Das koboldartige Wesen

Beitrag von: stalker

Saskia von Essen ist manchen Lesern „grenzwissenschaftlicher“ Literatur vielleicht noch aus den Büchern von Johannes Fiebag ein Begriff. Neben den Fallberichten anderer Betroffener sind in den neunziger Jahren auch einige ihrer Erlebnisse in schriftlicher Form veröffentlicht worden. Johannes Fiebag regte im Laufe seiner Arbeit ein Austauschprojekt an und legte den Grundstein für eine kleine Zeitschrift, die sich aus den Beiträgen von Betroffenen zusammensetzte und hauptsächlich auch nur in diesem kleinen Rahmen herausgegeben wurde. Nach einer Weile übernahm Saskia die Arbeit an dieser Zeitschrift und kam mit den Jahren mit vielen Betroffenen in Kontakt. Nach Johannes Fiebags Tod wurde es jedoch sehr ruhig um die deutsche Entführungsszene, und wie wir später von mehreren Seiten erfuhren, schien in der älteren Generation auch so etwas wie ein Aktivitätsstop stattgefunden zu haben – es ereigneten sich kaum noch Entführungen. Einige Leute waren sogar sehr überrascht darüber, nach all der Zeit darüber in Kenntnis gesetzt zu werden, dass im deutschsprachigen Raum gegenwärtig immer noch Entführungsfälle stattfinden. Es war so fühlbar „ruhig“ geworden, dass die Fiebag-Generation das Thema fast wieder aus den Augen verloren hatte. Ich habe zuvor noch nie von solch einer Entwicklung gehört und frage mich, ob dahinter etwas Besonderes stecken mag, das auf irgendeine Weise mit dem Entführungsphänomen verbunden ist.

Ich stieß rein zufällig auf Saskia und schrieb ihr eine vorsichtige Mail, um etwas mehr über ihre Person und die Entführtenszene der damaligen Zeit zu erfahren. Dabei lernte ich eine sympathische und aufrichtige Frau kennen, die trotz all ihrer Erfahrungen immer tief mit der Realität verwurzelt geblieben ist. Die Entführungsthematik spielen bei ihr im Moment nur eine sehr untergeordnete Rolle, da sie genug andere Dinge in ihrem Alltag zu bewältigen hat. Ich bat Saskia, eines ihrer Erlebnisse an dieser Stelle veröffentlichen zu dürfen, und sie stimmte bereitwillig zu. Das Erlebnis fand Anfang der neunziger Jahre statt.

„Mein Sohn hatte es sich wieder einmal neben meinem Bett gemütlich gemacht und schlief schon, als ich das Licht löschte. Ich lag auf der linken Seite und schaute aus dem Fenster, als ich plötzlich spürte, wie sich etwas unter meine Bettdecke tastete und langsam an meiner rechten Hüfte hinaufrutschte. Auch meine rechte Hand lag auf meiner Hüfte, so lauerte ich auf das, was weiter geschehen sollte. Als dieses „Etwas“ sich dicht an meiner Hand befand, packte ich zu. Hatte ich bis jetzt noch geglaubt, es sei die kleine Hand meines Sohnes, die meine unter der Bettdecke suchte, mußte ich nun feststellen, dass es etwas ganz Anderes war. Es fühlte sich an wie eine sehr dünne Hand mit drei oder vier langen Fingern, die ich so fest drückte, daß sie sich übereinanderschoben. Einen Moment konnte ich sie festhalten, dann wurde diese „Hand“ mit einem Ruck aus meiner gerissen. Ich warf mich im Bett herum, sah eine kleine Gestalt, die beinahe über meinen am Boden schlafenden Sohn gestolpert wäre, sich aber wieder fing und überraschenderweise neben oder hinter meinem Wäscheschrank zu verschwinden schien. Details dieses Wesens konnte ich nicht erkennen, nur eine Art Schatten oder Silhouette. Die Größe kann ich auf etwa 90 bis 100 cm schätzen.“

Diskussion

Dieses Erlebnis ist eine gute Veranschaulichung für das plötzliche Auftreten und Verschwinden der Alien-Wesen. Im Laufe der Zeit bin ich immer wieder mit scheinbar sinnlosen Begegnungen konfrontiert worden, die für einen äußeren „Betrachter“ aber eher nur deshalb sinnlos anmuten, weil sie keinen Entführungshintergrund erkennen lassen. Es ist für uns Menschen einfacher, ein Geschehen durch vertraute Schemata in Kategorien einzuordnen und wenigstens ein kleines Stück an Orientierung zu gewinnen, als über die Beweggründe der Fremden im Dunkeln zu bleiben. Ereignisse wie diese sind als Bedroom-Visitor-Erlebnisse in die Literatur eingegangen. Unter einem Bedroom-Visitor-Erlebnis verstehe ich das Eindringen bzw. Auftauchen eines unbekannten Wesens in die häusliche Umgebung des Betroffenen. Das Wort „bedroom“, also „Schlafzimmer“, weist auf den Umstand hin, dass eine solche Begegnung meistens nachts stattfindet, während der Betroffene in seinem Bett liegt. Doch der Begriff soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass Bedroom-Visitors schon überall in der häuslichen Umgebung und auch zu verschiedenen Tageszeiten beobachtet worden sind.

Es stellt sich jedoch ein Problem: Ein solches Eindringen kann mit einer anschließenden Entführung verbunden sein, muss es aber nicht. Dementsprechend ist ein Grey im Rahmen einer Entführungsprozedur zunächst immer ein Bedroom-Visitor, wenn er sich in die Wohnung des Betroffenen begibt, um ihn abzuholen und mit sich mitzunehmen. Ein Grey kann jedoch auch „einfach so“ auftauchen, eine kurze Untersuchung am Bett vornehmen – und danach wieder verschwinden, ganz ohne Entführung. Ein Betroffener kann jedoch nicht immer einschätzen, ob bei einem Bedroom-Visitor-Erlebnis eine Entführung mit im Spiel war, wenn seine Erinnerungen beeinträchtigt sind. Das ist das eigentliche Hauptproblem und wird wahrscheinlich nie richtig zufriedenstellend gelöst werden können.

Die Bedroom-Visitor-Definition impliziert, dass auch ganz andere Wesen als einfach nur Greys auftauchen können, die teilweise aber gar keine Entführung im Sinn haben. Und da dies eben geschieht – über die Gründe kann man nur spekulieren – und diese Wesen oftmals unterschiedliche Verhaltensweisen an den Tag legen, gehe ich unter anderem davon aus, dass wir es mit vielen verschiedenen Arten von Wesen zu tun haben, die über ähnliche Fähigkeiten, nicht aber über den gleichen Ursprung verfügen.

Ähnlich scheint es auch in Saskias Erlebnis der Fall gewesen zu sein. Sie hatte hauptsächlich Begegnungen mit den Grauen, aber darüber hinaus auch mit ganz anderen Wesensformen.
Das plötzliche Auftauchen der Wesen taucht immer wieder in den Fallberichten anderer Betroffener auf. Saskia war noch nicht eingeschlafen und spürte zunächst die Bewegung unter der Bettdecke, die von dem am Bett stehenden Wesen ausgelöst wurde. Sie hat das Eindringen des Wesens in die Wohnung nicht gehört und hat sonst auch keine verdächtigen Beobachtungen (wie z.B. eine Lichtveränderung in der Umgebung) gemacht. Zu beachten ist, dass die Alien-Wesen eigentlich immer auf ungewöhnlichen Wege in die Wohnung gelangen. Sie benutzen nicht etwa Fenster oder Türen, sondern tauchen meistens einfach geräuschlos im Raum auf bzw. sind plötzlich „da“. Mir fallen im Augenblick nur zwei deutsche Fälle ein, in denen während eines Alien-Besuches die verschlossene Haustüre (scheinbar mühelos) geöffnet wurde. Das Verschwinden der Alien-Wesen vollzieht sich auf ganz ähnliche Weise – falls es vom Betroffenen beobachtet werden kann. Die Alien-Wesen verlassen dabei meistens den Raum, in dem das Geschehen stattfand und verschwinden so aus dem Blickfeld des Betroffenen – und auch irgendwie aus der Wohnung. Manchmal laufen sie dabei durch die Zimmertüre, in anderen Fällen gehen sie scheinbar durch Wände oder „verblassen“, lösen sich buchstäblich in Luft auf. Saskias Erlebnis bildet hierbei keine Ausnahme. Nachdem sie die Hand des Wesens für kurze Zeit festgehalten hatte, flüchtete es in Richtung der gegenüberliegenden Wand. Dabei stolperte es fast über den am Boden liegenden Sohn und schien mehr wegzuhüpfen, als dass es lief. Es schien geradewegs hinter den an der Wand stehenden Wäscheschrank zu verschwinden. Kurios: Der Wäscheschrank stand höchstens 5 cm von der Wand entfernt und das Wesen hätte dort eigentlich keinen Platz finden können. Bedroom-Visitor-Erlebnisse sind jedoch voll von diesen ungewöhnlichen Geschehnissen. Saskia hat dazu auch eine kleine Zeichnung angefertigt, die ich hier freundlicherweise veröffentlichen darf.

Bemerkenswert ist auch, dass Saskia nicht körperlich gelähmt oder einer mentalen Beeinträchtigung unterlegen war, wie wir es von den Entführungen her kennen (besonders die geistige Einflussnahme auf den Betroffenen bildet dabei ein immer wiederkehrendes Merkmal). Dies ist aber kein Widerspruch, da besonders bei Bedroom-Visitor-Erlebnissen, die nicht mit einer Entführung verbunden sind, oft weniger Kontrollmaßnahmen zum Einsatz kommen. In Saskias Fall wurde überhaupt keine Einflussnahme ausgeübt und sie blieb während des Ereignisses wach. Es ist unklar, warum dies geschah, da das Wesen sich so dem Risiko seiner Entdeckung ausgesetzt hat. War es von primitiver Natur oder hat es fälschlicherweise gedacht, dass Saskia schon schlafen würde? Zu beachten sind in diesem Falle auch einige Parallelen zu den Mythen und Überlieferungen früherer Zeiten, die immer wieder auch Bedroom-Visitor-Erlebnisse thematisieren. Saskia hatte auch von einer anderen Begegnung erzählt, die sie mit einem koboldartigen Wesen gehabt hatte, als sie an einem Morgen des Jahres 1995 aufgewacht war. Möglicherweise handelt es sich dabei um genau das gleiche Wesen. Saskia glaubt es im Laufe ihres Lebens schon insgesamt viermal wahrgenommen zu haben.

„Ich erwachte morgens, es war bereits hell, aber ich lag eine Weile mit geschlossenen Augen im Bett und genoß die Stille des Morgens. Irgendwann öffnete ich dann doch meine Augen und schaute zum Fußende meines Bettes. Komischerweise erschrak ich nicht einmal, als ich dort den Hals und den Kopf eines Rehs entdeckte. Ich dachte nur: „Ein Reh im Schlafzimmer, was für ein Blödsinn!“ Einen kleinen Schreck bekam ich erst, als mir die Absurdität der Situation klar wurde: „Das gibt es nicht. Das ist kein Reh, das ist etwas anderes“, schoß es mir durch den Kopf. Das vermeintliche Reh riß plötzlich die Augen auf, als hätte ich es furchtbar erschreckt, und löste sich dann in Luft auf. Mir war seltsamerweise schon beim ersten Hinsehen klar, daß ich niemals ein Reh in meinem Schlafzimmer haben konnte, und nachdem es nun verschwunden war, fiel mir auf, daß dieses „Etwas“ auch nur entfernte Ähnlichkeit mit einem Reh hatte. Es hatte kugelrunde große Knopfaugen und eher einen runden Kopf als einen länglichen, wie ein Reh. Aber das wurde mir erst bewußt, als es sich vor meinen Augen auflöste. Ich hatte keine Angst, war auch nicht entsetzt, hatte eher den Eindruck von einem kindlichen Wesen, das annahm, ich schliefe noch, und diese Gelegenheit genutzt hatte, mich ausgiebig zu beobachten. Ich glaube, es war viel erschrockener als ich.“

Die Verwandlung der äußeren Gestalt, wie sie hier beschrieben wird, kennen wir auch aus ein paar anderen Berichten. Wir sind eher zu der Ansicht gekommen, dass es sich dabei nicht um eine körperliche Fähigkeit, sondern um eine Form von geistiger Beeinflussung handelt, um ein Trugbild aufzubauen und verschiedene Dinge zu „tarnen“. Es gibt im Prinzip zwei Arten der Tarnung: Es werden Dinge verschleiert, die wirklich existieren, und / oder es werden zusätzliche Dinge erzeugt, um etwas vorzutäuschen oder zu verdeutlichen. Dieses Element findet man aber auch bei Gesprächen, die z.B. von Greys unter Telepathie durchgeführt werden. Es dient also nicht nur zum Täuschen, sondern erfüllt unterschiedliche Funktionen und wird dementsprechend auch unterschiedlich eingesetzt. Da diese Thematik sehr umfangreich ist, werden wir ihr einmal einen eigenen Artikel widmen.

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