Manipulation und Kontrolle

Die häufigste Situation ist die, dass der Betroffene in seinem Bett zu sich kommt, weil er etwas Besonderes spürt (z.B. Berührungen wahrnimmt, etwas hört) oder einfach fühlt, dass jemand bei ihm im Raum ist. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich die Wesen meist schon in unmittelbarer Nähe oder stehen bereits im Zimmer. Spätestens bei der unmittelbaren Anwesenheit der Wesen wird der Betroffene einer seltsamen Art von Kontrolle ausgesetzt, die für Entführungsfälle sehr charakteristisch ist und ebenfalls von vielen anderen Betroffenen weltweit übereinstimmend beschrieben worden ist. Der Betroffene gelangt dabei körperlich und mental unter den Einfluss dieser Wesen und ist kaum in der Lage, sich diesem Zugriff zu entziehen. Beispielsweise fühlt er sich wie gelähmt und es ist ihm nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich, einen Körperteil zu bewegen, auch wenn er sich noch so sehr darauf konzentriert. Wenn er sich mitzuteilen oder zu schreien versucht, gelingt es ihm nicht, den Mund zu öffnen, oder er kann wegen der Bewegungsunfähigkeit nur vereinzeltes Gestammel über die Lippen bringen. Oft sind es nur noch die Augen und der Kopf, über die er die Kontrolle verfügt und mit denen er sich ein wenig im Raum umsehen kann.

Für die meisten Betroffenen sind diese Vorgänge sehr furchteinflößend und schockierend. Ohne Vorwarnung einer extrem fremdartigen Situation ausgesetzt zu sein, der sie sich nicht entziehen können, die Wesen sehen zu müssen und hilflos mitzuerleben, wie sie die Kontrolle über die eigenen Körperfunktionen verlieren – das alles schürt in ihnen eine Urangst, die sie trotz langjähriger Erfahrung mit diesem Phänomen nicht richtig abzulegen vermögen. Viele Betroffene erleben in diesen Momenten die schlimmsten Ängste ihres Lebens und vermeiden es vor lauter Schock und Panik, die Wesen anzusehen. Ein solches Erlebnis ist meist so einprägsam, dass sie sich noch Jahre später daran erinnern und sich immer wieder im Geiste damit beschäftigen.

Die körperliche Lähmung erfüllt für die Wesen wahrscheinlich eine wichtige Schutzfunktion, da der Betroffene dadurch ausgeschaltet wird und den Wesen nicht gefährlich werden kann. Umgekehrt ist aber auch ein gewisses Maß an Kontrolle für den anschließenden Transport aus der Wohnung (oder vom jeweiligen Schauplatz aus) notwendig.

Eine bedeutendere Stellung als die körperliche Lähmung nimmt jedoch die geistige Beeinflussung des Betroffenen ein. Wahrscheinlich ist die Lähmung selbst häufig die Folge einer solchen geistigen Manipulation. Als weitere Auswirkung sind die Wesen in der Lage, direkt in das Bewusstsein des Betroffenen einzugreifen und es zu kontrollieren. Dieser Vorgang äußert sich auf verschiedene Weise, und die Entführten können sich hinterher nicht immer besonders deutlich an diese Episoden erinnern. Viele beschreiben, dass sie plötzlich „weg“ gewesen seien und nicht mehr wüssten, was sich von diesem Zeitpunkt an ereignet hat. Sie können sich diesen Umstand meistens nicht erklären und glauben beispielsweise, dass sie einfach eingeschlafen sein könnten, obwohl in einer solchen ungewöhnlichen Situation wohl kaum an Schlaf zu denken ist. Oft heißt es von Betroffenen, dass sie sich aus einem Drang heraus im Bett umgedreht hätten, während die Wesen ins Zimmer gekommen sind, und dann einfach eingeschlafen wären, auch wenn ihnen so eine Reaktion im Nachhinein unlogisch erscheint.

Bei anderen verläuft diese Manipulation langsamer, und sie realisieren, dass sich ihr Bewusstsein eintrübt und zu schwinden beginnt. Sie beginnen beispielsweise unnatürlich ruhiger oder emotional eingeschränkter zu werden. Ebenso kommt es zu einer Einschränkung ihrer Handlungs- und Willensfreiheit; der Drang sich zu wehren oder wegzurennen erlischt. Manche Betroffene ziehen einen Vergleich mit einem hypnose- oder tranceähnlichen Zustand heran. In diesen Momenten vollzieht sich eine Art Kontrollverlust, und die Wesen steuern und dirigieren den Betroffenen von diesem Punkt an durch das weitere Geschehen. Die Betroffenen beschreiben sich im Extremfall wie fremdgesteuert oder wie Roboter, die einfach dem Laufe der Handlung folgen. Von diesen besonderen Phasen bekommen die Betroffenen typischerweise nicht mehr viel mit, da der Teil ihres bewussten Handelns und Erlebens wie ausgeschaltet wirkt. Sie bewegen sich auf einer anderen Ebene, auf der sie zwar Sinneseindrücke aufnehmen oder emotional auf bestimmte Situationen reagieren können, aber nicht „bewusst“ im Sinne des normalen Wachbewusstseins sind. Hinterher erscheinen diese Episoden meistens wie große, klaffende Lücken im Gedächtnis der Betroffenen, und sie können sich im bewussten Wachzustand nicht mehr (oder nicht mehr besonders gut) an diese Zeiträume erinnern.

Der Grad der geistigen Kontrolle scheint jedoch durch die Wesen variierbar zu sein, und aufgrunddessen kann es bewusstere und weniger bewusstere Momente während einer Entführungserfahrung geben. Manches Mal entstehen diese bewussteren Momente eher unfreiwillig durch Fehler oder das Verschulden der Wesen, wenn die geistige Kontrolle nicht durchgehend oder gleichmäßig genug aufrechterhalten wird. Diese Momente können von den Betroffenen wiederum gut in Erinnerung behalten werden. Betroffene schildern dann beispielsweise, dass sie auf einem Tisch zu sich gekommen wären, während mehrere Wesen dabei um sie herumgestanden hätten. Auf der anderen Seite können die Wesen die Kontrolle über die Betroffenen verringern, wenn es bestimmte Situationen erfordern, oder wenn die Wesen keine Veranlassung für eine allzu enge persönliche Absicherung sehen. Der letztere Fall kann dann eintreten, wenn sich eine Art Beziehung zwischen den Wesen und dem Entführten entwickelt und der Entführte nicht als Bedrohung empfunden wird, weil er sich selbst unter Kontrolle hält und den Wesen sozusagen in ihren Aufgaben entgegenkommt oder aufgeschlossener auf sie zugeht. Die Wesen können sich aber auch ganz bewusst dafür entscheiden, den Betroffenen bei vollem Bewusstsein halten zu wollen, weil sie Wert darauf legen, dass er sich im Nachhinein an das Geschehen erinnert und während der Begegnung seinen freien Willen behält. Das kann in besonderen Kontakt-Erfahrungen münden, bei denen die Wesen dem Betroffenen etwas mitteilen, über das er nachdenken soll, oder eine Art Entscheidung von ihm fordern, die er ganz bewusst treffen soll.
Aus anderen Schilderungen wird auf der anderen Seite auch deutlich, dass sich die Wesen nicht zwanghaft vor dem Betroffenen versteckt halten wollen. Manchmal scheint es ihnen sogar eher egal zu sein, ob die Betroffenen etwas von ihrer Anwesenheit und den Geschehnissen während einer Entführung mitbekommen.

Diese Formen der Kontrolle und Manipulation scheinen auf besonderen geistigen Fähigkeiten der Wesen zu beruhen, die uns weitgehend unverständlich bleiben. Für die beschriebenen mentalen Beeinflussungen kommen keine erkennbaren technischen Gerätschaften zum Einsatz. In seltenen Fällen wird etwas wie ein Stab beschrieben, der bei Berührung eine Lähmung verursacht. Manche Betroffene berichten, sie hätten eine Spritze verabreicht bekommen, wenn die Beeinflussung der Wesen nicht zum gewünschten Ergebnis geführt hätte. Eine andere Strategie in diesen Fällen kann in der Erzwingung eines intensiven Augenkontaktes bestehen. Dabei bewegt eines der Wesen sein Gesicht sehr nahe an das des Betroffenen heran. Die als im Vergleich zu uns als größer beschriebenen Augen der Wesen scheinen dabei die Funktion eines hypnotischen Fixierungspunktes einzunehmen. Der Betroffene glaubt in den Augen seines Gegenübers zu versinken und sich darin zu verlieren, während er die Empfindung verspüren kann, dass das Wesen tief in ihn hineinsehen oder in seinen Geist eindringen würde.

Bemerkenswert ist auch, dass die geistige Beeinflussung eine Art Fernwirkung besitzt und die Wesen sich dafür also nicht in unmittelbarer Nähe befinden müssen. Eine räumliche Nähe scheint sich jedoch möglicherweise auf die Stärke der mentalen Beeinflussung auszuwirken.