Unter den zahlreichen UFO-Dokumentationen gilt ‚Witness of Another World‘ (übersetzt: Zeuge einer anderen Welt) aus dem Jahr 2018 als ein kleines Juwel, das sich deutlich vom Mainstream abhebt.
Während viele Filme dieses Genres versuchen, nach wissenschaftlichen Beweisen für Außerirdische und UFOs zu suchen, schlägt der Filmemacher Alan Stivelman einen sehr sensiblen und empathischen Weg ein. Es geht weniger um „Aliens“ im klassischen Sinne, sondern vielmehr um das menschliche Bewusstsein, die Suche nach den eigenen Wurzeln und um die Zeit, die Entwicklung und Heilung bringt. Der Film ist visuell wunderschön, fast meditativ und ein wenig melancholisch. Er lässt sich Zeit, die weite Landschaft Argentiniens einzufangen, was Juans Pérez Einsamkeit nach seiner Alien-Begegnung unterstreicht.
Der Film ist normalerweise nur auf Streaming-Plattformen wie Amazon Prime Video erhältlich. Bei diesem YouTube-Video handelt es sich um eine autorisierte Veröffentlichung von Alan Stivelman. Daher ist sie leider nur auf Spanisch, doch unter „Einstellungen – Untertitel“ kann man die englischen Untertitel einstellen. Am Anfang gibt es eine kleine Bild- und Tonstörung, das Video beginnt ab 1:30.
Die Geschichte von Juan Pérez
Im Mittelpunkt steht Juan Pérez, ein einsamer Gaucho in Argentinien. Im Jahr 1978, als Juan 12 Jahre alt war, hatte er auf der Farm seiner Familie eine tiefgreifende Begegnung mit einem Objekt und dessen Insassen. Für Juan, der ein ganz einfaches, abgeschiedenes Leben führte und nicht viel von der Welt dort draußen wusste, war diese Erfahrung zutiefst traumatisierend. Er erlebte viel Spott und Anfeindung, so dass er sich jahrelang völlig von der Welt zurückzog.
Warum dieser Film anders ist
Der Film fragt nicht: „Waren das Schiff und die Wesen wirklich real?“, sondern: „Was macht so ein Erlebnis mit der Seele eines Menschen?“. Er zeigt Juan als jemanden, der unter der Last dieser Erinnerungen seit Jahrzehnten leidet. Mit der Produktion des Films beginnt für Juan eine ganz persönliche Aufarbeitungs- und Transformationsphase, so dass er sich schließlich wieder für seine Erfahrungen öffnet und mit ihnen abschließen kann.
Es gibt auch eine spirituelle, indigene Verbindung: Stivelman bringt Juan mit den Guarani-Ureinwohnern in Kontakt. Dort erfährt Juan eine völlig andere Sichtweise auf seine Begegnung: Während die moderne Gesellschaft ihn für „verrückt“ hielt, sehen die Ureinwohner ihn als jemanden, der eine Brücke zu einer anderen Realität geschlagen hat, wie einen Wissenden oder Schamanen. Das hilft ihm enorm bei seiner Heilung. Am Rande eines Interviews erfahren wir außerdem, dass Juans Mutter ebenfalls Erlebnisse hatte. Beide haben bis heute präkognitive Träume und Eingebungen, die sie auf ihre Begegnungen zurückführen.
Der bekannte Forscher und Autor Dr. Jacques Vallée spielt in dem Film ebenfalls eine zentrale Rolle. Er hatte Juan bereits kurz nach dem Vorfall 1978 interviewt und kehrt für den Film zurück, um Juan wieder zu treffen. Interessant ist dabei auch, dass es in demselben Zeitraum zwei weitere Zeugen in der näheren Umgebung gab, die Juans Erfahrung untermauern.