewegungsstörungen

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Willkürliche, wiederholte, stereotype, nicht funktionale und oft rhythmische Bewegungen, die nicht Teil einer anderen psychischen oder neurologischen Krankheit sind. Wenn solche Bewegungen als Symptome einer anderen Störung vorkommen, soll nur die übergreifende Störung kodiert werden. Nichtselbstbeschädigende Bewegungen sind z.B.: Körperschaukeln, Kopfschaukeln, Haarezupfen, Haaredrehen, Fingerschnipsgewohnheiten und Händeklatschen. Stereotype Selbstbeschädigungen sind z.B.: Wiederholtes Kopfanschlagen, Ins-Gesicht-schlagen, In-die-Augen-bohren und Beißen in Hände, Lippen oder andere Körperpartien. Alle stereotypen Bewegungsstörungen treten am häufigsten in Verbindung mit Intelligenzminderung auf; wenn dies der Fall ist, sind beide Störungen zu kodieren.

Störungen des Sozialverhaltens

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Störungen des Sozialverhaltens sind durch ein sich wiederholendes und anhaltendes Muster dissozialen, aggressiven und aufsässigen Verhaltens charakterisiert. Dieses Verhalten übersteigt mit seinen gröberen Verletzungen die altersentsprechenden sozialen Erwartungen. Es ist also schwerwiegender als gewöhnlicher kindischer Unfug oder jugendliche Aufmüpfigkeit. Das anhaltende Verhaltensmuster muß mindestens sechs Monate oder länger bestanden haben. Störungen des Sozialverhaltens können auch bei anderen psychiatrischen Krankheiten auftreten, in diesen Fällen ist die zugrundeliegende Diagnose zu verwenden.
Beispiele für Verhaltensweisen, welche diese Diagnose begründen, umfassen ein extremes Maß an Streiten oder Tyrannisieren, Grausamkeit gegenüber anderen Personen oder Tieren, erhebliche Destruktivität gegenüber Eigentum, Feuerlegen, Stehlen, häufiges Lügen, Schulschwänzen oder Weglaufen von zu Hause, ungewöhnlich häufige und schwere Wutausbrüche und Ungehorsam. Jedes dieser Beispiele ist bei erheblicher Ausprägung ausreichend für die Diagnose, nicht aber nur isolierte dissoziale Handlungen.

Tic- und Tourettestörungen

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„Bei dem tickt‘ s ja wohl nicht richtig“, wer hat das nicht schon einmal gedacht, wenn z.B. ein Sitznachbar in der U-Bahn auffällig mit den Gesicht zuckte, ständig hüstelte oder unvermittelt obszöne Worte rief. Vielleicht waren wir dann Zeugen einer Tic-Störung. Dies ist eine komplexe psychiatrische Erkrankung, die sich auch beim besten Willen oft nicht verbergen lässt.
Unter einer Tic-Störung versteht man plötzliche schnelle Bewegungen des Körpers oder Lautäußerungen des Körpers, die ohne willentlichen Einfluss ablaufen. Sie können dabei einzeln oder rhythmisch in Serie auftreten und von dem Betroffenen höchstens kurzeitig unterdrückt werden. Häufige Beispiele sind dabei Augenblinzeln, Gesichtsgrimassen oder auffälliges Räuspern oder Hüsteln. Dies sind einfache Tics der Bewegung und der Stimme, sogenannte motorische und vokale Tics. Findet man bei einem Betroffenen mehrere motorische Tics zusammen mit einem vokalen Tic, so nennt man dies Tourette-Syndrom.
Vorübergehende Tic-Störungen sind im Kindes- und Jugendalter sehr häufig, wobei Jungen mehr betroffen sind als Mädchen. Diese Störung ist harmlos und verschwindet bald von selbst. Selten entwickelt ein Kind mehrere Tics über einen längeren Zeitraum oder ein Tourette-Syndrom, dann ist eine intensive Psychotherapie kombiniert mit der Gabe von Medikamenten nötig. Schwer Erkrankte sind durch ihre bizarren Bewegungen oder Lautäußerungen im öffentlichen Leben sehr auffällig. Sie neigen zum sozialen Rückzug, haben Probleme in der Schule und am Arbeitsplatz und erleiden dadurch häufig weitere seelische Störungen.

Transsexualismus

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Der Wunsch, als Angehöriger des anderen Geschlechtes zu leben und anerkannt zu werden. Dieser geht meist mit Unbehagen oder dem Gefühl der Nichtzugehörigkeit zum eigenen anatomischen Geschlecht einher. Es besteht der Wunsch nach chirurgischer und hormoneller Behandlung, um den eigenen Körper dem bevorzugten Geschlecht soweit wie möglich anzugleichen.

Trichotillomanie

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Bei dieser Störung kommt es nach immer wieder mißlungenem Versuch, sich gegen Impulse zum Ausreißen der Haare zu wehren, zu einem beachtlichen Haarverlust. Das Ausreißen der Haare ist häufig mit dem Gefühl wachsender Spannung verbunden und einem anschließenden Gefühl von Erleichterung und Befriedigung. Diese Diagnose soll nicht gestellt werden, wenn zuvor eine Hautentzündung bestand oder wenn das Ausreißen der Haare eine Reaktion auf ein Wahnphänomen oder eine Halluzination ist.

Voyeurismus

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Wiederkehrender oder anhaltender Drang, anderen Menschen bei sexuellen Aktivitäten oder intimen Tätigkeiten, z.B. Entkleiden, zuzusehen ohne Wissen der beobachteten Person. Zumeist führt dies beim Beobachtenden zu sexueller Erregung und Masturbation.

Zwangsstörungen

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Zwangsähnliche Phänomene treten auch bei vielen gesunden Menschen auf: Gehen entlang bestimmter Linien, nicht auf bestimmte Fugen steigen, Vermeiden bestimmter Bodenplatten, Lesen-Müssen aller Autokennzeichen oder Werbeplakate, Zählen von Randsteinen, Treppenstufen, Autos oder Glockenschlägen, übermäßige Genauigkeit in bestimmten Bereichen, verschiedene stereotype Gewohnheiten und Rituale, mehrfaches Nachzählen der Geldscheine auf der Bank bei Abhebung eines großen Geldbetrags, wiederholte Kontrollen des Ofens, der Gas- und Wasserhähne, der Wohnungstür oder des Gepäcks vor Urlaubsreisen, mehrfache Kontrollen beim Auto nach einer unangenehmen Panne, leicht magische Praktiken, um das Glück zu erzwingen (z.B. Einsetzen der Geburtsdaten bei den Lottozahlen, Klopfen auf Holz, „toi-toi-toi“-Rufe), gedankliches Beharren auf einzelnen Worten, Sätzen oder Melodien u.a. Es handelt sich dabei um keine lebensbeeinträchtigenden Denk- und Verhaltensgewohnheiten, sondern oft um Strukturierungshilfen für das Leben. Der Gesunde kontrolliert bei Unsicherheit gewöhnlich nur einmal und gewinnt Sicherheit, der Zwangskranke bleibt unsicher.
Zwangsstörungen umfassen Zwangsgedanken bzw. Zwangsimpulse (engl. obsessions) und Zwangshandlungen (engl. compulsions). Im angloamerikanischen Raum heißt die Zwangsstörung deshalb „obsessive-compulsive disorder“. Bestimmte Situationen, Personen oder Objekte lösen bestimmte Zwangsgedanken aus, die zu Zwangshandlungen führen. Die häufigsten Zwänge sind Kontrollzwänge, gefolgt von Waschzwängen. Über 85% der Betroffenen weisen primär Zwangshandlungen auf, nur rund 12% der Zwangskranken in Behandlungseinrichtungen leiden unter reinen Zwangsgedanken.

Ein Gedanke zu „Psychopathologie und Abductionen“

  1. Kennt Ihr den Film Burried im Detail? Ich selber leide an Klaustrophobie und ich fand es wirklich schlimm den Film zu sehen.
    Wenn man sich vorstellt, wirklich in einem Sarg begraben zu sein und da nicht rauszukommen – schrecklich. :-/
    Na ja, das nur am Rande. Danke für den Beitrag. LG Frederik

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