False Memory Syndrom und Schlafparalyse

Beitrag von: Igura

Stellen Sie sich mal folgendes Szenario vor: Es gibt eine üble Verschwörung der Psychiater, um Menschen weis zu machen, dass sie in ihrer frühen Kindheit sexuell missbraucht wurden. Noch schlimmer – man vollzog an den Kindern auch noch satanistische Rituale, und zumeist sei ein Akt des Kannibalismus oder ein Kinderopfer beobachtet worden. So wollen Psychiater der Bevölkerung weismachen, dass Eltern böse Menschen sind.

Halt – wer gibt solchen Quatsch von sich? Hört sich ja ganz nach den paranoiden Spinnereien der Lone Gunmen an, welche selbst in Banknoten Ortungssysteme für die Regierung erkennen. Doch sie haben damit nichts zu tun. Die Vorstellung einer verschworenen Psychiaterschaft entsteht, wenn man eine Skeptikerseite durchliest, welche das Phänomen der UFO-Entführungen durch das sogenannte, durch Hypnose induzierte, „False Memory Syndrom“ zu erklären versucht. Dabei wird von Skeptikern genau das gemacht, was sie ihrer „Gegenseite“ vorwerfen – das Pauschalisieren aufgrund von Einzelfällen.

Bedenklich ist vor allem, dass man so ein wirklich bestehendes Problem verniedlicht. Kindsmissbrauch, das zeigt sich immer deutlicher, ist leider sehr verbreitet, und war es auch immer. Soll man jeden, der nun heute erzählt, er sei vom Vater, dem Onkel oder dem Priester sexuell missbraucht worden, in die Lügenecke schieben? Nur weil sich ein paar Skeptiker anmassen, die Weisheit mit Löffeln gegessen zu haben und diese Erinnerungen durch die Fehlbarkeit der Psychiater entstanden sei? Irgendwie ein Gedanke, der Angst macht!

Was aber ist mit Satanismus und Kannibalismus? In der Psychologie sowie der Biologie ist bekannt, dass Sexualität und Kannibalismus sehr nahe stehen – nehmen wir nur die Gottesanbeterin oder die Spinnen. Sexuelle Phantasien von Kindern verbinden sich oftmals mit kannibalischen Vorstellungen. Warum sollten sich solche Vorstellungen nicht auch bei einem der schlimmsten Verbrechen gegen Kinder manifestieren? Ist es verwunderlich, wenn ein vergewaltigtes Kind sich an eben solche kannibalischen Akte erinnert, die doch ein Bestandteil kindlicher Sexualphantasien sind? Aber ist es nicht fragwürdig, mit dem Argument, dass solches beschrieben wurde, den Akt der Vergewaltigung als unwahr zu klassifizieren? Weiterhin wird argumentiert, dass der Anteil von in der Kindheit vergewaltigten Menschen nach psychologischen Studien zu hoch sei und schon daher nicht realistisch wäre. Im selben Bericht geht aber auch hervor, dass man diese Statistik in einem Gefängnis erhob. Nun können aber Gefängnisinsassen nicht repräsentativ auf die Gesamtbevölkerung übertragen werden. Wir müssen uns doch eher fragen, ob ihre Kriminalität sich nicht auch auf traumatischen Erlebnissen in der Kindheit aufbaut.

Noch schlimmer erklingt es aus der Szene, wenn es um UFO-Entführungen geht. Diese sind selbstverständlich durchwegs eingebildet.


False Memory Syndrom

Wie funktioniert das menschliche Gedächtnis? Studien haben ergeben, dass unser Gedächtnis alles andere als zuverlässige Erinnerungen liefert. Nach einer Woche wurden die selben Objekte oder Ereignisse anders beschrieben. Auch im Alltag kommt das vor, nicht nur im Experiment. Erinnert man sich nach einer bestimmten Zeit wirklich noch richtig an Farbe und Typ des Wagens, der in einem reingekracht ist? Man erinnert sich an den Namen der Farbe und den Fahrzeugtyp, daraus wird schliesslich das Bild wieder rekonstruiert. Nun kann es aber vorkommen, dass nach einer gewissen Zeit die Erinnerung an die Farbe sich ändert, aus einem blauen wird ein grüner Wagen, und der Zeuge behauptet nun steif und fest, dass ein grüner Wagen ihn angefahren hätte. Solche Dinge kommen vor und sind nicht zu bestreiten.

Falsche Erinnerungen – das „False Memory Syndrom“ – beschreibt alles, was nicht mit den gesellschaftlichen Konventionen übereinstimmt. Was jenseits des Vorstellbaren liegt, was nicht logisch erklärbar ist, muss schon von vornherein falsch sein! Als Quelle der Korruption unseres Gedächtnisses werden die Medien zitiert. Seit die Problematik der Pädophilie und des Inzests immer häufiger in den Medien auftaucht, und dabei auch häufig zur Andeutung kommt, dass viele traumatisierte Personen ihre Erinnerungen in einer Art Amnesie unterdrücken, scheint sich dieser Vorgang in das Unterbewusstsein der Bevölkerung einzugraben. Es kann also durchaus sein, dass Erinnerungen, auch real erlebte, gar nicht echte Erinnerungen sind. Trotzdem sollte man eines bedenken – Leute, denen solche Erinnerungen aufkommen, haben eine Traumatisierung erlebt, ihre Amnesie, ihr Leiden kommt nicht grundlos. Wenn es ihnen gut ginge, würden diese Menschen sich in psychiatrische Behandlung begeben? Wenn auch die Vergewaltigung durch den Vater erfunden sein mag, so ist doch denkbar, dass er oder eine andere Vertrauensperson auf jeden Fall eine Form der Gewalt ausgeübt hat. Kinder sind nicht in der Lage, Formen der Gewalt zu differenzieren – Gewalt ist Gewalt, jede Form der Gewalt wirkt traumatisierend, egal ob die Gewalt körperlicher oder psychischer Natur ist. Dass mit solchen Akten auch die Vorstellung von satanistischen Ritualen oder Kannibalismus aufkommen, ist nicht verwunderlich, stehen sie doch eindeutig für wilde, unkontrollierte Gewallt. Das Kind, die Kinderseele, ist der Gewalt durch Erwachsene und Geschwister hilflos ausgesetzt, es hat keine Kontrolle.

Satanistische Rituale sind eine heute geläufige Metapher für einen gewalttätigen Vorgang. Diese Rituale sind uns durch die Medien bekannt, insbesondere werden sie uns jedesmal wieder bewusst, wenn Menschen wegen Ritualmorden vor Gericht stehen. Satanistische Rituale sind keine Erfindung der Medien, sie geschehen tatsächlich, auch wenn sie sich sicherlich, insbesondere in der tödlichen Form, eher selten ereignen. Die Seele verbindet aber alles, was mit dem Gewaltsmoment verbunden ist. Sexuelle Gewalt wird mit Kannibalismus in Verbindung gebracht, der Art und Weise, wie die Gottesanbeterin ihren Partner verspeist. Doch eines muss klar sein – es hat eine reale Form der Gewalt stattgefunden. Skeptiker implizieren, dass durch die falschen Erinnerungen aus unbescholtenen Eltern Vergewaltiger werden. Sollen wir das wirklich kritiklos so annehmen? Vergisst man da nicht die Forschung nach der eigentlichen Ursache?

Besonders hervorgehoben wird, dass diese falschen Erinnerungen unter Hypnose als real erlebt werden. Auch soll der Hypnosetherapeut die Möglichkeit haben, die Erinnerungen durch suggestive Fragen zu manipulieren. Dieser Problematik sind sich die Therapeuten durchaus bewusst und haben deswegen ihre Protokolle in neutraler, nicht-suggestiver Weise optimiert. Dass es dann und wann schwarze Schafe gibt, wird aber wohl niemand bestreiten. Es gibt nachweislich Fälle, in denen solche Therapeuten Kinder mit suggestiver Methodik dazu gebracht haben, ihre Eltern für etwas zu denunzieren, dass sie nicht taten. Doch ist eher unwahrscheinlich, dass die Mehrheit der Hypnosetherapeuten bewusst falsche Erinnerungen induziert. Dass zwischen dem Akt des Erlebten und der Therapie manchmal viele Jahre liegen, ermöglicht es dem Unterbewusstsein, eine Geschichte zu konstruieren. Niemand kann sich der ständigen Berieselung durch die Medien erwehren. Und so kann eine veränderte Geschichte durch Hypnose aus dem Gedächtnis geholt werden, ebenso wie verschiedene Episoden im Gedächtnis zu einem einzigen Handlungsstrang verbunden werden können.

Besonders brutal geht man mit Menschen um, die etwas erlebt haben, was nun überhaupt nicht mit gesellschaftlichen Normen in Einklang gebracht werden kann. Sexueller Missbrauch, satanistische Rituale und auch Kannibalismus sind existent, niemand kann ihre Realität leugnen. Doch die Vorstellung, dass ein Mensch seinen Körper verlassen kann oder dass er von Aliens entführt wird, das widerspricht allem, was als gesichert gilt.

Der Vorwurf, dass Entführungen durch Aliens nur eingebildet sind, entstand schon früh, findige Skeptiker gruben frühe Science-Fiction-Geschichten aus, in denen solche Entführungen durch Aliens beschrieben wurden. Also sind die Entführungsgeschichten durch übermässigen Konsum von SF-Literatur und Comics entstanden? Damit unterstellt man aber auch, dass jeder, der solches erlebte, SF-Literatur liest. Vor allem bei Kindern ist diese Interpretation schwierig, da sie zur Zeit ihrer Erlebnisse noch nicht lesen können. Auch ist eher unwahrscheinlich, dass Eltern ihren Kinder Alien-Horrorgeschichten zur Guten Nacht vorlesen.

Problematischer noch erscheint die Entführungsliteratur (sowie Internetseiten – ich mache mich also in gewisser Weise auch schuldig!), die Präsentation der Entführungsthematik in den Medien, sowie der weitgehende Einzug der Grey in die Popkultur. Greys (wenn in diesem Falle in bunten Farben) rülpsen heute das „Fanta-Hello“ aus, um SETI-Forscher zu narren, ebenso spielen sie bevorzugt mit Pentium-IV-Chips, andere wiederum kiffen auf Postern einen Joint und huldigen gleichzeitig Psilopilzen, um zu sagen „take me to your dealer“. Heute kommt man also um den Grey nicht mehr herum, ob man will oder nicht. Merkwürdig auch, dass je länger je mehr Entführte sich an diesen Alientyp erinnern.

Doch geschieht hier nicht wieder der selbe Irrtum, den man bei den „eingebildeten Vergewaltigungen“ begeht? Dass die Menschen eine Traumatisierung erfahren haben, steht wohl ausser Zweifel – sie haben etwas erlebt, sie haben etwas REALES erlebt. Mit dem Vorwurf, dass das Bild falsch sei, wird aber auch gleichzeitig die Realität des Geschehnisses in Frage gestellt.

Die FMS-Erklärung ist ja schön und gut, doch versagt sie, sobald nicht mehr ein Zeuge, sondern zwei oder mehrere die Entführung in der selben Weise beschreiben. Auch erklärt sie nicht, wieso der Ehemann das physische Wegbleiben seiner Frau bestätigt. Es ist doch eher unwahrscheinlich, dass eine ganze Familie den selben falschen Erinnerungen unterliegt. Ein klassisches Beispiel ist der Kelly-Hopkinsville-Fall, bei dem sogar zwei Familien den Terror durch kleine grüne Aliens mit grossen Ohren erlebten. Exotische Aliens wie im Pascagoula-Zwischenfall werden von verschiedenen Zeugen gleich beschrieben, auch unter der verfemten Hypnose.

Auch erklärt das FMS nicht, wieso Entführte oftmals an ganz anderen Orten aufwachen, oder sich sogar ausserhalb des immer noch von innen verschlossenen Hauses wieder finden. Die OBE kann hier nicht gelten, da der Mensch ja nicht nur als Astralleib, sondern körperlich verlagert wurde. Und da sind auch noch die körperlichen Auswirkungen zu beachten, spontane Heilungen, unerklärliche Erkrankungen, Narben und Implantate.

Schlafparalyse

Die folgenden Angaben über die Schlafphasen sind der Seite http://www.infoquelle.de/Gesundheit/Wellness/Traum_Schlaf_Phasen entnommen:

1. Einschlafphase

Liegt man erst einmal bequem und hat die Augen geschlossen, verändert sich allmählich die elektrische Hirnspannung. Die Beta-Wellen, Gehirnstromwellen im Wachzustand, verwandeln sich langsam in Alpha-Wellen (8-12 Hz). Diese sind langsamer und regelmässiger als die Beta-Wellen.
In dieser Phase kann man noch recht leicht geweckt werden. Dann werden die Hirnstromwellen ganz schnell wieder zu Beta-Wellen. Aus diesem Grund wird dieses Stadium auch Halbschlaf oder Übergangsstadium genannt.
Mit dem Nachlassen der Sinneswahrnehmungen vermindert sich die geistige Aktivität, die Psyche beginnt sich zu entspannen. Das Bewusstsein ist nur noch schwach vorhanden, wird langsam umgeben vom Schleier des Schlafs.
Die Muskeln erschlaffen, Herzfrequenz und Atembewegungen stabilisieren sich und werden gleichmäßiger. Auch die Augenbewegungen verändern sich: Während sich unsere Augen im Wachzustand meistens mit grosser Geschwindigkeit und horizontal bewegen, werden sie in der Einschlafphase langsamer und bewegen sich mehr und mehr vertikal.

2. Stadium I (der Non-REM-Phasen)

Diese Phase dauert nur wenige Minuten, manchmal nur Sekunden an. Sie ist Teil des Einschlafprozesses und gleichzeitig das erste Stadium der Non-REM-Schlafphase.
Durch das Entspannen der Muskulatur im Leichtschlaf, können krampfartige Muskelzuckungen auftreten. In dieser Schlafphase haben wir häufig das Gefühl zu fallen.
Die Augen bewegen sich langsam und ziellos: -> SEM = Slow Eye Movement. Die Gehirnströme laufen auf einer Frequenz von 4-8 Hz. Dieser Schlafmodus ist Anfangs-, bzw. Endpunkt des in der Nacht mehrmals wiederkehrenden Schlafzyklus.

3. Stadium II (der Non-REM-Phasen)

In diesem Stadium hat sich der Schlaf weiter „vertieft“. Die Augen bewegen sich kaum noch, die Muskeln sind kaum noch angespannt.
Die Hirnstromfrequenzen sind gestiegen, sie liegen recht hoch, bei 8-15 Hz (die erzeugten Wellen werden auch Schlafspindeln genannt).
Wenn in dieser Phase überhaupt geträumt wird, handelt es sich zumeist um sehr realitätsbezogene Träume. Liegen psychische Konflikte vor, die tagsüber nicht verarbeitet werden konnten, kehren sie in der Regel in diesem Schlafstadium wieder.
Je schwerer der Konflikt wiegt, umso häufiger wiederholt sich der als Realität empfundene Trauminhalt. Im schlimmsten Fall kann durch diese Ablenkung kein tieferes Schlafstadium erreicht werden. Der Schlafende kann nicht abschalten, wodurch der Erholungswert der Nachtruhe immens geschmälert wird.

4. Stadium III (der Non-REM-Phasen)

Dieses Stadium ist eine Steigerung des vorangegangenen Schlafstadiums. Die Frequenz der Hirnströme liegt bei nur noch 2-4 Hz.

5. Stadium IV: Tiefschlaf

In dieser Schlafphase erreichen wir den tiefsten Schlafzustand. Erst jetzt läuft die körperliche Erholung auf Hochtouren. Für die Regeneration des Immunsystems ist der Tiefschlaf besonders wichtig.
In dem auch als Delta-Phase liegt die Hirnstromfrequenz bei nur bei 0,5 bis 2 Hz. Wir befinden uns in einem Zustand vollständiger körperlicher Entspannung.
Atem- und Herzfrequenz sind sehr langsam und regelmäßig. Die Körpermuskeln sind erschlafft und auch die Augenbewegungen sind minimal.
Aus dem Tiefschlaf heraus fällt das Aufwachen am schwersten, oft braucht man Minuten um sich wieder zurechtzufinden. Leicht schläft man wieder ein und wird sich womöglich gar nicht erinnern, geweckt geworden zu sein.
Die erste Tiefschlafphase liegt (im Durchschnitt) bei 22:00 Uhr und dauert 90 bis 120 Minuten. Das zweite Tiefschlafstadium erreichen wir zwischen 02:00 und 03:00 Uhr morgens, es ist 20 bis 30 Minuten kürzer als die erste Tiefschlafphase.

Der REM – Schlaf

Die Entdeckung des REM – Schlafs liegt nur etwa 50 Jahre zurück. Die Erforschung des Schlafs wurde damals größtenteils milde belächelt. Man ging davon aus, dass während des Schlafs nichts passierte, also gab es auch nichts zu erforschen.
Das Forschungsteam um den ersten „offiziellen“ Schlafforscher Nathaniel Kleitmann entdeckte die REM-Phasen 1953 in dem von ihm eingerichteten Schlaflabor in Chicago.
Während des REM-Schlafs haben wir die meisten und die intensivsten Träume, weshalb dieses Schlafstadium auch als Traumphase bezeichnet wird. Dennoch ist der REM-Schlaf nicht so „flach“ wie die gemessenen Hirnstromkurven vermuten lassen könnten. Im Gegenteil, von der „Schlaftiefe“ ist der REM-Schlaf mit dem Tiefschlaf vergleichbar.
Die Augenbewegungen sind besonders stark. Puls und Atemfrequenz sind erhöht und unregelmäßig. Die Hirnstromaktivität ist höher als im Wachzustand, sie liegt bei 4 bis 8 Hz.
Die Gesichtszüge des Träumenden verändern sich, je nach dem, in welcher „Traumsituation“ er sich gerade befindet. Wer aus dem REM-Schlaf geweckt wird, kann sich besonders gut an seine Träume erinnern.
Auf physiologischer Ebene entspricht der Traumschlaf dem Wachzustand des Menschen. Wer in der Lage ist die „Bewusstseinsschranken“ zu überwinden, kann auf einer „bewussteren Ebene“ träumen. Das sogenannte luzide Träumen verdeutlicht, dass Traum und Bewusstsein sich nicht unbedingt ausschliessen müssen.
Die Skelettmuskeln sind noch schlaffer als in der vorangegangenen Tiefschlafphase. Wir befinden uns in einer Art Lähmungszustand. So wird verhindert, dass die Bewegungen, die wir im Traum ausführen, wirklich stattfinden. Die Augenbewegung ist hierbei ausgenommen, denn sie wird durch spezielle Nervenfasern gesteuert, die nicht von der Lähmung erfasst werden.
Die erste REM-Phase eines Schlafzyklus dauert nur etwa 10 Minuten an. Die zweite REM-Phase ist doppelt so lang. Gegen Morgen haben die Traumphasen Längen von rund einer Stunde. Manche Langschläfer träumen sogar bis zu zwei Stunden am Stück. Bei einer Schlafdauer von 7 Stunden liegt die Hälfte der Traumphasen in den letzten beiden Schlafstunden.
Die Zeitspanne von im Traum ausgeführten Handlungen entspricht ungefähr der tatsächlich vergangenen Zeit. Erstreckt sich eine Traumhandlung über mehrere Jahre, setzen die Träumenden „Schnitttechniken“ wie im Film ein.
Das menschliche Gehirn ist wesentlich leistungsfähiger als das Bewusstsein. Tausende von internen Prozessen laufen innerhalb einer Millionstel Sekunde ab, doch selbst bei den einfachsten Entscheidung benötigen wir mindestens eine halbe Sekunde Zeit. Dies trifft auf Traum und Wirklichkeit gleichermaßen zu.

Die sogenannte Schlafparalyse dient nun dazu, dass der Körper nicht auf die Traumbilder reagiert. Ansonsten wären Fluchreaktionen im Falle von Verfolgungsträumen angesagt. Diese Schlafparalyse ist nicht auf den Mensch beschränkt, auch Tiere kennen sie in ihrer Traumphase. Im Allgemeinen tritt die Schlafparalyse dann ein, wenn sich der Mensch im REM-Schlaf befindet, also jener Schlafphase, in welcher die Träume am intensivsten sind.

Doch manchmal kommt es vor, dass die Schlafparalyse verbleibt, während das Wachbewusstsein eintritt. Dieses stellt ein traumatisches Ereignis dar, man ist nicht fähig, sich zu bewegen, auch das Schreien um Hilfe ist unmöglich und manifestiert sich höchstens in glucksenden Lauten. Der Zustand kann zwischen einigen Sekunden und fünf Minuten andauern. Die Schlafparalyse kann übrigens durch eine einfache Berührung des Partners gelöst werden.

In dieser Phase panischer Angst erscheinen oftmals Traumbilder, zum Beispiel verstorbene Verwandte, oder auch merkwürdige Kreaturen. Das vermittelt Skeptikern den Eindruck, dass jeder UFO-Entführte vor dem Einschlafen Entführungsliteratur liest, die sich auf seine Träume auswirken. Die Aliens terrorisieren ihn also im REM-Schlaf und erscheinen schliesslich dem Gelähmten, der ihnen offensichtlich hilflos ausgeliefert ist. Häufig wird auch von einem Beben des Körpers berichtet, und einige wollen auch summende/brummende Geräusche vernommen haben, wie sie in UFO-Entführungen gleichermassen beschrieben werden.

Die Schlafparalyse ist auch ein Merkmal der OBE-Erfahrungen. Diese wird von einem Betroffenen in folgenden Phasen beschrieben (Quelle: http://astral.lichtnetz.eu.org/licht/abheb.htm):

Zuerst hört man Töne wie etwa Rauschen, Brummen etc.
Dann verschwinden die Töne und man sieht Bilder – das können abstrakte Bilder sein wie etwa Farbschlieren oder Mosaike oder konkrete Bilder wie Landschaften oder in Deinem Fall Masken.
Dann ist es vollkommen schwarz, still und ungemein friedlich. Es ist ein geradezu kosmischer, glücklicher Friede.
Als nächstes kommen Bewegungserlebnisse wie Schweben etc.

So wird eine Out of Body Experience beschrieben.

Dieser Schwebezustand scheint nun verwandt mit jenem zu sein, den wir von den Entführungen kennen. Dennoch gibt es einen deutlichen Unterschied. Denn in den OBE’s sind die Betroffenen in der Lage, ihren Körper von aussen zu sehen. Das geschieht zugegebenermassen auch in UFO-Entführungen, allerdings zumeist in fremdartigen Umgebungen wie dem berühmten „Operationssaal“. Auch tritt bei Entführungen der kosmische Friede nicht ein, es ist beängstigend. Ein Zustand eines solchen Friedens geschieht im „Operationssaal“ meistens durch Berührung eines Ausserirdischen. Es findet also eine Berührung statt – was eigentlich zur Lösung der Paralyse führen sollte – aber die Berührung wirkt lediglich beruhigend. Whitley Strieber beschreibt, dass er eines der grauen Wesen berühren sollte, das Wesen forderte ihn dazu auf. Die Haut fühlte sich irgendwie papierartig an. Er berührte es, mit seinen Händen – er bewegt seine Hände, er sah seine Hände – etwas, was uns nachdenklich stimmen sollte, denn die eigenen Hände im Traum zu sehen ist eine der grossen Künste, und ein Paralysierter bewegt seine Arme normalerweise nicht.

Daneben kommen auch wieder die gleichen Einwände zur Geltung, die auch für das FMS eingebracht werden müssen. So das nachweisbare körperliche Fernbleiben und die physikalischen Spuren. Auch das Aufwachen an anderen Orten widerspricht einer Schlafparalyse, denn diese verunmöglicht eigentlich Vorgänge wie Schlafwandeln. Auch kann sie nicht erklären, wieso gleich zwei Ehepartner und die Kinder gleichzeitig die selben Wesen sehen, und dass der Ehepartner versucht, den paralysierten Partner wachzurütteln, aber ohne Erfolg. Wie wir oben gelernt haben, reicht schon eine leichte Berührung aus, um den Zustand zu beenden. Und da die Paralyse höchstens fünf Minuten andauert, lässt sich damit auch das Missing Time Syndrom nicht schlüssig erklären.

Auch erklärt es nicht den Oz-Faktor. Denn die Schlafparalyse erfolgt als Fehlfunktion beim Aufwachen aus dem Tief- oder REM-Schlaf, hingegen wird der Oz-Faktor folgendermassen beschrieben: man wacht auf, ist bewegungsfähig, wird sich allerdings bewusst, dass etwas im Anzug ist, und schliesslich kommt es zur Paralyse und zum Beben. Dann beginnt der Entführungsvorgang.

Lässt sich die örtliche Verlagerung mit Schlafwandeln erklären? Gemäss der Schlafforschung tritt Schlafwandeln vorwiegend im ersten Drittel des Schlafes auf, also nicht während des Tief- oder REM-Schlafes. Aber beim Bedroom-Syndrom finden sich die Abductees erst einmal paralysiert im Bett vor, nachdem der Oz-Faktor eingetreten ist. Dieser Vorgang ist auch nicht auf eine Nachtzeit beschränkt, so beginnen derartige Ereignisse manchmal kurz nach dem zu Bett gehen, was sich mit Schlafparalyse kaum in Einklang bringen lässt.

Noch unwahrscheinlicher wird die Erklärung im Falle der Entführungen aus Autos oder auch am Tag. Sie beschränkt sich auf das Bedroom-Syndrom und ist auch dort nicht über jeden Zweifel erhaben. Häufig nämlich wachen die Leute an anderen Orten auf, oder liegen verkehrt herum im Bett. Das lässt sich mit Schlafparalyse nicht so einfach in Einklang bringen.

Die Grauzone

Wer ist näher mit dem Schimpansen verwandt? Gorilla oder Mensch? Eine lächerliche Frage, die wohl klar ist. Gorilla und Schimpanse sind Affen, wir sind Menschen. Aus dem Phänotyp wird automatisch auf eine Verwandschaft dieser und jener geschlossen. Wie sich aber jeder in einem Bericht über die Evolution der Primaten vergewissern kann, sind Schimpanse und Mensch näher miteinander verwandt, der Gorilla hat sich bedeutend früher abgezweigt.

Wenn also False Memory oder Schlafparalyse mit UFO-Entführungen in einen Topf geworfen werden, dann ist das genauso, wie wenn man Schimpansen und Gorilla wegen äusserlicher Ähnlichkeit gleichstellt. Aus der medizinischen Diagnostik sind verschiedene Symptome bekannt, die fehlinterpretiert werden können. Besonders deutlich ist dies im Falle einer Panikattacke, die beim Betroffenen sämtliche Symptome eines Herzinfarktes hervorruft, und selbst von praktizierenden Ärzten zumeist nicht erkannt wird. Erst das EKG gibt schliesslich Aufschluss – also eine tiefergehende Untersuchung.

Aus offensichtlichen Ähnlichkeiten auf gemeinsamen Ursprung verschiedener Arten oder Symptome zu schliessen, kann zu oberflächlichen Fehlinterpretationen führen. Allerdings muss auch zugestanden werden, dass ein Teil der Bedroom-Visitors möglicherweise auf die eine oder andere Weise erklärt werden kann. Doch wer nun sagt, dass er sämtliche Fälle somit entlarvt hat, beweist damit nur selbstgerechte Arroganz. Doch der Skeptiker macht es sich bequem und erklärt alle Entführungen, bei denen ganze Familien betroffen sind, als abgesprochenen Schwindel. Womit schliesslich Aussage gegen Unterstellung steht.

Doch wenn man ein Phänomen wirklich erklären will, dann muss die Theorie auch in der Lage sein, dies ohne Widersprüche zu tun. Keine Theorie vermag dies heute zu tun, weder die rein psychologische Interpretation noch die Annahme einer Entführung durch Ausserirdische. Denn zu materiellen, organischen Wesen passt nicht, dass sie durch Wände dringen. Andererseits kann auch der menschliche Körper nicht einfach so mit diesen Wänden durch die Wand gezogen werden. Handelt es sich um eine OBE? Vielleicht, doch nicht in jedem Fall. Einerseits sehen Entführte ihren Partner noch im Bett liegen, sich selber aber andererseits nicht mehr. Bei einer OBE blickt man üblicherweise auf seinen daliegenden Körper. Der Körper wird also durch die Wand gezerrt. Wie soll ein physischer Körper dazu in der Lage sein? Ist eine solche Technologie überhaupt vorstellbar?

Das Phänomen befindet sich also in einer Grauzone zwischen der psychischen und physischen Welt. Einige Aspekte sind materiell, andere sind spirituell. Der Übergang von Geist zu Materie oder von Materie zu Geist scheint in beide Richtungen offen zu sein. Auf jeden Fall betrifft das Phänomen den Betroffenen sowohl psychisch als auch physisch. Was er erfährt, ist einerseits subjektiv real, was im Falle einer Schlafparalyse oder eines FMS auch zutrifft, andererseits aber gibt es auch eine objektive Realität, wenn der Vorgang durch Zeugen beobachtet wird und physikalische Effekte eintreten.

Ist es überhaupt hilfreich, den Vorgang auf die eine oder andere Art erklären zu wollen? Wohl eher nicht, denn jedes Ereignis, sei es nun Abduction, OBE, False Memory Syndrom oder Schlafparalyse, ist ein subjektiv erlebtes Geschehen, dass auf persönlicher Ebene behandelt werden muss. Es steht ausser Frage, dass sämtliche ähnlich wirkenden Effekte ähnliche traumatisierende Effekte hervorrufen, die aber in jedem einzelnen Fall individuell untersucht werden müssen. Jeder Mensch hat eine eigene Geschichte, seine eigenen Träume, seine eigenen Interessen. Daher ist es wohl eher unwissenschaftlich, mit ein paar Behauptungen ein pauschales Urteil über sämtliche UFO-Entführungen abzugeben.


Autor: Hermann E. Bossi

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