Verliebt in die Opferrolle oder „Der Verfolgungswahn der Menschheit“

Beitrag von: Bellatrix

Obwohl viele Menschen der Vorstellung, Außerirdische würden bereits die Erde besuchen, skeptisch gegenüber stehen, erfreuen sich die ETs einer großen Beliebtheit in den Unterhaltungsmedien. Spätestens seit Captain Kirk und Co reist man gerne durchs Weltall – zumindest in der Fantasie oder auf der Leinwand. Doch trotz der offensichtlichen Unendlichkeit des Universums mit all seinen Möglichkeiten, hält sich der Einfallsreichtum von Drehbuchautoren und Schriftstellern oft in Grenzen. Das Zusammentreffen mit außerirdischen Zivilisationen läuft immer nach demselben Schema ab: sie wollen der Menschheit an den Kragen und ziehen mit gezückten Laserkanonen durchs All. Am Ende gewinnen meistens die „Guten“, sprich die Menschheit, auch wenn das angesichts einer technisch überlegenen Rasse jeglicher Logik entbehrt. Es hat sich also im Laufe der Jahrhunderte nichts geändert. Früher haben sich Cowboy und Indianer im Wilden Westen gegenseitig die Schädel eingeschlagen. Heute ist das Universum das Schlachtfeld, auf dem die Kämpfe ausgetragen werden. Doch das Szenario ist dasselbe geblieben, auch wenn sich der Schauplatz und die Protagonisten verändert haben. Die Technologie schreitet mit großen Schritten voran, doch der menschliche Geist steckt immer noch in der Steinzeit fest und kann nicht mithalten. Frei nach dem EAV – Songtext: „Willommen im Neandertal, wo ich dir eine auf die Rübe knall, es sei denn, du bist in der Überzahl.“


Ich frage mich oft, wann der Mensch dieses Klischee endlich einmal ablegen wird. Filme wie „Independence Day“ und „The Arrival“ hängen mir langsam zum Hals raus. Doch mit „The Darkest Hour“ kommt bald wieder der nächste Alien – Invasion Schwachsinn in die Kinos. Der Mensch scheint irgendwie besessen von der Vorstellung zu sein, dass ihm irgendjemand an die Gurgel will, egal ob es sich dabei um jemanden aus den eigenen Reihen oder um Aliens handelt.

Und diese Vorstellung beschränkt sich nicht nur auf die Welt der Fantasie, sondern spiegelt sich ganz konkret auch in der Realität wider. So haben Wissenschaftler wie Stephen Hawking davor gewarnt, sich bei einer außerirdischen Zivilisation bemerkbar zu machen. Besser, so Hawking, man duckt sich und hält sich still, so dass sie nicht auf uns aufmerksam werden und uns anschließend von unserem Planeten pusten. Auch der genialste Wissenschaftler wird also immer noch von dem Instinkt eines Neandertalers beherrscht, der sich vor dem ihm physisch überlegenen Säbelzahntiger im hintersten Winkel seiner Höhle versteckt.

Und selbst Menschen, die sich für die Thematik der Ufologie interessieren und sich mit dem Gedanken auseinandersetzen, dass Außerirdische unseren Planeten bereits besuchen, scheinen teilweise geradewegs verzweifelt nach Anhaltspunkten zu suchen, die eine feindliche Absicht dieser Wesen nahelegt. Doch die ETs halten sich nicht ans Drehbuch. Bisher sind keine feindlichen Handlungen erfolgt und keine Laserkanonen zum Einsatz gekommen. Die Erde steht noch. Also sucht man eben nach anderen Erklärungsmodellen, welche das Verhalten der Aliens als feindselig zurechtbiegen.

Ein Anhaltspunkt ist schnell gefunden: das Entführungsphänomen, von dem anscheinend Millionen Menschen weltweit betroffen sind. Aliens kidnappen unschuldige Bürger des Nachts aus ihren Betten, schleppen sie auf ihr Raumschiff und führen Untersuchungen an ihnen durch. Na, wenn das nicht feindlich ist, dann weiß ich auch nicht, hört man den einen oder anderen Ufologen poltern. Die Sache hat nur einen Haken: Es ist zwar richtig, dass viele Betroffenen zu Beginn ihrer Erlebnisse eine traumatische Zeit durchmachen. Die scheint aber in erster Linie auf die Zerstörung ihres Weltbildes und ihrer vertrauten Alltagssituation zurückzuführen sein. Denn sobald es ihnen gelungen ist, ihre Erlebnisse in ihr Leben zu integrieren und ihre Sicht der Welt zu erweitern, scheinen sie sogar von diesen Ereignissen auf spiritueller Ebene zu profitieren. Mehr noch, einige faseln sogar von einer engen, seelischen Verbindung zu diesen Wesen. Wie kann das sein?

Ja, ganz klar, kommt es wie aus der Pistole geschossen, da kommt nur eins in Frage: Gehirnwäsche. Deshalb haben wir einem gewissen Dr. John Lash eine ganz geniale Version des außerirdischen Feindbildes zu verdanken. Nach seiner Theorie haben wir es mit parasitischen Außerirdischen zu tun, welche die menschliche Psyche infiltrieren und auf diese Weise nicht nur kontrollieren, wie wir die Wesen selbst wahrnehmen, sondern das Schicksal der gesamten Menschheit manipulieren, indem sie den freien Willen ausschalten. Und das machen sie nach Lash schon die letzten paar tausend Jahre. Geht´s noch etwas paranoider? Ich glaube kaum. Der Mensch scheint sich in einer solch destruktiven Vorstellung geradezu suhlen zu wollen. Unabhängig davon, wie unlogisch eine solche Verhaltensweise selbst aus menschlicher Sicht eigentlich wäre.

Ausgehend von der einfach gestrickten „ich gut, du böse“ – Mentalität: was würde denn ein aggressiver Alien mit einer überlegenen Technologie tun, der es auf einen Planeten oder seine Bewohner abgesehen hat ? Er würde einfach hinfliegen und die Bewohner dieses Planeten entweder gleich ins Jenseits befördern oder alle einsacken und versklaven. Wie lange würde eine solche Aktion wohl dauern? Eine Woche? Einen Monat? Ein Jahr? Mit Sicherheit würden sie nicht jahrhundertelang um den Planeten rumschleichen, seine Bewohner beobachten, mit einigen Kontakt aufnehmen und mit anderen nicht und unsere Psyche unbemerkt infiltrieren, um zu kontrollieren, ob wir zum Frühstück Rührei oder Omelette essen. Das macht keinen Sinn, egal wie seltsam die Gedankengänge eines Aliens auch sein mögen. Wenn ich in jemandem einen Feind sehe, murkse ich ihn entweder ab, versklave oder quäl ihn ein wenig, je nach Ausprägung der sadistischen Veranlagung. Aber ich hänge nicht Jahrhunderte in der Nähe des Planeten rum und manipuliere die Geschichte der Bewohner, ohne dass sie was davon mitkriegen.
Vielleicht sollte man es endlich einmal einsehen: Das beobachtete Verhalten dieser Wesen lässt sich nicht mit einer wie auch immer gearteten feindlichen Absicht konform bringen. Was ist so unwiderstehlich am Heraufbeschwören eines Feindbildes – noch dazu aus einer technologisch eindeutig unterlegenen Position heraus ? Es mutet manchmal fast so an, als würde man sich wünschen, sie wären feindlich gesinnt, weil man es so herbeiredet. Was ist so schwer daran, einmal positive Gedanken zuzulassen? Es macht doch mehr Sinn, erst einmal das Positive anzunehmen und sich mit dem Negativen erst dann auseinanderzusetzen, wenn man konkret damit konfrontiert wird. Das bedeutet nicht, dass man in das andere Extrem verfallen und ab sofort ET als unfehlbar betrachten soll. Doch genauso wenig macht es Sinn, sich mit angeschlagenem Maschinengewehr hinter Stacheldraht zu verbarrikadieren.

Wie Dr. Carol Rosin, ehemalige Beraterin für Weltraum und Raketenabwehr, bei einem Interview im Rahmen der Disclosure Project Pressekonferenz gesagt hat: „Sie sind keine Feinde. Ich weiß nicht, wie ich das anders erklären soll. Alle Leute sind noch da, die Welt auch.“
Vielleicht sollten wir damit anfangen, zu erkennen, dass wir nicht von einer von uns unabhängigen, außerirdischen Macht bedroht werden, sondern wir selbst und unsere Angst unsere größten Feinde sind. Trotz allem technologischen Fortschritt scheint die Menschheit auf geistiger Ebene immer noch in der Steinzeitmentalität des Fressen und gefressen Werdens festzustecken. Doch es wird Zeit, sich aus diesem Gedankenkarussell zu befreien und neue Perspektiven zuzulassen. Es wäre ein guter Ansatz, ein wenig Schattenarbeit zu betreiben. Der Mensch muss lernen, den Ursprung seiner Ängste, seines Misstrauens und seiner Unsicherheit in sich selbst zu suchen und dort zu bekämpfen, anstatt sie auf potentielle Feinde außerhalb von ihm zu projizieren. Nur wenn es gelingt, diese eigene innere Destruktivität zu überwinden, wird es möglich sein, diese auch aus der äußeren Welt zu verbannen und eine positive Vision der Zukunft zu verwirklichen.

Ein Gedanke zu „Verliebt in die Opferrolle oder „Der Verfolgungswahn der Menschheit““

  1. Nun ja, brutale Haudraufaliens wie in „Krieg der Welten“ oder „Independence Day“ scheint es in unserer galaktischen Nachbarschaft tatsächlich nicht zu geben.
    Und wenn es eines Tages zu einer Invasion kommt, sollte mensch sich fragen, ob das alles nicht nur inszeniert wird, da die bösen Terroristen als Feindbild ausgediehnt haben und es eine größere Nummer braucht, um die Weltregierung durchzusetzen. Eine echte „Invasion vom Mars“ oder sonstwo werden wir mit Sicherheit nicht fürchten müssen.

    Das Szenario der Infiltration hingegen ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Um eine Spezies wie uns zu versklaven taugt die Haudraufmethode nicht, da sie zwangsläufig zu Widerstand führen würde. Zwar würden wir den verlieren, aber tote Sklaven würden sich schnell als reichlich nutzlos erweisen.
    Es wäre also klüger, unsere Gesellschaft zu infiltrieren und uns darauf zu konditionieren, dass wir uns freiwillig in die Sklaverei begeben, ohne es überhaupt zu bemerken.

    Wenn ich mir den Kapitalimus und die NWO-Faschisten von Bilderberg bis Crowley und Co. ansehe, trifft diese schleichende Verklsavung in jedem Falle zu, ebenso die Etablierung eines orwellschen Überwachungsstaates. Die Frage ist nun, ob Aliens daran beteiligt sind oder nicht.

    In jedem Falle gibt es keine Außerirdischen, die diese Entwicklung verhindern und uns zu Hilfe eilen werden. Das ist ebenso sicher, wie keine kommen und unsere Großstädte einäschern werden.

    Wir sollten also durchaus nach Hinweisen suchen, ob die NWO-Elite mit Aliens paktiert. Immerhin haben sie von ihnen Technologie erhalten und man sollte beachten, dass es den Außerirdischen ein Leichtes gewesen wäre, gecrashte UFO’s selbst zu bergen, bevor sie einigen steinzeitlichen Barbaren in die Hände gefallen sind.
    Und warum beten die Eliten Luzifer, Baphomet usw. an? Sind das nur religiöse Spinnereien oder außerirdische/extradimensionale Wesen? Warum sollten Aliens nicht genauso intrigant und verdorben sein können, wie einige Menschen?

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