Teil 4 – Neffe: „Hast du auch immer solche Träume?“

Um das Jahr 2007/2008 hatte ich wirre Träume in denen Aliens vorkamen und in denen ich Fahrstühle hochgefahren bin und ein Gebäude betreten habe in dem Wendeltreppen im Uhrzeigersinn nach oben führten. Ich habe in diesen Träumen meinen Neffen gesehen, mit dem ich sonst nur wenig Kontakt hatte.

Ich konnte mit diesen Träumen nicht viel anfangen und klare Erinnerungen wie damals an die Entführung mit 11 Jahren hatte ich nicht. Ich habe mir also nicht viel draus gemacht. Wahrscheinlich war es gar nichts, vermutete ich. Ich sagte mir aber, falls es mit Aliens zu tun hat und du dort oben wirklich deinen Neffen triffst, egal ob du dich am nächsten Morgen an diese Begegnungen erinnerst oder nicht. Du wirst jedes Mal wenn du da oben deinen Neffen siehst, ihn bitten dich in der Realität darauf anzusprechen und dir eine einzige Frage zu stellen: „Hast du auch immer solche Träume?“

Ich würde ihm sagen, dass ich diese Frage mit „Ja.“ beantworten würde. Dann hätten wir beide Gewissheit, dass es wahr ist.

Mit etwas Glück würde er sich an das Treffen bei den Aliens erinnern und in der Realität eines Tages genau diese Frage stellen. So war mein Plan. Ich habe die Aliens geistig gebeten, mich abzuholen damit er da oben nicht alleine ist.

Ernsthaft rechnete ich nicht damit, dass das geschehen würde. Warum sollte er entführt werden, und warum sollten die Aliens meine Gedanken lesen? So ein Quatsch. Dafür stehe ich viel zu sehr mit den Füßen auf dem Teppich um an sowas zu glauben.

Ein halbes Jahr bis ein Jahr später habe ich meine Schwester besucht. Ich wurde eingeladen. Mein Neffe, damals 11 Jahre alt, war bereits im Bett. Es war Sommer und dunkel. Ich und mein Schwager saßen draußen auf der Terrasse bei einem Bier. Um knapp 22 Uhr. Ich konnte das Zimmerfenster meines Neffen im ersten Stock sehen. Erleuchtet. Ich sprach meinen Schwager darauf an. Pascal ließ nachts immer das Licht an, weil er wohl eine Phase mit Albträumen hatte, sagte er. Nichts Besonderes für einen 11 Jahre alten Jungen.

Plötzlich ging drinnen im Erdgeschoss ein Streit los, meine Schwester hat sich gestritten mit ihrem Sohn. Er verließ sein Zimmer wegen irgendetwas. Es war spät. Er sollte zurück ins Bett aber er wollte nicht. Er rief ihr entgegen „NEIN! ICH MUSS IHN DAS JETZT FRAGEN!!“ und ging an ihr vorbei. Er kam nach draußen, völlig aufgelöst, nackte Verzweiflung im Gesicht, aber entschlossen, mit Tränen in den Augen und fragte mich: „Hast du auch immer solche Träume?“

Ich war schockiert über seinen Zustand.

Ich wollte nicht, dass er Angst hat. Ich habe ihn angesehen und habe gesagt:

„Nein.“

Sein Gesichtsausdruck wirkte verwundert, aber die Angst verschwand. Er war plötzlich ganz ruhig. Als hätte ich einen Schalter umgelegt. Er drehte sich um, und ging an seiner Mutter vorbei die Treppe hoch ins Bett.

Die Mutter fragte noch: „Ist jetzt alles gut??“

Das Licht an seinem Fenster erlosch.

Ich wusste in dem Moment, dass ich die Gewissheit einer gemeinsamen Entführung mit ihm niemals haben würde. Ich hatte wahnsinnige Angst in meiner Kindheit. Und auch die eine oder andere Schwierigkeit. Ich wollte nicht, dass er das durchmachen muss.

Was soll ich mir aus dem Ereignis machen?

Die Schicksale der anderen Familienmitglieder sind mir bis heute unbekannt. Ich weiß nicht, ob sie sich an die Ereignisse erinnern. Ich habe mit ihnen nie darüber geredet.

Der Kontakt ist nicht so eng und ich habe in meinem Leben gelernt, manche Dinge für mich zu behalten.

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