William Konkoleskys Kindheitserlebnisse (2/2) – Beziehungsaufbau

„Experiencer: Raised In Two Worlds“ beschäftigt sich neben Konkoleskys Kindheits- und Jugenderfahrungen auch mit seinen stärker werdenden Ängsten und den darauf folgenden Reaktionen der Alien-Wesen. Mit zunehmenden Alter dämmerte es William immer mehr, dass seine Erfahrungen nicht zur normalen Alltagswelt eines jeden Menschen gehörten. Die verspielten Kindheitsbegegnungen nahmen durch die körperlichen Untersuchungen zudem einen ernsteren Unterton an – selbst die Wesen verhielten sich ernsthafter. Dennoch hatten sie ihre Strategien, um William zu einer Kooperation zu bewegen. Und sie streckten auf ungewöhnliche Weise ihre Hand nach William aus, um eine Form von Beziehung zu ihm aufzubauen und ihn über seine Ängste hinauszuführen.

Die Farbe Blau

Die Zeichnung auf Konkoleskys Buch-Cover bezieht sich auf das Erlebnis im Alter von sieben Jahren, welches der ungewöhnlichen Nebelerscheinung in seinem Hinterhof voranging (siehe Teil 1). Das große Grey-Wesen versuchte dabei zu erreichen, dass er auf einem zahnarztähnlichen Stuhl Platz nahm. Danach kam es mit seinem Gesicht ganz nah heran und fixierte seine Augen. Der Grey teilte ihm mit, dass er es bis jetzt sehr gut gemacht hätte (bzw. kann man es in dem Fall auch mit „Du warst sehr brav“ übersetzen), und wenn William weiter brav wäre, dann würde er die Farbe Blau sehen. Verständlicherweise konnte er mit dieser Aussage überhaupt nichts anfangen. Während der Grey ihn durch seine Augen ablenkte, verspürte William einen Schmerz am Oberarm und sah einen Schnitt, der fast sofort zu heilen begann – und genauso schnell klangen die Schmerzen ab. Der Grey zeigte sich zufrieden. Sein Gesicht war jetzt so dicht an Williams Gesicht, dass sie sich beinahe berührten, und seine schwarzen Augen verwandelten sich in ein leuchtendes himmelblau, als würden sie von innen erhellt werden. William verlor sich völlig in dem Blau und erfuhr dabei verschiedene Emotionen – von Glücksgefühlen bis hin zu Ruhe und Frieden. Danach verlor er das Bewusstsein (Konkolesky, S. 34 f).

Konkolesky war an der sehr empfehlenswerten Doku Abduction Diaries beteiligt – allerdings unter dem Pseudonym „Bill Chaff“. Das Erlebnis wurde darin ebenfalls thematisiert und visuell dargestellt:

Es stellt sich die Frage, ob es sich bei den blauen Augen um eine natürliche Eigenschaft oder um eine Vorspiegelung der Wesen handelt. Bei der Abductee Lynette tritt ein Wesen auf, das neonblaue Augen hat und sich als ihr Sohn offenbart, d.h. er ist durch das Zutun der Aliens entstanden (Lynette hat mehrere solcher verlorener Schwangerschaften gehabt):

„Ich traf ein sehr hell-weißes, silberfarbiges Wesen, das helle blaue Augen hatte, und mir sagte: „Ich bin deins. Ich bin das erste Baby. Ich bin deins.“

Da die Augen des Greys von Anfang an blau sind, scheint es sich in diesem Fall um ein natürliches Merkmal zu handeln.

Das Gottesanbeter-Wesen

In der Pubertät verstärkten sich Williams Ängste so sehr, dass er sich zu drastischeren Maßnahmen entschloss:

„In meiner Teenagerzeit hatte ich buchstäblich einen Hindernisparcours voll Krempel in meinem Zimmer aufgebaut, so dass jemand, der reinkommen würde, um mich mitzunehmen damit fertig werden musste, aber es funktionierte nicht wirklich. Sie kamen immer noch, und sie nahmen mich immer noch mit.“

[…]

„Ich stellte sicher, dass das Fenster, die Vorhänge geschlossen waren, so dass niemand den Raum einsehen konnte, ich spielte Schlagzeug auf der High School und daher hatte ich einen Snare-Drumstick, und den Drumstick hatte ich sozusagen zwischen der Kommode und der Tür eingekeilt, so dass man die Tür nur etwa so weit öffnen konnte und dann machte es ein knallendes Geräusch. Und ich hatte das Licht an, und ich hatte entweder den Fernseher oder das Radio eingeschaltet, und… Ja, aus Angst machte ich ziemlich viel.“

Zudem schlief William kaum noch – er wartete bis Sonnenaufgang und schlief die kurze Zeit, bis der Wecker klingelte. Gelegentlich nutzte er die nächtliche Zeit, um in den ruhigen Straßen spazieren zu gehen. Bei einem dieser Rundgänge sah er gegen drei Uhr morgens zwei kleine Gestalten am Spielplatz seiner ehemaligen Grundschule – sie hatten die Statur von fünfjährigen Kindern, standen fast bewegungslos da und starrten offensichtlich in seine Richtung. William machte schleunigst kehrt. Es war wie eine Art Botschaft, dass er den Wesen nicht entgehen konnte (Konkolesky, S. 55).

Gleichzeitig ängstigte sich William vor den abrupt eintretenden Schwingungen, die ihn gelegentlich förmlich überfielen und mit einer körperlichen Lähmung verbunden waren. Als Abductee mit außerkörperlichen Erfahrungen kann ich gut nachvollziehen, dass sich die dabei auftretenden Empfindungen ziemlich ähneln können und es erst einige Gewöhnung braucht, um bei ihrem Auftreten keinen Herzkasper zu bekommen. Aus Panik kämpfte William gegen den Schwingungszustand und die Paralyse an. Dabei entdeckte er intuitiv, dass es effektiv war, sich auf einen einzelnen Körperteil, wie z.B. die Finger zu konzentrieren. Seine Idee, einfach nur die Zunge rauszustrecken, erwies sich am Ende der größte Paralyse-Killer.

Williams Hindernis-Parcour und der zunehmend selbstschädigende Schlafentzug rief auf Seiten der Wesen offensichtlich großen Unmut hervor. Nicht lange vor seinem 17. Geburtstag kam es zu einer besonderen Begegnung, bei der er eine Standpauke erhielt. Sie begann damit, dass zwei Greys einfach durch die Wände des Zimmers marschierten und seine Hindernisstrecke der Lächerlichkeit preisgaben. Einige Details wurden später mit Hilfe von Hypnose erkundet. Im Verlauf der Erfahrung, die zunächst mit außerkörperlichen Erscheinungen begann, wurde William in einen Raum gebracht, in dem er sich auf einen beleuchteten Stuhl setzen musste. Neben den Greys befand sich ein großes Wesen darin, das von einer mächtigen Aura der Authorität umgeben war. Es ist die typische Beschreibung eines Gottesanbeter-Wesens – mit einer Größe von etwas über zwei Metern und in eine Robe gekleidet, die mit einem großen Kragen ausgestattet war. William verglich die ganze Situationen und die dabei auftretenden Gefühle mit einem Zwangsbesuch beim Schuldirektor.

Und genau so legte das Wesen telepathisch los. Es äußerte ihre Verärgerung und Enttäuschung darüber, dass William ihnen immer mehr Widerstand entgegenbrächte. Sie hätten große Hoffnungen in ihn gesetzt und wären enttäuscht davon, dass er kaum Fortschritte zeigte – dabei bezog sich das Gottesanbeter-Wesen auf ein „Programm“, mit dem William nichts anfangen konnte. William täte besser daran, mit ihnen mitzuarbeiten und das zu tun, was sie von ihm verlangen würden. So könnte er im Laufe der Zeit die Gründe hinter alldem erkennen und einen großen Nutzen aus seinen Erfahrungen ziehen (Konkolesky, S. 57 ff).

In „Abduction Diaries“ wurde auch dieser Vorfall umgesetzt:

William spricht in seinen Kommentaren von der mächtigen Ausstrahlung dieses Wesens. Mit seinem zusätzlichen stechenden Augen sorgte es dafür, dass er sich in seinem Stuhl wie ein kleines Häufchen Elend fühlte. Die Schuldirektor-Analogie ist also wirklich sehr treffend. William spekuliert, dass vielleicht nicht viele Abductees dieses Wesen zu sehen bekommen, weil es eine furchterregende Gestalt besitzt und durch seine kraftvolle Aura eine recht erdrückende Wirkung entfaltet. Schilderungen anderer Abductees bestätigen diese starke, aber irgendwie auch geistig-spirituelle Ausstrahlung. Viele sind aufgrund ihres Äußeren anfangs sehr verängstigt, doch im Gegensatz dazu erweisen sie sich häufig als zugänglich und mitfühlend, selbst wenn sie an den Prozeduren an Bord beteiligt sind. Möglicherweise hat William erfahren, wie ein Gottesanbeter drauf ist, wenn er sauer ist 😀

Der ganze Auftritt verfehlte zunächst sein Ziel – Williams Angst steigerte sich und er schlief immer weniger. Zu seinem 17. Geburtstag bekam William Whitley Striebers „Communion“ geschenkt, und damit begann sich die Sache zu ändern.

Angstbewältigung

Erst jetzt wurde William ausführlicher mit dem Entführungsphänomen an sich konfrontiert und lernte, dass es andere Leute wie ihn gab, die ganz ähnliche Dinge erlebt hatten. Trotzdem blieben seine Ängste bestehen. So viele Fragen waren offen. Im Nachfolgebuch „Transformation“ stolperte William über eine Stelle, an der Strieber über seine Erfahrungen mit telepathischen Botschaften schrieb. Als William darüber nachdachte und erleichtert glaubte, an dieser Stelle einen Unterschied erkannt zu haben, war da ein kraftvoller Gedanke in seinem Kopf – Lese das Buch fertig und wir werden dir beweisen, dass wir existieren (Konkolesky, S. 77).

Der Zwischenfalls ließ William zögern, das Buch zu Ende zu lesen, bis er einen Traum davon hatte, dass er es tatsächlich tat. Er nahm es als Zeichen, um sich endlich seiner Angst zu stellen und zu schauen, was danach passieren würde. Am Abend dieses Tages wurde er zusammen mit seinen Freunden Zeuge einer spektakulären Ufo-Lichtshow, bestehend aus einem blauen Licht, das sich über den Wagen bewegte, einem anschließend aufsteigenden weißen Lichtpunkt, der sekundenlang  in Zick-Zack Manövern über den Himmel jagte, und einem rotes Licht, das in seiner Größe anwuchs und zusammenfiel. Darüberhinaus hatte er nun Zeugen an seiner Seite (Konkolesky, S. 78 ff).

Nach anderen ähnlichen Begebenheiten fand William seinen Frieden ein paar Jahre später. Im Zuge seiner Rückführungssitzungen versuchte er mit der Therapeutin ein Experiment: Anstatt zu einem vorgegebenen Ereignis zurückzuspringen, sollte es eine offene Sitzung werden. William sollte sich dorthin bewegen, wo ihn sein Unterbewusstsein hinzog.

„Was passierte, war, dass ich jedes Mal, wenn sich etwas aus meinem Gedächtnis herauszuformen begann, fühlte, dass es blockiert wurde, so als ob jemand meine Erinnerungen absichtlich blockieren würde, damit sie nicht zurückkommen.“

Das abgedunkelte Zimmer wurde langsam heller:

„Also saß ich da und der Raum wurde heller und heller und heller, bis alles zu einem grellen Weiß wurde, einfach ein reines Weiß. Und ich fühlte mich leichter und leichter, je mehr sich die Lichtintensität verstärkte. Und dann fühlte es sich so an, als würden die Wände wegfallen und die Decke hob sich vom Haus, und ich schwebte einfach in diesem offenen weißen Raum. Und es war friedlich. Es war nicht nervenzerrüttend, es war einfach sehr sonderbar, und ich hatte das Gefühl, als würde ich mich nicht mehr länger in Zeit oder Raum befinden, das ist die beste Art, auf die man es beschreiben kann. Es war einfach so eigenartig. Und ich schwebte einfach dort und diese Stimme begann zu mir zu sprechen. Sie sagte: „Du konzentrierst dich immer nur auf die negativen Dinge.“ All diese Dinge, an die du zu denken versucht hast, die du erdenken und erinnern und in dein Gedächtnis zurückziehen wolltest – du gehst einfach direkt zum Negativen. Das Opfer-Material, sozusagen. Es war diese tiefe, volle, telepathische Stimme, die einfach durch mich hindurch rollte. Und sie sagte: „Du hast Angst, dass wir zurückkommen und dich wieder holen werden. Wir wissen das. Aber wir sind hier, um deine Zweifel auszuräumen, ob wir zurückkommen oder nicht. Denn wir sagen dir, wir werden zurückkommen – und wieder und wieder und wieder. Also musst du nicht ständig in Zweifel ziehen, ob wir zurückkommen oder nicht, denn wir werden es tun.“ Und ich denke: Ich verstehe, dass es der Überzeugung ist, dass es mir etwas sagt, von dem es denkt, dass es mich beruhigt, aber… das ist nicht wirklich eine beruhigende Botschaft. Und dann sagte es: „Und du fragst dich auch, wie dein Leben verlaufen wird.“ Und die Stimme sagte: „Wir können dein ganzes Leben von Anfang bis Ende sehen. Lass dir sagen: Es wird gut werden.“ Und in diesem Moment fühlte ich mich schwerer und schwerer und der Raum wurde dunkler und dunkler und dunkler. Und ich hatte das Gefühl, als würde mich jemand mit hoher Geschwindigkeit zurück in den Sessel werfen, knallen und plötzlich fühlte ich mich so, als würde ich über eintausend Pfund in diesem Stuhl wiegen, ich fühlte mich einfach so schwer.“

Die Therapeutin vertraute William hinterher an, dass sie die Verbindung zu ihm verloren hatte – sein Geist war völlig abwesend gewesen. Sie und ihr Mann hatten eine eigene Besuchergeschichte, die nie richtig geklärt wurde. William konnte zufällig ein Gespräch belauschen: Der bettlägerige Mann erklärte seiner Frau, er habe während der Sitzung die Greys bei sich im Zimmer gesehen. Kurz darauf starb er und die Therapeutin zog sich aus der Arbeit mit der Mufon zurück.

In den zwanziger Jahre verstärkte sich diese Entwicklung und das Interesse an Williams persönlicher Entwicklung wurde offenbarer. Die Alien-Wesen reagierten teilweise ganz konkret auf private Ereignisse und beabsichtigte Entscheidungen:

„Für mich ist es einfach faszinierend, zu denken, dass diese Entitäten ein aktives Interesse am Leben der Menschen haben, wen sie daten, wo sie leben, möglicherweise, wo sie arbeiten, den Menschen, die in ihre Leben eingebunden sind. Und für mich ist es ein großes Mysterium, warum diese Wesen so direkt vorgehen, um das Leben der Menschen dahin zu führen, wo diese Wesen meinen, dass sie dort sein sollten.“

Quellen:

Ein Gedanke zu „William Konkoleskys Kindheitserlebnisse (2/2) – Beziehungsaufbau“

  1. Ich sehe so viele Parallelen zu mir und meinen Erlebnissen. Ich hatte bis vor kurzem die Phase bis um 5 wach zu bleiben, weil sie sonst kommen können. Aber es klappte nicht immer und ich wurde zwangsläufig stillgelegt. Wehren kann man sich, aber es hat immer Konsequenzen. Aber ich habe auch gute Erfahrungen gemacht. Und das gefällt mir.

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