Aus den Randbereichen der Erfahrung: Eine Perle

Aus den Randbereichen der Erfahrung: Eine Perle

mit Christopher Lydon, John E. Mack, M.D., und Gästen

Dieses Gespräch ist ein Auszug aus The Connection, einer von Christopher Lydon moderierten Radiosendung, die am 29. Februar 1996 auf WBUR 90.9 FM, Boston ausgestrahlt wurde. Die Anruferin war ein unerwartetes Highlight der Sendung und wir sind dankbar für die Möglichkeit, ihre Geschichte hier präsentieren zu dürfen.

CHRIS LYDON (MODERATOR): Leute sagen, sie seien von Außerirdischen entführt worden. Sie sagen, kleine graue Wesen mit riesigen flüssig-schwarzen Augen haben sie entführt und in einigen Fällen für fortpflanzungsbezogene Untersuchungen missbraucht. Unter den Menschen, die mit der sogenannten „Experiencer Community“ arbeiten und glauben, dass ihre Behauptungen ernst genommen werden sollten, ist der Harvard Psychiater John Mack. … Wir haben Dr. Mack eingeladen, um über seine Arbeit zu sprechen. Wir wollten ihm die Möglichkeit geben, auf die Kritik zu antworten. Wir wollten auch Ihnen, den Zuhörern von Connection, die Chance gewähren, ihn in dieser Stunde anrufen. Glauben Sie, dass diese Außerirdischen real sind? Glauben Sie, dass die ganze Idee Unsinn ist? Glauben Sie, dass eine nuancierte, geheimnisvollere Realität existieren könnte, irgendwo zwischen offensichtlicher physikalischer Wahrheit und Unsinn? Glauben Sie an John Macks akademische Freiheit, diese Fragen zu erforschen? Rufen Sie uns an… [Name] ruft aus [Ort] an.

Das Gespräch anhören (mp3):

ANRUFERIN: Hallo, ich bin eine vierzigjährige Frau und als ich dreizehn Jahre alt war, hatte ich eine Erfahrung, die ich als Entführung betrachte, und habe sie jahrelang verdrängt, obwohl es eine der stärksten Erfahrungen meines Lebens war. Aber als ich älter wurde und ich die Berichte anderer Menschen über Entführungen las, habe ich eine Gemeinsamkeit in meiner Erfahrung gefühlt. Der Punkt, auf den ich aufmerksam machen möchte, ist, wenn Leute oder Wesen von einem anderen Planeten oder einer anderen Dimension in Kontakt mit uns treten wollten, würden sie sich Menschen aussuchen, die anfällig sind, Menschen, die frei denken, Menschen, [die] vielleicht anders denken als Menschen, die einen sehr rationalen Verstand haben. Jemand von einem anderen Ort würde nicht in der Lage sein, jemanden wirklich zu erreichen, der einen sehr rationalen Verstand hat.

CHRIS LYDON: Aber woher sollen sie das denn wissen, Anruferin? Woher sollen sie wissen, dass sie Freidenker auswählen?

ANRUFERIN: Oh, diese Wesen wissen ALLES. Ich meine, ich weiß das!

CHRIS LYDON: Das ist ein ziemlicher Sprung. Anruferin, was war Ihre eigene Entführungserfahrung, können Sie sie beschreiben?

ANRUFERIN: Oh, ja. Sie war sehr kraftvoll. Ich saß zwischen zwei Freunden im gleichen Alter, wir saßen an einer Strandmauer, ich schaute in den Himmel und sah ein Flugzeug. Ich hörte einen lauten Piepton und verlor mein Bewusstsein. Und meine Freunde sagten mir später, dass meine Augen die ganze Zeit über offen waren. Ähm, ich, sie waren… Ich habe keine Wesen gesehen, aber ich war mir ihrer Anwesenheit sehr bewusst. Vielleicht ein männliches Wesen. Es wurde telepathisch mit mir kommuniziert, und die wichtigste Sache, die passierte, ist – und das ist, es ist so, als würde ich einen Traum beschreiben, es macht keinen Sinn – sie nahmen eine Perle und steckten sie in meinen Kopf! Und ich konnte sehen, wie sie in mir nach unten bis zum Grund fiel, dem Grund meines Seins. Und, ähm, ich spreche nicht mit vielen Leuten darüber, ich kann nicht fassen, dass ich im Radio anrufe, um Ihnen davon zu erzählen, aber es ist sehr aufregend… Vielleicht werde ich es nie verstehen. Eine andere Sache, die ich Ihnen sagen wollte…

CHRIS LYDON: Haben sie in der Stunde, bevor das passiert ist, Krieg der Welten-Comics gelesen?

ANRUFERIN: Nein (Lachen), nein.

CHRIS LYDON: John Mack, bitte kommentieren Sie das, und Anruferin, bleiben Sie am Apparat.

JOHN MACK: Kurz gesagt, nun, die Tatsache, dass es für die Menschen selbst keinen Sinn macht, das ist der Grund, weshalb es nicht richtig ist, diese Menschen „Gläubige“ zu nennen, weil sie sich oft isoliert damit fühlen. Ihr Fall ist in gewisser Hinsicht untypisch, denn oft, wenn Menschen diese Erfahrungen haben, werden zum Beispiel Kinder Zeuge davon, dass der Elternteil tatsächlich verschwunden ist. Mit anderen Worten, in manchen Situationen ist der physische Körper verschwunden, in anderen Situationen, wie im Fall der Anruferin, können andere Zeugen sehen, dass sie nicht physisch entfernt worden sind. Hier sehen wir wieder die grau abgestufte Bandbreite des Eindringens dieses Phänomens in unsere physische Welt. Zu Ihrer Anregung, dass sie Menschen auswählen, die anfällig sind – ich weiß nicht so recht. Wir haben keine konsistenten Persönlichkeitsmerkmale gefunden, und es ist sehr schwierig, herauszufinden, was sich in der Persönlichkeit manifestiert, nachdem diese Erfahrungen gemacht worden sind, im Gegensatz dazu, dass sie von Beginn an [vorhanden] sind, denn wenn diese [Erfahrungen] in früher Kindheit beginnen, haben sie ihr ganzes Leben damit gelebt. Aber ich denke, dass die Wahl der Menschen, die Kommunikation und das, was kommuniziert wird, ziemlich interessant ist. Zusätzlich zu dem traumatischen reproduktiven Aspekt findet dies im Kontext der Zerstörung der planetarischen Lebenssysteme statt, und diese Tatsache wird den Menschen in diesen Erfahrungen wieder und wieder und wieder telepathisch kommuniziert.

CHRIS LYDON: Das ist etwas, über das ich mich immer gewundert habe. Sie sagen, dass eine der Grundbotschaften in all diesen Besuchen die Wahrnehmung ist, dass die Welt in ihrem gegenwärtigen Lauf den Planeten zerstört, ökologisch und anderweitig. Hierzu stellen sich eine Reihe von Fragen. Zunächst einmal bringt mich das zurück zu den biblischen Propheten, die sagen: „Das Ende ist…“, es ist eine weitere Erinnerung an: „Das Ende ist nahe.“ Es ist die universelle Warnung Gottes an Israel oder an die Welt, eine gute Figur abzugeben, oder ‚Ich werde euch wieder wegpusten‘.

JOHN MACK: Chris, die Analogie zu den prophetischen Traditionen ist nicht unbedingt falsch, sie bedeutet nur, dass wir möglicherweise überdenken müssen, wie sich prophetische Dinge in dieser Zeit und in dieser Kultur zeigen würden.

CHRIS LYDON: Auf jeden Fall, auf jeden Fall.

JOHN MACK: Da wir nur die materielle Welt kennen, muss es vielleicht erst materiell in Erscheinung treten, damit wir ihm überhaupt Aufmerksamkeit entgegenbringen.

CHRIS LYDON: Ok, das ist eine Frage, aber ich möchte sie nur mit der anderen Frage verbinden, die ich John Mack immer stellen möchte, nämlich: Was wäre, wenn die Botschaft aus dem Weltall etwas wäre, das Ihnen zutiefst missfiele. Wie z.B. „Bombardiert sofort die Kommunisten, bevor es zu spät ist“, oder…

CALLER: Kann ich etwas dazu sagen…

JOHN MACK: Sehen Sie, mir gefällt die Botschaft nicht – Verzeihen Sie, Anruferin, Sie kommen gleich danach dran – ich mag die Botschaft nicht, die wir im Augenblick erhalten, nämlich, dass die menschliche Spezies, wie wir sie kannten, gescheitert ist, dass der Planet unter eine Art von Zwangsverwaltung gestellt werden muss, weil wir außer Kontrolle geraten sind, wir ein Geschwür auf dieser Erde sind, wir Dinge zerstören, das ganze politische Spiel aus ist, ich meine, mir gefällt diese Botschaft überhaupt nicht, es ist eine beängstigende Botschaft.

CHRIS LYDON: Natürlich gefällt sie Ihnen. Nein, es ist eine beängstigende Botschaft, aber es ist die älteste Botschaft des jüdisch-christlichen Denkens, die in etwa besagt: „Reißt euch zusammen, ihr seid die Kinder Gottes und ihr vermasselt es.“ Deshalb ist es wieder wie beim Turmbau zu Babel und ich werde euch überfluten.

JOHN MACK: Anruferin, was denken Sie?

ANRUFERIN: Ich denke, die Botschaft, die ich erhalten habe, als ich zwölf oder dreizehn Jahre alt war, war – Ich war sehr nervös und auch aufgeregt, und ich fühlte mich völlig sicher – sie sagten mir, dass sie bereits zuvor mit mir in Kontakt gewesen sind, sie werden zu meiner Lebzeit wieder mit mir in Kontakt treten, ich fühlte mich sehr mit ihnen verbunden… ich meine, ich betrachte sie nicht einmal als außerirdische Wesen, sie sind mehr wie weise Wesen, und die Botschaft, die ich laut und deutlich erhielt, ist: „Es gibt sehr viel mehr, als das Auge sehen kann.“ Verdammt viel mehr.

CHRIS LYDON: Anruferin, das ist gut!

ANRUFERIN: Ok, super. Ich bin sehr froh, dass ich angerufen habe! Es fühlt sich großartig an, das in der Öffentlichkeit zum Ausdruck zu bringen. Ich danke Ihnen.

CHRIS LYDON: Herzlichen Dank.

 

Christopher Lydon ist seit über 30 Jahren eine charakteristische Stimme im Print-, Fernseh- und Radiojournalismus. Als nationaler politischer Korrespondent für die New York Times berichtete er in den 1970er Jahren über die Präsidentschaftskampagnen von McGovern, Humphrey, Reagan und Carter. Fast 15 Jahre lang war er Gastgeber der „The Ten O’Clock News“ auf dem öffentlichen Fernsehsender WGBH in Boston. Im Jahr 1994 eröffnete er zusammen mit der Produzentin Mary McGrath „The Connection“ auf WBUR, dem öffentlichen Radio in Boston. Weithin als bester Talk auf Sendung bezeichnet, wurde „The Connection“ von National Public Radio und mehr als 75 öffentlichen Sendern im ganzen Land übertragen. Er und das ursprüngliche „The Connection“-Team entwickeln derzeit ein neues Programm für eine Syndizierung und senden weiterhin online über ihre unabhängige Website, www.RadioOpenSource.org.

John E. Mack, M.D., ist ein mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneter Autor und Professor für Psychiatrie an der Harvard Medical School. Dr. Mack ist Begründer des Center for Psychology & Social Change. Er ist Autor oder Co-Autor von zehn Büchern, darunter A Prince of Our Disorder, eine mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Biographie von T.E. Lawrence (Lawrence von Arabien), und zuletzt Passport to the Cosmos.

Übersetzung mit freundlicher Genehmigung des John E. Mack Instituts. Das Original ist hier zu finden:

http://johnemackinstitute.org/1996/02/from-the-edge-of-experience-a-pearl/

Ein Gedanke zu „Aus den Randbereichen der Erfahrung: Eine Perle“

  1. Ich mag den Moderator Chris Lydon überhaupt nicht. Ständig fällt er der Anruferin mit dummen Kommentaren wie „Krieg der Welten“ ins Wort. Nein, die Grey führen keinen Krieg gegen uns, das hätten wir andernfalls längst gemerkt! Der will alles nur lächerlich machen und kommt dann mit religiösen Gleichnissen, weil er selbst nichts begreift, was über den Inhalt der Bibel hinaus geht. Und nicht mal den begreift er wirklich.

    Der mit Abstand dümmste Kommentar ist jedoch, die Aliens könnten von uns verlangen, die Kommunisten zu bombardieren. Warum sollten sie das tun? Mal davon abgesehen, dass Bomben nicht den Planeten retten, hält er die Grey etwa für Kapitalisten? Wenn sie das wären, hätten sie sich längst selbst ausgelöscht, bevor sie die interstellare bzw. interdimensionale Raumfahrt entwickeln. Was für ein Kleingeist!

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