Erlebnisbericht Kornkreise 2010 – Teil 3

Bericht und Photos: Bellatrix

Alton Barnes East Field Formation 1:

Diese Formation haben wir eher durch Zufall entdeckt. Da das „East Field“ von Alton Barnes in keiner mir zu dem Zeitpunkt verfügbaren Landkarte zu finden war, hatten wir keine Ahnung, wo genau es sich befand. Als wir uns aber auf der Straße von Avebury nach Alton Barnes befanden, bemerkten wir plötzlich auf der rechten Seite eine krasse Ansammlung von Autos und Menschen an der Basis eines nahegelegenen Hügels. Wir gingen nicht davon aus, dass all diese Menschen wegen eines Kornkreises hier waren, sondern dachten, dass es hinter dem Hügel wohl irgendeine Sehenswürdigkeit geben müsse: eine prähistorische Stätte oder das weiße Pferd von Alton Barnes. Dem Herdentrieb folgend suchten wir uns also ebenfalls einen Parkplatz (was gar nicht so einfach war) und folgten dem Menschenstrom auf den Hügel. Und siehe da – die waren tatsächlich alle wegen des Kornkreises hier 😀 Von der Flanke des Hügels hatte man einen wunderbaren Blick auf die große Formation im East Field. Das Lichtspiel von Sonne und Wolken sorgte dabei zusätzlich für eine bezaubernde Stimmung.

Auf einem der Bilder, die ich vom Hügel aus aufgenommen hatte, kann man auch zwei Objekte über der Formation sehen, die ich nicht als das übliche (Vögel, Flugzeug etc.) identifizieren kann:

Wie gesagt, hatten sich an der Flanke des Hügels zahlreiche Leute eingefunden, darunter auch einige, die dort übernachteten, um den Himmel zu beobachten. Es gab Zelte und Wohnwägen (darunter auch einige sehr fantasievoll dekorierte) – fast schon ein kleiner Kornkreis – Jahrmarkt 😛 Ich habe das Ganze in einem kleinen Video festgehalten. Man verzeihe mir aber die schlechte Qualität. Meine Kamera macht zwar klasse Bilder, aber zum filmen ist sie weniger geeignet und liefert leider auch Falschfarben. Aber besser als nix.

Als wir uns gerade wieder auf den Weg machen wollten, um den Kornkreis direkt zu besuchen, fuhr ein großer Bus mit dem Schriftzug “Avalon” an uns vorbei. Ich dachte noch bei mir: Der wird doch nicht all die Leute zu dem Kornkreis karren. Doch wie wir später feststellen mussten, war genau das der Fall. Wir konnten in der Nähe des Feldes parken und brauchten einige Zeit, bis wir die Formation und die richtige Traktorlinie gefunden hatten. Denn auch wenn die Formation vom Hügel aus schön zu sehen war, sah man vom Feldrand aus absolut gar nichts, das sie genau in einer Senke des Feldes lag. Schließlich wurden wir aber fündig und da sahen wir auch schon die Menschenkarawane vom Bus her richtig Kornkreis spazieren. Obwohl die Formation sehr groß war, wuselte es darin bald vor Menschen. Anscheinend hatten wir es da mit einer dieser Kornkreistouren zu tun. Und ich kann nur sagen: Schreck lass nach. Kein Wunder, dass man Kornkreisliebhaber allgemein für Freaks hält. Zuerst standen sie im Rudel herum, teilweise mit nach oben gestreckten Händen und verklärtem Blick.

Dann wurden sie alle von der Anführerin des Rudels dazu angehalten, einen Kreis zu bilden. Die Anführerin hatte doch tatsächlich einen CD-Player dabei und ließ dann irgendwelche sphärischen Klänge durch den Kornkreis dudeln. Dann fing die ganze Gruppe an im Chor dreimal laut „Ommmmmmm“ zu rufen. Ich dachte, ich bin im falschen Film und musste mich zusammenreißen, um nicht laut los zu prusten.
Ich bin wirklich ein spiritueller Mensch, aber von diesen hirnlosen Möchtegern – Esoterikern halte ich überhaupt nichts. Ich frage mich, was da bei denen im Gehirn vor sich geht. Denken die tatsächlich, dass es irgendwas bringt, wenn man sich zwei Sekunden hinsetzt und dreimal Ommm plärrt? Absolut lächerlich und in einer solchen Kornkreisformation komplett deplaziert und ich möchte fast sagen „energieverschmutzend“.
Ich würde gerne wissen, was die Aliens sich denken, wenn sie da zusehen. Wahrscheinlich nehmen sie das alles auf, lachen sich dann abends bei ner Tüte Chips nen Ast über die dämliche Menschheit ab und kommen dabei zu dem Schluss, dass wir noch mindestens für die nächsten tausend Jahre ein hoffnungsloser Fall sind.

Nach dieser kurzen „Ommmm“ – Session zog „das organisierte Erbrechen“, wie mein Paps es nannte, zum Glück wieder ab und wir hatten den Kornkreis fast für uns alleine.

In diesem Zusammenhang muss ich auch meinen Respekt gegenüber den betroffenen Farmern zum Ausdruck bringen, die angesichts dieser Besucherhorden wirklich große Geduld aufbringen. Wenn ich dort Farmer wäre, würde ich nen Tobsuchtsanfall kriegen, wenn Horden verklärter Hippies in komischen Klamotten mein Feld zusammenlatschen und dabei auch noch ihren Abfall hinterlassen – von Bonbonpapier angefangen bis hin zu Hundescheiße. Und dann gibt´s noch die Leute, die wohl meinen, sie müssten irgendeinen Fetisch von sich in der Formation zurücklassen: irgendwelche beschriebenen Zettelchen bis hin zu abgeschnittenen Rastalocken und zerbrochenen Hühnereiern.

Aber zurück zur eigentlichen Formation: Auch diese beeindruckte wieder durch ihre Größe und Präzision. Besonders faszinierend fand ich die Legetechnik. Auch hier war der „fließende“ Effekt wieder dominant, enthielt aber noch zusätzlich eine Art Wellenmuster.

Die Kette aus verschieden großen Kreisen, von riesengroß bis ganz klein, war ebenfalls sehr schön anzusehen.

Auch von der Formation selbst habe ich ein kleines Video aufgenommen. Entschuldigt auch hier wieder die Falschfarben. Aber mein Paps hat jede Formation mit ner vernünftigen Videokamera aufgenommen. Wenn das Schneiden und Umformatieren klappt, werde ich diese Filme später noch online stellen.

 

Alton Barnes East Field Formation 2:

Unweit der ersten Formation von Alton Barnes befindet sich ein weiterer Kornkreis im Nachbarfeld. Es handelt sich dabei um eine schöne Formation mit im Halbkreis angeordneten, symbolähnlichen Mustern, die evtl. eine Art Schrift darstellen könnten. Sie ist so gelegen, dass man sie nicht direkt von oben einsehen kann, auch nicht vom Hügel aus.

In dieser Formation verbrachten wir leider nicht so viel Zeit, da die Horde von Yogifliegern schon wieder im Anmarsch war und ich mir die nächste Kontaktaufnahme mit dem fliegenden Spaghettimonster ersparen wollte. Aber die Zeit reichte dennoch aus, um sich gründlich umzusehen. Die Symbole sind auch vom Boden aus deutlich erkennbar und in einem davon habe ich auch mal kurz Platz genommen 😛

Weitere Bilder der Formation:

Whitefield Formation:

Die Whitefield Formation war für mich der Höhepunkt meiner Kornkreisbesuche. Die Luftaufnahmen sind schon großartig genug, aber vom Boden aus ist die Formation wirklich atemberaubend. Dabei war sie alles andere als einfach zu finden. Nachdem wir 2 Stunden lang umhergeirrt waren, entschlossen wir uns, es für diesen Tag aufzugeben und es am nächsten Morgen noch einmal zu versuchen. Nach einem eingehenden Studium der Landkarte, haben wir dann zumindest die richtige Zufahrtsstraße gefunden, die zu einem Reservoir führt und mit einem Gittertor verschlossen ist, das aber an diesem Morgen zum Glück offen war. Als wir Richtung Whitefield Hill wanderten und uns dem Gefühl nach schon neben dem richtigen Feld befinden mussten, hörten wir in der Ferne Rotorengeräusche, die sich näherten. Wir sahen einen Militärhubschrauber auf den Hügel zugfliegen. An sich war das mittlerweile nicht mehr so ungewöhnlich, da fast bei allen Formationen irgendwelche Militärhubschrauber in der Gegend rumschwirrten.
Diesmal jedoch hielt der Hubschrauber über dem Feld inne und begann dort zu kreisen. Mit Sherlock Holmes – verdächtiger Kombinationsgabe schlossen wir daraus, dass sich die Formation wohl an eben dieser Position befinden müsse und strebten wagemutig in das Feld hinaus. Einmal dort angekommen überkam uns dann aber doch ein etwas mulmiges Gefühl, denn weit und breit war außer uns kein Mensch zu sehen und dieser Hubschrauber kreiste immer tiefer über dem Feld, auf dem wir drei nun deutlich sichtbar herumstanden. Die Formation war vom Feldrand nicht zu erkennen, also irrten wir eine Weile umher, ohne fündig zu werden. Der kreisende Hubschrauber machte dabei keine Anstalten, mal Leine zu ziehen, und das laute Geratter war ziemlich entnervend. Irgendwann zog er dann doch ab und flog ein Stück abseits, wendete dann aber in der Luft, so dass die Nase Richtung Feld zeigte und blieb dann bewegungslos am Himmel hängen, was irgendwie bedrohlich wirkte. Wir scherzten, dass sie uns jetzt wohl gleich abknallen würden. Nach einigen Minuten kam der Hubschrauber wieder zurück und fing erneut an, über dem Feld zu kreisen. Nach einigen weiteren Minuten zog er dann endlich endgültig ab. Wahrscheinlich haben die irgendwelche Bilder fürs Archiv gemacht :p

Mittlerweile hatte ich auch die richtige Traktorlinie gefunden und wir erreichten die Formation. Und sie hat uns buchstäblich umgehauen! Sie hatte unglaubliche Ausmaße und das Muster selbst war sehr präzise gelegt. Die tolle Aussicht auf dem Whitefield Hill hat dann noch das ihrige zu der Atmosphäre beigetragen.

Wenn die Sonne durch die Wolkenfelder brach, leuchtet die Formation in einem goldenen Schimmer:

Es war einfach wunderschön und eigentlich ohne Worte.

Damit komme ich zum Ende meines Kornkreisberichtes. Es war insgesamt eine tolle Erfahrung, die ich in nicht allzu ferner Zukunft sicher wiederholen werde 🙂

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