Ankunft der Wesen

Wenn die eigentliche Entführungserfahrung beginnt, zieht sich das Netz um den Betroffenen enger, und die fremdartigen Wesen nähern sich dem Schauplatz. In den meisten Fällen dringen sie dazu in die Wohnung ein, ohne Türen öffnen zu müssen oder sonst irgendwelche Spuren zu hinterlassen. Die Betroffenen berichten, dass sie meist einfach im Raum stehen oder an einem anderen Ort in der Wohnung aufzutauchen scheinen, von dem aus sie den Betroffenen anschließend aufsuchen. Während sich das Eindringen in die Wohnung relativ lautlos zu vollziehen scheint, können die Wesen Geräusche verursachen, wenn sie sich umherbewegen; dabei können sie beispielsweise auch Gegenstände anfassen und anheben oder Zimmertüren öffnen. Ich habe von Betroffenen gehört, bei denen die Wesen auch abgeschlossene Türen ohne besondere Mühe öffnen konnten. Häufig ist auch die Schilderung von einem meist bläulichen Licht, das von außen in die Räume dringt oder auch nur einen einzigen Lichtstrahl bildet. Ein derartiger Lichtstrahl kann im weiteren Verlauf der Entführungserfahrung als Transportmittel noch eine besondere Rolle spielen, und manchmal scheinen sich die Wesen mit ihm in die Wohnung hineinzubewegen oder aus ihm heraus zu erscheinen. Es gibt vereinzelt Berichte von einer schwebenden Lichtkugel, die im Zimmer auftaucht, oder von kleineren leuchtenden, schwebenden Partikeln, die sich anschließend zu einer Kugel verdichten können. Aus dieser Kugel heraus „bilden“ sich dann die Wesen.

Die auftauchenden Wesen handeln meist sehr zielstrebig und bewegen sich ohne größere Umwege zu dem Betroffenen. Anderen anwesenden Personen wird in der Regel keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Es ist möglich, dass die Wesen kurz zu ihnen gehen, aber sonst nichts besonderes mit ihnen machen. Bei manchen Entführten ist gleichzeitig auch ein Elternteil oder ein Kind von den Entführungen betroffen; in diesem Fall werden sie eventuell auch von den Wesen aufgesucht, wenn sie sich in der Nähe befinden.

In der Regel gilt ihr Hauptaugenmerk jedoch nur einer Person – dem Entführten. Falls er zu diesem Zeitpunkt im Bett liegt, treten sie an es heran oder positionieren sich um es herum. Anfänglich kann auch ein kleinerer räumlicher Abstand eingehalten werden, besonders dann, wenn der Betroffene beim Eintreffen der Wesen noch bei vollem oder noch relativ wachem Bewusstsein ist. Die Wesen verharren dabei meist regungslos in ein paar Schritten Entfernung und starren ihn an.

Bei einer Entführung ist es eher untypisch, dass nur ein Wesen allein auftaucht. In den meisten Fällen ist es ein kleines „Team“ aus vielleicht zwei bis vier Wesen – im Extremfall kann es in der Wohnung auch nur so von Wesen wimmeln. Manche Wesen bilden ein häufig wiederkehrendes Element in der Biographie eines Entführten; sie sind ihm schon aus früheren Begegnungen bekannt oder sind ihm zumindest irgendwie vertraut. Das gilt vor allem für das Arzt- oder Mentorwesen, das eher im späteren Verlauf einer Entführung erscheinen kann.

Sehr viele Entführte beschreiben eine besondere Atmosphäre, die sie während der Anwesenheit der Wesen wahrnehmen. Sie berichten von einer unheimlichen Stille, die sich über die Umgebung gesenkt hat, ein drückendes Gefühl, das sich über den Raum ausbreitet, und dass die Atmosphäre in der näheren Umgebung wie zum Zerreißen gespannt oder elektrisiert wirkt. Die Wahrnehmung des Betroffenen kann in diesen Momenten sehr geschärft sein. Durch die unnatürliche Ruhe tritt beispielsweise das Tinnitusgeräusch in den Ohren stark hervor.

Teile dieser besonderen Atmosphäre führen die Betroffenen unmittelbar auf die Wesen selbst zurück und beschreiben eine ihnen anhaftende Ausstrahlung, die sie wie eine dichte Aura umgibt. Diese Ausstrahlung ist so stark, dass sie dem Betroffenen sozusagen einen ungefähren Eindruck über die Position und die Entfernung der Wesen im Raum vermitteln kann. Subjektiv kann sie auch als „Schwere“ im Raum empfunden werden, so als ob die Wesen durch ihre Anwesenheit beispielsweise eine Art Gewicht im Raum darstellen und ein Drücken in ihm verursachen würden.
Diese Aura kann zunächst als bedrohlich und beängstigend empfunden werden. Manche Betroffene empfinden diese Ausstrahlung wiederum als eindrucksvoll und erkennen darin einen Ausdruck einer besonderen intelligenten, geistigen Kraft.
Andere Empfindungen scheinen wiederum auf der geistigen Beeinflussung zu beruhen, die typischerweise während einer Entführungserfahrung zum Einsatz kommt.