Ascot Park Sichtung 1974

Ascot Park 1974 – Massensichtung mit Amnesie und OZ-Effekten

Ein riesiges, tieffliegendes Objekt und eine große Gruppe von Zeugen, die sich im Nachhinein nicht mehr daran erinnern – Das klingt zunächst hollywoodreif, doch auf den zweiten Blick wirft es die Frage auf, wie oft so etwas geschieht. Tatsächlich gibt es vergleichbare Fälle, in denen ein Objekt von mehreren Zeugen gesichtet wurde, und im Nachhinein ist es so, als wäre nie etwas geschehen. Die Umgebung verändert sich und diese Veränderungen färben auch auf das Bewusstsein der Beobachter ab – das ist während Entführungserfahrungen nicht anders. Selten kommen in einer Fallbeschreibung so viele dieser „OZ-Effekte“ zusammen wie im Falle der Ascot Park-Sichtung von 1974. Die Geschichte erschien 2016 in Ryan Spragues Buch: „Somewhere in the Skies“. 2020 schrieb Sprague ein Update darüber und vor kurzem hat der Zeuge Scott Santa seine Beschreibung in einem Blog veröffentlicht.

1974 befand sich Scott in seinem zweiten Collegejahr. Es war einer jener faulen Abende,  die er mit seinem Kumpel „Mike“ im Ascot Triple Drive-In Theatre (Ohio) verbringen wollte. Die August-Sommernacht war wie aus dem Bilderbuch:

„Es war keine einzige Wolke am Himmel – überall waren Sterne, Sterne, die so klar waren, dass sie so aussahen, als könnte man sogar nach ihnen greifen und sie berühren – eine echte Sternennacht!“

Das Kino war zwar nicht übermäßig voll, aber auch nicht allzu leer, eben so, wie es an einem durchschnittlichen Abend zu erwarten war. Wie üblich startete das Vorprogramm mit Cartoons, und während er Snacks und Erfrischungen holte, bemerkte Scott die lebhafte Kindermeute auf dem kleinen dazugehörigen Spielplatz. Noch gab es keinerlei Vorzeichen für das, was nur wenige Minuten später geschehen sollte, nicht einmal eine Vorahnung oder ein seltsames körperliches Gefühl. Scotts persönlichem Erlebnisbericht zufolge saß er zu diesem Zeitpunkt wieder im Auto und wartete gelangweilt auf den Filmbeginn.

„…dann, verärgert, wurde ich von dieser bizarren Bewegung am Rand der Leinwand abgelenkt, eine schleichende Bewegung, wo eigentlich keine Bewegung sein sollte (!)!

…Ich konnte gerade noch dieses scharfkantige „Etwas“ ausmachen, das sich der Filmleinwand von hinten und von oben her näherte… dann, einfach so! …EIN RIESIGES, und ich meine wirklich MONSTRÖSES… ein gewaltiges“ Objekt“ (!!!), Leser, löste sich aus meiner Wahrnehmung… ein bumerangartiges Chevronabzeichen-ähnliches …Ding… türmte sich im Blickfeld auf! Es erhob sich über das obere Ende und über den Bildschirm hinaus! Es stellte den Parkplatz in den Schatten! Es war, als ob es alles wäre, was das Auge sehen konnte, so weit das Augen sehen konnte!“

Scott wandte sich aufgeregt an seinen Kumpel – das war die einzige Form der Kommunikation, die sich je darüber entspann und zeugt von der seltsam veränderten Atmosphäre, die sich langsam über alles schob – das, was man als OZ-Effekt bezeichnet. Trotz seiner schieren Größe – laut Scott überragte es das Autokino im Durchmesser noch um 3-4 Fußballfelder – zeigte es unheimliche Eigenschaften:

„Seine Fortbewegungsgeschwindigkeit war eine ehrfurchtgebietende Trägheit; meiner Einschätzung nicht mehr als 10-15 Meilen per Stunde! Auch schien es eher luftschiffartig zu schweben anstatt zu fliegen.

Es hatte keine Lichter; da war überhaupt keine Beleuchtung! Tatsächlich konnte es überhaupt nur deswegen gesehen werden, weil das Objekt so kohlensackschwarz und unreflektierend war, dass es das leuchtende Sternenfeld am Himmel hinter ihm auslöschte. Es war, und zwar ganz und gar, Leser… still.“

Mittlerweile waren Scott und Mike ausgestiegen und viele andere hatten es ihnen gleichgetan. Wer das Objekt bis jetzt noch nicht bemerkt haben sollte, konnte es spätestens jetzt nicht mehr ignorieren:

„Als sich das Objekt weiter fortbewegte – noch nicht ganz über meinem Kopf, aber auf dem Weg dahin – gingen ALLE Lichter im Autokino aus, und das so plötzlich, als wären sie nur mit einem einzigen Schalter verbunden! Der Film stoppte, der Imbissstand wurde schwarz! Laufende Automotoren starben ab… Ich bemerkte, dass einige Leute versuchten, ihre Autos zu starten und wegzufahren. Ihre Autos waren ebenfalls tot. Alles was uns noch an Licht blieb, war das Sternenfeld, das jetzt sogar NOCH strahlender war!“

Trotz der Ereignisse brach keine Form von Massenpanik aus. Mike warf immer wieder einen Blick in die Menge um sie herum – Niemand schien wegzurennen, stattdessen hefteten sich alle Blicke weiterhin auf das Objekt:

„So schwer das zu erklären ist – Ich war mir über all das bewusst, was um mich herum geschah! Obgleich meine Erinnerung ist, dass ich nie wirklich meine Augen von dem Objekt abgewendet habe, niemals!

[…]

Ich konnte erkennen, dass einige von den Leuten völlig verängstigt waren, trotzdem waren alle wie in eine Starre versetzt, wenn der Leser es so will, in eine seltsame und ungewöhnliche Unbeweglichkeit! Hypnotisiert? Verzaubert? Verzückt?“

Im Buch verwendet Scott den Begriff des „Scannens“ um zu beschreiben, wie sich diese ungewöhnliche Ruhe über alle Beteiligten und scheinbar um alles um sie herum legte. Das Verhalten der Personen und ihre Fokussierung auf das Objekt wirkte wie der Ausdruck eines trancehaften Zustands. Es waren weder Schreie zu hören, noch schien überhaupt jemand miteinander zu sprechen – für Scott waren die Leute so starr wie Rehe im Scheinwerferlicht. Und als das Objekt sich direkt über die Menge bewegte, war eine Art Einflussfeld des Objekts zu spüren:

„Zu der Zeit, als es direkt über uns angekommen war, begann sich die Fremdartigkeit in verstörender Weise zu intensivieren! Ich konnte spüren, dass etwas mit meinen Wahrnehmungen nicht ganz richtig war! Die Luft begann sich dick und zähflüssig anzufühlen!

Ich konnte sogar sehen und fühlen, dass die Luft um uns herum dicht flimmerte, als ob sie… nun ja, ähnlich wie das, was man an einem heißen Sommertag zur Mitagszeitauf der Oberfläche einer eierkochenden Asphalt- oder Zementfläche sieht… aber ohne die Hitze, Leser, und in der Nacht – einfach die verschwommenen wogenden Verzerrungen davon. Es war überdies so, als verfüge die Luft über eine unnatürliche Masse und Dichte. Die Luft „fühlte“ sich wie Honig oder Sirup an!“

Scott bemerkte, dass Bewegungen an diesem Punkt irgendwie schwierig geworden waren. An einer anderen Stelle vergleicht er es mit dem Gefühl unter Wasser zu laufen.

„Ich erinnere mich, dass meine Ohren poppten, obwohl es sonst völlig still um uns herum war. Still wie in einer Gruft! Ich glaube, ich hätte Mike hören können, wenn er gesprochen hätte, aber wir konnten nichts anderes hören. Es war keine Taubheit; es war einfach so still.“

[…]

„Nebenbei bemerkt hatte ich das Gefühl, dass, wenn ich nach unten gegriffen und einen größeren Kieselstein aufgehoben hätte, dann hätte ich ihn nach oben werfen und dieses langsam schwebende Ding über uns treffen können. So nah erschien es! Ich war wieder von der völligen Stille um mich herum beeindruckt…“

In diesem Zusammenhang kommt Scott auf das Gefühl zu sprechen, dass die Zeit irgendwie nicht mehr richtig existent war und sich noch etwas anderes ereignet haben könnte:

„Seltsamerweise schien jeder die Hosen voll zu haben und einfach so umherstehend dieses Unheil verkündende und psychotische „Ding“ anzuschauen. Was das betrifft, es hat nie abgedreht oder die Richtung geändert und schwebte für etwas, das wie 10 Minuten lang schien, über dem Autokino. Jedoch bin ich mir über diese Zeitspanne nicht sicher. Die Zeit wurde „seltsam“. Die Zeit könnte sogar verloren gegangen sein, Leser! Ich sage verloren aus jetziger Sicht..“

Doch mit einem Mal brach der Bann und die OZ-Effekte verschwanden so abrupt und spurlos, als wäre nie etwas gewesen:

„Das Objekt bewegte sich vom Westen her und bewegte sich träge in östlicher Richtung weiter. Als es schließlich ein leerstehendes Grundstück überquert hatte und sich über einer weiten unbebauten Fläche hinter dem Autokino befand, hörte der OZ Effekt auf und verschwand einfach! …Ein weiterer Schalter wurde umgelegt!

Ich fühlte mich so, als wäre schlagartig ein Gewicht von mir genommen worden, die Luft wurde ganz plötzlich dünner und verlor ihr Flimmern, und die „normale Zeit“ kehrte zurück! Ich glaube das haben wir alle gefühlt!

…Erstaunlicherweise gingen ALLE Lichter wieder an! Jeder muss einen Sprung gemacht haben. Ich weiß, dass ich es getan habe! Der Cartoon begann und der Imbissstand wurde wieder hell, einige Autos sprangen an… einfach so, Leser! Irgendein besagter „Lichtschalter“ war wieder auf „an“ gestellt worden!“

Anders als die OZ-Effekte schien die mentale Beeinflussung, die mit der Nahsichtung einhergegangen war, weiterhin eine Wirkung aufrechtzuerhalten – mit erstaunlichen Folgen:

„Sobald ich es aus den Augen verloren hatte, stieg ich fast roboterhaft zurück in mein Auto, und dann vergaß ich diese ganze seltsame Angelegenheit einfach komplett! …Einfach… vergessen! Das, was ich soeben erlebt hatte, war einfach aus meinem Gedächtnis verschwunden… verschwunden wie die Farbe der Socken, die ich an diesem einem Tag im Jahr 1962 getragen hatte!

„Mike“ und ich sprachen nicht miteinander darüber… niemals! Wir schauten einfach diesen Film weiter, als ob nichts passiert wäre. Anscheinend machten das auch alle anderen im Kino. Zumindest ist das meine Erinnerung.“

Es klingt wie das klassische Szenario eines Missing Time-Vorfalls – Die Erinnerung verschwindet mit dem veränderten Bewusstseinszustand, in dem die Ereignisse erfolgt sind. Die Betroffenen kommen aus ihrer Trance, als wären sie mit ihren Gedanken einfach nur kurz abwesend gewesen. Sie machen einfach mit dem weiter, was sie zuvor gemacht haben. Scott erinnert sich daran, dass niemand aufgeregt herumgelaufen wäre und Fragen gestellt hätte. Jeder schaute einfach den Film und wusste nichts mehr von dem, was sich zuvor ereignet hatte. Selbst in der Schlange vor der Toilette, auf die Scott zwischendurch gehen musste, sprach  keiner miteinander. Im Nachhinein weiß Scott nicht mehr, was sich nach Ende des Films ereignet hat – diese Ereignisse und der Weg nach Hause liegen für ihn noch im Dunkeln.

Es stellt sich natürlich die Frage, warum Scott sich überhaupt an all das erinnern kann. Irgendwann ein paar Jahre später befand er sich in einem Buchladen, und sein Blick fiel auf das Cover von Edward Ruppelt’s: The Report On Unidentified Flying Objects. Das triggerte etwas und löste einen Flashback in ihm aus – die Erinnerungen fluteten in seinen Geist zurück und Scott war entsetzt darüber, wie er es nur hatte vergessen können. Das Ganze ist vielleicht schwer nachvollziehbar, und das wäre es wahrscheinlich auch für mich, wenn ich es selbst nicht schon einmal in Zusammenhang mit meinen Entführungen erlebt hätte.

In der Folge beschäftigte Scott sich ebenfalls mit UFOs und sammelte antiquarische Literatur zum Thema. Der Kontakt zu „Mike“ war mittlerweile lange verlorengegangen und die Suche nach ihm bislang erfolglos verlaufen. Das Erlebnis erzählte er nur seiner Frau und seinen Kindern. Er war sich bewusst darüber, dass er letztendlich keine Beweise für seine Geschichte vorlegen konnte und hielt es mit dem Motto: „I Know what I saw“. Trotzdem blieb die Hoffnung, irgendwie doch noch einen der Zeugen oder Beteiligten von damals ausfindig zu machen. So ergab sich der Kontakt mit Ryan Sprague, der bis heute anhält. Für Sprague ist Scott trotz der Unglaublichkeit seiner Geschichte ein ernstzunehmender, nachdenklicher Zeuge, der einfach nur Antworten finden möchte. Scotts Erzählung mag recht locker-flockig daherkommen, er hat jedoch einen ernsten Background – Nach dem College arbeitete er zwanzig Jahre lang als Funker und Kryptograph, darunter unter anderem an einigen klassifizierten Projekten.

Vielleicht würde es also irgendjemand anderen geben, der durch ein Bild oder eine Beschreibung zu den Geschehnissen des Jahres 1974 zurückkatapultiert werden könnte. Spragues Buch erschien 2016. Er stellte den Fall zudem auf Vorträgen vor. Nichts passierte. Drei Jahre kam endlich eine Reaktion – wenn auch aus einer ganz unerwarteten Richtung. Über Spragues Webseite war eine Zeugin namens „Cynthia“ auf ihn zugekommen. Sie hatte das Buch während eines Campingausflugs gelesen und dabei wäre es ihr fast aus der Hand gefallen.

Cynthia war in Summit County aufgewachsen – nicht allzu weit entfernt von dem Autokino. In einer Sommernacht stand sie zusammen mit ihrer Schwester im Hinterhof, als ein Objekt über sie hinwegzog. Das Aussehen glich exakt der Beschreibung von Scott, außer dass an beiden Enden des Objekts einige weiße Lichter angebracht waren, die wie Scheinwerfer nach unten zeigten und sich hin- und herbewegten, als würden sie etwas suchen. Es war sehr groß, kohlrabenschwarz und völlig still. Cynthias Schwester geriet in Panik und rannte zurück ins Haus. Später bestritt sie, das Objekt ebenfalls gesehen zu haben – entweder aus Angst oder weil sie sich wirklich nicht mehr erinnern konnte. Cynthia wusste zwar nicht das genaue Datum, doch das genaue Jahr, weil ihre Schwester damals ihren High School Abschluss machte – 1974.

Die Frage bleibt – Was ist in dieser Nacht geschehen, und wie oft geschieht so etwas? Der Ascot Park Fall ist ein beeindruckender Blick hinter die Kulissen. Als ein „Puzzlestück“ unter vielen anderen beleuchtet er, wie Missing Time-Vorfälle möglicherweise vonstatten gehen und auf welche Weise sie im bewussten Erleben der Zeugen unterdrückt werden können. Die Zeit wird zeigen, ob sich der ein oder andere Zeuge noch an die Vorfälle aus jener Nacht erinnert, oder ob sie für immer im Dunkeln bleiben werden.

„Dennoch habe ich den starken Verdacht, dass mir persönlich und vielleicht auch allen anderen im Kino „etwas anderes“ zugestoßen sein könnte! Ich weiß es nicht, ich kann mich an nichts in dieser Art erinnern, aber da ist dieses Bauchgefühl, das ständig an mir nagt, dass da etwas gewesen ist, irgendeine weitere Interaktion, etwas anderes das ich tun oder an das ich mich erinnern sollte… etwas…“

Quellen:

2 Gedanken zu „Ascot Park 1974 – Massensichtung mit Amnesie und OZ-Effekten“

  1. Vielen Dank, das wünsche ich dir auch! 🙂 Ich werde im nächsten Artikel gleich noch daran anknüpfen, weil ich es selber so interessant finde 😀

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