Ein Interview mit John E. Mack von Robert Hieronimus

Für die meisten dürfte kaum bekannt sein, dass John Mack während seiner Rückführungssitzungen oftmals auf Erinnerungen aus früheren Leben oder dem Zustand „zwischen den Leben“ stieß. Entführte äußerten in diesem Zusammenhang eine besondere Verbundenheit mit den Alien-Wesen oder sogar die Gefühle, früher einmal als anderes Wesen inkarniert gewesen zu sein und eine besondere Aufgabe für dieses Leben zu haben. Diese seltsame Verbundenheit und das Empfinden, irgendwie zwischen den Welten zu stehen und nicht wirklich in diese Welt zu gehören, begleitet viele Abductees in ihrem Allag. Mack sprach diese Thematik nicht immer besonders offen an – sie war einfach zu komplex und die meisten hatten ja schon ein Problem mit der Existenz des Besucher-Phänomens selbst – doch das Phänomen einer möglichen „doppelten Identität“ hat ihn über alle Jahre hinweg beschäftigt. Ebenso haben ihn das Konzept der Seele und einer allgegenwärtigen geistigen Dimension stark beeinflusst.

In diesem Interview mit Robert Hieronimus aus dem Jahr 1993, das jetzt mit freundlicher Genehmigung des John E. Mack Instituts ins Deutsche übersetzt wurde, gibt er dazu einen kleinen Einblick. Zunächst kommt der hervorgehobene Teil, anschließend noch einmal das Interview in voller Länge. Neben der Erklärung seiner Hypnosetechnik und seiner Meinung zu Implantaten finde ich dabei seine Besprechung von Trauma und Transformation interessant.

Im Text wird außerdem auf Macks empfehlenswerten Aufsatz „Das Phänomen der Entführung durch UFOs: Was könnte es für die menschliche Zukunft bedeuten? verwiesen, zu dem es bereits eine deutsche Übersetzung gibt. Die deutsche Version kann man sich >hier< direkt als PDF herunterladen.

Robert Hieronimus interviewt John E. Mack

John Mack spricht in diesem Auszug aus einem Interview vom 27. Juni 1993 bei 21st Century Radio’s Hieronimus & Company über vergangene Leben und doppelte Identitäten in Verbindung mit Alien-Begegnungen. Das vollständige Interview folgt nach dem Auszug. Weitere Interviews von Bob und Zoh Hieronimus sind verfügbar unter: 21stCenturyRadio.com

Bob Hieronimus: Ok, jetzt gehen wir zu einem Fragenbereich über, der mich wirklich fasziniert, und das ist es, was ich so… finde. Ich würde, ja, ich sage es einfach. Ich finde es spannend, diese Art Stoff zu lesen, weil es so ungeheuer wichtig ist, um diese Art von Dingen ins rechte Licht zu rücken.

Sie bemerken, dass es drei Klassen von Informationen gibt, die an der Entführungs-Phänomenologie beteiligt sind.

Einige davon können wir empirisch untersuchen, wie Fotos, Schnitte, Narben, Lichtstrahlen usw.

Einiges davon beinhaltet Technologien, die wir uns zwar vorstellen können, die wir aber nicht umsetzen können, wie Menschen, die sich durch Wände bewegen.

Und dann gibt es eine ganz andere Klasse von Phänomenen, die wir mit unserer westlichen Weltsicht unmöglich verstehen können. Würden Sie sich bitte näher zu dieser Art von Phänomenen äußern und was sie bedeuten könnten?

John Mack: Ich werde Ihnen Beispiele nennen.

Ein Entführter erlebt unter Hypnose oft seine Kindheit und Alien-Wesen nicht nur als kleines Kind begegnet zu sein, sondern sogar als Baby im Alter von weniger als einem Jahr oder sogar ein paar Tagen.

Und manchmal sagen sie mit einer starken Empfindung/Emotion: „Ich bin wieder hier.“ Oder: „Ich bin zurückgebracht worden.“

Wenn ich es einfach unbeachtet lasse und nur weiter über die Erfahrung spreche, die Aliens gesehen zu haben und entführt worden zu sein und so weiter, dann befinde ich mich immer noch mehr oder weniger in der Nähe der von Ihnen erwähnten Klasse von „vorstellbaren Technologien“.

Aber wenn ich sie frage: „Was meinst du mit ‘wieder hier‘?“, dann beschreiben sie, dass sie von einer spirituellen Quelle kommen, einem Ort, der sich nicht in unserem physischen Raum-Zeit-Universum befindet, den sie „Heimat“ oder „die Quelle“ oder den „Ort des Lichts“ nennen, der die nicht-physische Bewusstseinsquelle der gesamten Schöpfung ist. Etwas, das mit dem verwandt ist, was einige Menschen Gott oder die anima mundi oder das göttliche Prinzip oder den großen Geist nennen würden – das hängt von der Kultur ab, in der man sich befindet. Und dass ihre Verkörperung als Baby oder als menschliche Gestalt, als menschliches Wesen, als physisches menschliches Wesen, durch die Verknüpfung ihres Bewusstseins erfolgte, das an diesem ursprünglichen Ort der Quelle existierte, diesem göttlichen Bewusstsein, aus dem sie hervorgehen. Und dann verbindet sich dieses Bewusstsein mit einem Körper und dann werden sie eine Person.

Nichts davon passt annähernd in unsere [westliche] Weltsicht. Das ist vielmehr etwas, worüber man in den östlichen spirituellen Überlieferungen lesen kann oder in jeder anderen Art von religiöser Überlieferung, in der die Seele oder der Geist als vom Körper getrennt betrachtet wird.

Aber wir haben alle Vorstellungen von einem Bewusstsein, einer Seele oder einem Geist, die vom physischen Körper getrennt sind, systematisch aus unserer Wissensgrundlage entfernt. In unserer westlichen Sichtweise ist etwas wie Bewusstsein oder Geist einfach eine Art von projiziertem Phänomen des menschlichen Gehirns. Das ist ein Bereich von Daten, der nicht hereinpasst.

Sie erfahren sogar, dass sie bereits zuvor verkörperlicht gewesen sind, in einem anderen Jahrhundert als eine andere Art von Wesen oder als Menschen in der Vergangenheit. Mit anderen Worten, sie haben Erfahrungen aus vergangenen Leben, in denen sie starke Gefühle erleben – Geburt, Tod, andere Erfahrungen -, die genauso stark in Erinnerung bleiben wie alles in diesem Leben. In unserer westlichen Weltanschauung ist kein Platz für Erfahrungen aus vergangenen Leben.

Ein anderer Bereich ist, dass viele Entführte, wenn man über längere Zeit hinweg mit ihnen arbeitet, entdecken, dass sie eine Art doppelte Identität haben. Dass sie sich mit den Aliens identifizieren können. Dass sie ein Alien-Selbst, eine Art verlorenes altes Alien-Selbst haben, und sie wechseln in den Regressionen (den Hypnosesitzungen) zwischen ihrem menschlichen Selbst und ihrem Alien-Selbst hin und her. Und oft wird die Arbeit zu der Aufgabe, diese beiden Dimensionen des Selbst zu integrieren.

Wir haben keine Möglichkeit das in unserer physischen westlichen Welt zu verstehen. Was bedeutet es, ein Alien-Selbst zu sein, als das Alien identifiziert zu werden, die Welt durch diese großen dunklen Augen und die großen Köpfe und Gehirne und die computerähnliche Brillanz der Aliens wahrzunehmen… und dann diese Identität mit ihrer physischen menschlichen Identität auf der Erde integrieren zu müssen?

Ich meine, all das ist ein Teil des Bewusstseins dieser Erfahrung, aber es ist in keiner Weise innerhalb der westlichen empirisch-physikalischen Tradition erklärbar.

Robert HieronimusRobert R. Hieronimus, Ph.D., ist ein anerkannter Pionier der „New Paradigm“-Bewegung. Er gründete 1988 das 21st Century Radio, zunächst in Baltimore, dann auf über 100 Sendern landesweit. Er und seine Frau Zohara Hieronimus interviewen führende Persönlichkeiten zu ihren ungewöhnlichen Erkenntnissen oder Meinungen und setzen den manchmal entmutigenden Nachrichten über die Zukunft Humor und Inspiration entgegen.

© 1993 Hieronimus & Co.
Der Nachdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung.
Weitere Interviews finden Sie unter: 21stCenturyRadio.com
Ähnliche Interviews, die unter
Hieronimus & Co. Verfügbar sind, beinhalten:
1993-06-27 Bob Hieronimus mit John Mack
1994-07-03 Bob Hieronimus mit John Mack
1994-08-21 Bob Hieronimus mit Experiencern aus John Macks Buch Entführt von Außerirdischen
1995-05-23 Zoh Hieronimus mit John Mack
1999-12-19 Bob Hieronimus mit John Mack
1999-12-22 Bob Hieronimus mit John Mack

Übersetzung mit freundlicher Genehmigung des John E. Mack Instituts. Das Original ist hier zu finden:

Robert Hieronimus interviews John E. Mack


Ein Interview mit John E. Mack von Robert Hieronimus

27. Juni 1993

Ansager: Ich bin Chuck Stevenson für ABC Information Network.

Die Ansichten und Meinungen, die Sie auf dem Talk-Sender WCBM 680 hören, sind nicht zwangsläufig die der Eigentümer, des Managements oder der Werbekunden des zeitgenössischen Talk-Radios WCBM 680.

[Musik und Dialog aus Der Tag, an dem die Erde stillstand: Wir sind gekommen, um euch in Frieden und mit guten Absichten zu besuchen“]

Bob Hieronimus: Seid gegrüßt, Erdenmenschen. Hier ist 21st Century Radios Hieronimus & Company, wo Wissen im Vordergrund steht und euch daran erinnert, dass wir nicht nur die Menschen irgendeiner Stadt oder eines Staates der Union sind. Und wir sind nicht nur die Leute der Ost- oder Westküste Amerikas. Wir sind nicht nur Amerikaner, Okzidentale oder Orientale. Wir sind Menschen vom Planeten Erde. Wir sind Erdenmenschen.

Willkommen zurück bei „Hieronimus & Company“ von 21st Century Radio. Ich bin Dr. Bob Hieronimus, die eine Hälfte von Hieronimus & Company auf WCBM. Die andere Hälfte, Zoh Hieronimus, könnt ihr morgen und an jedem Tag in dieser Woche von neun bis elf Uhr auf WCBM mit ihrer eigenen Sendung hören. Wir werden euch etwas später im Programm über ihr Programm in dieser Woche informieren. Unsere ausführende Produzentin und Rechercheassistentin ist Laura Cortner. Unser Techniker heute Abend ist Robin und wir, ja, das ist Robin London. Ich danke Ihnen vielmals. Die Gesprächsnummer ist 922-6680, das schreibt sich WCBM-680, die gebührenfreie Nummer ist 1-800-296-9226. Unsere On-Air-Faxnummer ist 363-9226. Unsere Cellular One Autotelefon-Benutzer können kostenlos anrufen, mit Sterntaste WCBM.

Unsere Show an diesem Abend wird sich zwei Stunden lang mit UFOs beschäftigen – ein vorgezogener Ausblick auf das jährliche MUFON Symposium an diesem Sonntag – Entschuldigung, nicht an diesem Sonntag, am 3. und 4. Juli – das in Richmond, Virginia stattfindet. Ich werde euch die Gäste dieser Stunde nach ein paar Ankündigungen vorstellen.

Nun, wenn ihr euch an unsere kürzlichen Interviews mit Dr. David Jacobs und Budd Hopkins erinnert, haben beide den Kronprinzen der Wissenschaft in diesem Land, Carl Sagan, On-Air herausgefordert, ihre Erkenntnisse über das Ufo-Entführungsphänomen zu überprüfen.

Einer unserer Gäste in dieser Stunde ist der Arbeitspartner von Hopkins und Jacobs, Dr. John E. Mack, Professor der Psychiatrie an der Harvard Medical School.

Um 10 Uhr am Samstag, den 3. Juli, wird Dr. Mack seinen Vortrag mit dem Titel: „Das Phänomen der Entführung durch UFOs: Was könnte es für die menschliche Zukunft bedeuten?“ präsentieren. Er war so freundlich, mir vorab ein Rezensionsexemplar seines Vortrags zu senden und ich habe es mit großem Interesse mehrmals durchgelesen.

Vielleicht erinnert ihr euch daran, dass Dr. Macks Name in unseren kürzlichen Interviews mit Dr. David Jacobs und Budd Hopkins erwähnt wurde, als sie über den Bericht, „On Unusual Personal Experiences: An Analysis of the Data from Three National Surveys conducted by the Roper Organization“ sprachen, der von der Bigelow Holding Corporation in Las Vegas, Nevada veröffentlicht wurde. Übrigens, ein Exemplar dieses besonderen Berichts wird diesen Abend in jedem Angebot enthalten sein. Nun, dies ist derselbe Bericht, von dem Prinz Carl Sagan gesagt hat, er habe ihn sorgfältig geprüft und sei zu der Schlussfolgerung gekommen, dass diese 3,5 Millionen Amerikaner halluzinieren. Natürlich bezweifeln wir alle – zumindest ich bezweifle es – ob Herr Sagan dieses Material jemals tatsächlich überprüft hat.

Und nun ohne weitere Verzögerungen, willkommen bei 21st Century Radios Hieronimus & Company, wo Wissen an erster Stelle steht, Dr. Mack. Sind sie da, Doktor?

John Mack: Ja, ich bin hier.

Bob Hieronimus: Okay. Könnten Sie ein wenig näher an Ihr… Ihr Telefon als eine Art Mikrofon benutzen, John?

John Mack: Okay, wie ist das. Ist das besser?

Bob Hieronimus: So ist es besser. Ich danke Ihnen vielmals. Und vielen Dank dafür, dass sie heute Abend bei uns sind. Unsere Hörer haben sich schon lange Zeit darauf gefreut, etwas über Ihre wichtige Forschung zu hören. Die Frage [lacht], die Frage die Ihnen am häufigsten von anderen und sogar von Ihnen selbst gestellt wird, ist: Wie sind Sie zu diesem verrückten Thema gekommen? Nun, hier ist sie wieder, John. Wie sind Sie in dieses verrückte Thema hineingeraten?

John Mack: Ich bin niemand, der ein großes Interesse an UFOs hatte und schon gar nicht an Entführungen. Und eine meiner Kolleginnen fragte mich, ob ich Budd Hopkins treffen wollte. Das war im Herbst 1989. Und ich sagte: „Wer ist das?“ Das ließ bereits erkennen, dass ich nicht damit vertraut war. Und sie erklärte mir, dass er ein New Yorker Künstler sei, der mit Menschen arbeitete, die darüber berichteten, von außerirdischen Wesen an Bord von UFOs entführt worden zu sein. Ich sagte: „Na ja, er muss verrückt sein, und er muss mit einer neuartigen Form von Psychose arbeiten.“ Sie sagte: „Nein, nein, nein, es ist sehr seriös.“

Also hatte ich eines Tages in New York etwas Zeit, und es war einer dieser denkwürdigen Tage in deinem Leben, an denen sich alles zu ändern scheint, Sie wissen schon, und es war der 10. Januar 1990.

Und was mich beeindruckte, war die Herzlichkeit, die Aufrichtigkeit von Budd Hopkins. Aber noch wichtiger war, dass das, was er beschrieb, sehr ähnliche Erfahrungen von Menschen aus dem ganzen Land waren, die nur widerstrebend an die Öffentlichkeit gegangen waren, die nichts zu gewinnen hatten, wenn sie hervortraten, um mit ihm zu sprechen, sondern alles zu verlieren, die auf die gleiche Weise durch etwas traumatisiert worden waren, bei dem es sich um sehr eingreifende Prozeduren an Bord von UFOs zu handeln schien, deren Details von Fall zu Fall sehr genau übereinstimmten. Und das Einzige, was das bewirken konnte, das war nach meiner vierzigjährigen Erfahrung als Psychiater etwas, das diesen Menschen tatsächlich zugestoßen war. Es stimmte in keiner Weise mit irgendeiner Form von geistiger Erkrankung oder mit einem psychiatrischen Zustand überein, der das erklären könnte, wegen der Ähnlichkeiten in den Geschichten. Nur etwas, ein reales Ereignis kann sich so verhalten. Wenn es sich folglich um ein reales Ereignis handelte, was um Himmels Willen ging dann hier vor? Diese Frage hat mich also äußerst interessiert.

Bob Hieronimus: Er ist sicherlich ein feiner Mensch, hat einige wirklich wichtigen Arbeiten geleistet und ist außerdem ein wirklich großartiger Künstler. Ich habe festgestellt, dass es eine Menge Künstler gibt, die sich in diesem speziellen Bereich betätigen, wie zum Beispiel auch Whitley Strieber.

John Mack: Manchmal braucht es jemanden, der über eine Art von kreativer Vorstellungskraft verfügt, um sich etwas anzunehmen, das dem Mainstream-Standpunkt einer Kultur widerspricht.

Bob Hieronimus: Sicher, ja, das ist richtig. Könnten Sie uns eine kurze Zusammenfassung darüber geben, was die Entführungserfahrung, also die UFO-Entführungserfahrung natürlich, für gewöhnlich beinhaltet?

John Mack: Die typische Situation – und sie variiert etwas von Person zu Person – ist die, dass die Person zu Hause in ihrem Bett liegt oder sie sind in ihrem Auto oder in einem Fall auf einem Schneemobil, oder Kinder auf ihrem Schulhof. Und sie sehen möglicherweise ein UFO aus der Nähe, oder sie sehen das UFO nicht, sondern sehen nur einen Lichtstrahl. Dieser kann für gewöhnlich eine bläuliche Farbe aufweisen. Sie fühlen sich von diesem Lichtstrahl gelähmt. Sie sehen vielleicht kleine graue Wesen um sich herum mit großen Augen. Und dann erleben sie, dass sie wie auf wundersame Weise gegen ihren Willen mitgenommen werden. Sie reagieren zunächst mindestens ungläubig darauf und schweben mit ihrem Körper einen Korridor herunter oder durch eine Wand oder durch ein Fenster, hoch in die Luft. Manchmal sehen sie, wie sich ihre Häuser unter ihnen entfernen.

Sie werden dann durch eine Art von Öffnung in ein Schiff gebracht. Und sind dann auf dem Schiff, das sie recht übereinstimmend als kühl in seinem Inneren, mit einer Art feuchter, nebliger Atmosphäre beschrieben, gekrümmten Wänden, einer Art weißlichen, hellen Farbe, einigen Wesen, die sich dort befinden, Instrumententafeln überall. Sie werden in diesem gelähmten Zustand auf einen Tisch gezwungen. Sie sehen vielleicht eines, zwei, drei oder viele weitere dieser Wesen mit den großen schwarzen Augen, meist drei, dreieinhalb, vier Fuß groß, meistens ein größeres, das als Anführer wahrgenommen wird, das älter als die anderen zu sein scheint, das das Sagen zu haben scheint. Und sie werden angestarrt, Hautabschabungen werden genommen, Proben werden von ihren Körpern entnommen und es werden verschiedene eingreifende Prozeduren an ihnen durchgeführt, während sie sich in einem Zustand intensiver Angst befinden.

Die starke Angst wird manchmal durch eine Berührung der Wesen oder durch eine Art von vibrierender, seltsam anästhetischer Wirkung verändert, ein irgendwie elektrisierender Effekt, den die Wesen hervorrufen können.

Und sie entspannen sich irgendwie, wenn dieser anästhetische Effekt in Kraft tritt. Aber dann kann es sein, dass sie wieder Angst bekommen, wenn weitere eingreifende Prozeduren durchgeführt werden. Es wird ihnen ein Instrument in den Unterleib gesteckt oder etwas in die Vagina eingeführt, oder den Männern werden Spermaproben entnommen. Und das ist eine ganze, komplexe fortpflanzungsbezogene Erfahrung, die damit einhergeht. Bei den Männern ist es einfacher, bei den Frauen ist es komplexer, weil bei den Frauen manchmal etwas in die Vagina eingeführt wird, eine Eizelle entnommen wird oder etwas, das vielleicht ein – dass sie als manipulierte Eizelle wahrnehmen, an der manipuliert worden ist, dort eingesetzt wird, oder ein kleiner Fötus entfernt wird.

Und wenn sie – das scheint bizarr anzumuten – wenn sie das erneut durchleben, entweder mit oder ohne Hypnose, ist da eine extreme Pein und ein Schluchzen und Weinen und Zittern. Und die authentische Kraft der Gefühle, die ausgedrückt werden, wenn sie diese Erfahrung wieder durchleben, ist das, was mich davon überzeugt hat, dass hier etwas Außergewöhnliches vor sich geht. Dies ist nicht einfach irgendeine Art von Fantasie oder ein Traum oder…

Bob Hieronimus: Halluzination?

John Mack: …Halluzination oder etwas in der Art.

Bob Hieronimus: Ja. Ok. John, wir werden in ein paar Minuten wieder bei Ihnen sein. Wir legen an dieser Stelle eine 21st Century – Pause ein, Leute. Und wenn wir zurück sind, haben wir einige weitere wichtige Fragen bezüglich der wichtigen Forschung von Dr. John Mack und Freunden.

Wenn ihr ein Exemplar habt oder ein Exemplar von USA Weekend bekommt, sie haben da eine Zeitschrift, schaut sie euch an. Dr. John Mack ist dort drin auf den Seiten, ich glaube Seite 4 bis Seite 6, richtig? Und der Titel von USA Weekend lautet: „Entführt von Außerirdischen“ Fragezeichen.[1]

Wir sind in wenigen Minuten zurück.

Okay. John, vor vielen Monaten waren Christina und Dr. Stanislav Grof bei uns, um in einem erstmals gemeinsam geführten Interview über ihr wichtiges Werk „Die stürmische Suche nach dem Selbst“ zu sprechen– Junge, ich habe dieses Buch genossen – in dem sie ihr Verfahren, das als Holotrope Atemarbeit bekannt ist, detailliert beschrieben. Könnten Sie uns bitte sagen, was Holotropes Atmen ist, und wie sowohl normale Leute als auch Entführte von der Anwendung dieses Verfahrens profitieren?

John Mack: Holotrope Atemarbeit ist eine Methode, um einen veränderten Bewusstseinszustand zu erzeugen, der es den Menschen ermöglicht, tief in ihre vergrabenen Erinnerungen und ihre abgeschotteten inneren Erfahrungen vorzudringen. In der Landkarte der Psyche, die Stan Grof mit seiner Frau Christina herausgearbeitet hat, gibt es eine Ebene, die mit unseren Erfahrungen zu tun hat, die wir als die biografische Ebene bezeichnen würden – das bedeutet, was im Laufe unseres Lebens ereignet hat und bis zur Geburt zurückreicht – aber dann hat er auch, man kann auch etwas wiedererlangen, das er als perinatale oder mit dem Geburtsprozess selbst verbundene Erfahrungen bezeichnet. Und dann kann die Psyche sich letztlich für Erfahrungen öffnen, die über das unmittelbare biografische und perinatale Leben hinausgehen und zur Identifikation mit Tieren, mythischen Figuren, Göttern und Göttinnen führen – ein ganzes Reich von Erfahrungen, die über das hinausgehen, was in der westlichen Sichtweise der Psyche allgemein für möglich gehalten wird.

Und es war tatsächlich durch meine Arbeit mit Stan und Christina, dass ich offen für die Möglichkeit wurde, dass in dieser UFO-Entführungssache etwas Ernstes vor sich ging, denn sie beziehen mit ein – ich glaube, nicht in diesem Buch, aber einem anderen mit dem Titel „Spirituelle Krisen“ – dass die Begegnung mit einem UFO oder besonders Entführungen eine spirituelle Krise sein können.

Und Stan zeigte mir einen Aufsatz, der in diesem Buch enthalten war.[2] Und das war wirklich das, was mich dazu brachte, überhaupt über diese Thematik nachzudenken. Das, das hat mich gewissermaßen auf das Treffen vorbereitet, das ich später mit Budd Hopkins hatte. Ich hätte wahrscheinlich überhaupt kein so großes Interesse gehabt, wenn ich nicht für diese, diese, wie Stan es nennt, transpersonalen Erfahrungen geöffnet worden wäre. Denn eine UFO-Entführung ist sicherlich eine transpersonale Erfahrung, sie erweitert die psychische Erfahrung über die Grenzen unserer gewöhnlichen Realität hinaus.

Bob Hieronimus: Inwiefern ist dies für die Entführten von Nutzen?

John Mack: Nun, man führt keine, ich führe an sich keine direkte Holotrope Atemarbeit mit Entführten durch, aber ich verwende im Verlauf der Hypnose viele Atemtechniken, um die Person zu zentrieren, sie für ihre eigene Kraft und ihre eigene Verbindung mit dem Universum und darüber hinaus zu öffnen. Und die Atemtechnik in Verbindung mit Hypnose scheint ein sehr effektiver Weg zu sein, nicht nur um Erinnerungen wiederzuerlangen, sondern Erinnerungen in einer Weise wiederzuerlangen, die integrierend und nicht überwältigend ist. Denn ich bin viel mehr daran interessiert, dass die Person in sich selbst zentriert ist, anstatt einfach nur an die Geschichte zu gelangen. Und die ständige Rückkehr und Fokussierung auf den Atem ist ein Mittel, um die Person zentriert zu halten. Es ist anders als die Holotrope Atemarbeit, weil es für mich und die Forschung wichtig ist, dass ich in der Lage bin, ein Gespräch mit diesen Personen zu führen, während sich die Person bei einer reinen Holotropen Atemarbeitssitzung zwei Stunden lang mit evokativer Musik in ihrem eigenen inneren Raum befindet. Und dann berichten sie in einer gemeinsamen Sitzung mit, sagen wir, der Gruppe, wenn sie es mit einer Gruppe machen, was passiert ist. Aber was ich mache, ist eine Art modifizierte Hypnose, in der ich den Atem als Mittel einsetze, um die Wahrnehmung der Person für ihre Erdung und Kraft zu stärken. Es ist also eine Methode der Atemarbeit, aber mit einer ziemlich klassischen hypnotischen Regressionstechnik.

Bob Hieronimus: Sie sind, Sie sind davon überzeugt, dass die Erfahrungen dieser Entführten real sind. Wie sind Sie zu dieser Schlussfolgerung gekommen?

John Mack: Nun, all diese Worte sind so sehr ein Produkt unserer Kultur, unserer westlichen Art, Dinge in Polaritätsbegriffe zu unterteilen. Sie wissen schon, real/nicht real, innen/außen, existiert/existiert nicht. Nicht alle Kulturen definieren die Welt so, wie wir es tun. Was wir mit „real“ meinen, ist etwas, das empirisch in der physischen Welt beobachtbar ist. Wir haben keinen Raum in unserer Psyche, wir haben im Verlauf der letzten 300 Jahre alle Erfahrungen ausgeblendet, die sich nicht in unserer physischen Welt befinden. Wenn wir also „real“ sagen, meinen wir damit etwas, das jemand anderes zusammen mit uns beobachten könnte. Nun, dieses Phänomen verhält sich nicht so. Man kann nicht… wir haben keine Fotos von Aliens oder keine Fotos, die die Entführten von ihrer Erfahrung gemacht haben. Oder sie bringen keine Artefakte aus dem Inneren der Raumschiffe mit sich zurück.

Es erfüllt also nicht die westliche Vorstellung von „real“. Es ist real in dem Sinne, dass der stärkste Beweis, den wir haben, ich meine, es gibt physische, bestätigende Arten von Beweisen wie Schnitte, Schaufelnarben, verbrannte Erde um die Stelle herum, an der das UFO gelandet ist, Fotografien, diese Art von Dingen, aber sie sind hauptsächlich unterstützend.

Den stärksten Beweis, den wir meiner Meinung nach haben, ist der Beweis des Bewusstseins. Mit anderen Worten, die Erfahrungen von ansonsten normalen, geistig gesunden Menschen, die sehr überwältigende Geschehnisse mitteilen, ist das, was ihnen den Sinn von Realität gibt. Was ist also nun unser Kriterium für „real“, außer dass Sie einen Zeugen haben, von dem man Sie glauben, dass er authentisch und so wahrheitsgemäß spricht, wie es ihm nur möglich ist? Bedeutet das nun, dass es existiert, dass es in dem buchstäblich physischen, raumzeitlichen Sinne real ist, so dass ein Stuhl für uns real erscheint oder dass eine andere Person, die dort steht, real ist? Ich weiß es nicht. Möglicherweise müssen wir unsere Vorstellung des Realen erweitern, um dieses Phänomen zu erfassen. Aber das ist eines der Dinge, die diese Arbeit so interessant für mich macht.

Bob Hieronimus: Das ist sie, nicht wahr? Das ist sie wirklich. Wir werden das später noch einmal ansprechen, weil Sie anmerken, dass sich das Entführungsphänomen vielleicht nicht durch die physikalistischen Ansätze der westlichen wissenschaftlichen Methode offenbaren wird und dass es eine Sackgasse sein könnte, sich auf materielle Beweise zu verlassen. Das ist, ich denke, das ist eine sehr wichtige Aussage. Und wir werden später noch einmal darauf zurückkommen.

Im Augenblick ist eine große Kontroverse im Gange. Ich saß vor einer Weile in Florida und hörte Dr. Carl Sagan zu, der im Wesentlichen sagte, dass diese Beweise, die durch die Anwendung von Hypnose erbracht wurden, im Grunde wertlos seien. Und es gibt eine große Kontroverse, die sich um den Einsatz von Hypnose als Untersuchungswerkzeug dreht. Ist Hypnose akkurat und geben Menschen Erinnerungen korrekt wieder?

John Mack: Es gibt ein falsches Verständnis von Hypnose. Die ungenaue Wiedergabe bei Hypnose tritt in der Regel dann auf, wenn die Angelegenheit, um die es geht, für die Person nicht von grundlegender Bedeutung ist. Zum Beispiel ist jemand darum gebeten worden, eine Erinnerung wiederherzustellen, wenn er Zeuge eines Unfalls war, der für ihn nicht von zentraler Bedeutung war. Wenn es sich jedoch um etwas handelt, das für das Wohlergehen der Person von absolut entscheidender, lebensnotwendiger Bedeutung ist, um etwas, das ihr selbst widerfahren ist, dann ist die Rückgewinnung von Erinnerungen unter Hypnose wahrscheinlich sehr viel genauer. Darüber hinaus habe ich im Falle der Entführungssituation viele Fälle, in denen ich sehr detaillierte Erinnerungen von Personen ohne Hypnose habe. Und in der Tat neigt die Hypnose dazu… ich vertraue der Hypnose mehr als den nicht-hypnotischen Erinnerungen, denn oft ist das, was unter Hypnose wiederhergestellt wird, weitaus traumatischer und weniger angenehm für das Selbstwertgefühl der Person als das, woran sie sich ohne Hypnose erinnert.

Ich kenne einen Mann, der von einer Entführung berichtete, die sich ereignete, als er 16 Jahre alt war.[3] Und die bewusste Erinnerung war, dass er von diesem sexy Alien verführt und auf ein Schiff gebracht wurde und sie hatten Sex und es war wundervoll. Und dann füllte sie seinen Kopf voll mit entsetzlichen Informationen über die Zukunft der Erde und der Umwelt.

Unter Hypnose war es für sein jugendliches Draufgängertum viel verstörender, weil es keinen Sex gab. Das Alien verhielt sich so, wie es die Aliens tun, nämlich auf eine eher distanziertere Weise – es stand daneben, während eine erzwungene Spermaprobe entnommen wurde, was erniedrigend für ihn war. Und dann wurden ihm später diese Informationen gegeben, die ich erwähnt habe.

Die unter Hypnose zurückerlangte Erinnerung war also weit weniger angenehm für sein Selbstbild und war vertrauenswürdiger als die etwas beschönigte Erinnerung, die er bewusst abgerufen hatte. Und das sind meine Erfahrungen, die ich in jedem einzelnen Fall in dieser, in dieser Arbeit hatte.

Bob Hieronimus: Natürlich glaubt Carl Sagan, dass diese 3,5 Millionen Seelen halluzinieren. Was ist Ihre Reaktion auf diese dogmatische Aussage?

John Mack: Nun, ich denke er sollte sich wirklich schämen, sich auf diese Weise mit solchen gewichtigen Aussagen psychiatrischer Natur zu äußern. Ich meine, ich würde mich nicht mit irgendeiner gewichtigen, weitreichend technischen Aussage hervorwagen, die mit Astronomie oder Radiowellen oder etwas Ähnlichem zu tun hat. Ich meine, er ist nicht in der Lage oder ausgebildet genug, solche Aussagen zu treffen. Und außerdem hat er diese Menschen nicht untersucht. Und in meiner eigenen Arbeit, und ich habe jetzt intensiv mit mehr als 70 dieser Menschen gearbeitet, verhält sich das Phänomen keineswegs wie Halluzinationen. Ich meine, es verhält sich wie die Erfahrungen von Leuten, die genau so verwirrt darüber sind, was das zu bedeuten hat und worum es dabei geht wie Sie und ich, die authentisch über sehr erschütternden Erfahrungen sprechen, die sie gehabt haben, die keine Träume sind, keine Wahnvorstellungen sind, keine Halluzinationen sind, sondern etwas, an das sie sich erinnern, das stattgefunden hat. Nun, was die Quelle dessen ist, das weiß keiner von uns wirklich. Aber etwas einfach beiseite zu schieben, weil etwas nicht in unsere westliche Weltsicht passt und dabei eine Sprache zu benutzen, die auf keiner professionellen Kompetenz beruht, ist, wissen Sie, eine Person sollte sich schämen, sich auf diese Art und Weise hervorzuwagen.

Bob Hieronimus: Nun, offensichtlich hat sich das Parade Magazine nicht sehr geschämt, ihm dort freie Hand zu lassen.[4]

John Mack: Aber das ist die Mainstreamkultur, das definiert die Mainstreamkultur. Und wissen Sie, eine Kultur wird ihre Weltanschauung gegen alle Beweise verteidigen. Wie bei jeder Ideologie hält man an ihr fest, selbst wenn die Fakten sie nicht stützen. Wie Freud sagte, verhindert die Theorie nicht, dass Fakten auftauchen.

Bob Hieronimus: [Gelächter]

John Mack: Und wir nehmen an, dass dies nicht möglich ist, weil es nicht in unsere Weltsicht passt. Also konstruieren wir Theorien, die widersinnig sind, weil wir den Status quo unserer wissenschaftlichen Weltanschauung, die jetzt wie eine Art Religion wirkt, um jeden Preis erhalten wollen.

Bob Hieronimus: Nun, es gibt hier einige Fragen, die meiner Meinung nach nicht so wichtig sind, wie ich ursprünglich dachte, denn ich denke, dass Sie einige davon bereits angesprochen haben, aber ich möchte, ich würde Sie gerne bitten, den Begriff „Psychopathologie“ für unserer Hörer zu definieren, und dann zu erklären, warum Psychopathologie das Phänomen der Entführungsszenarien nicht erklären kann.

John Mack: Psychopathologie bedeutet einfach, ist im Grunde genommen nur ein anderes schickes Wort für „Geisteskrankheit“. Geistige und emotionale Störung. Und es gibt meines Wissens nach, und sicherlich nicht unter meinen eigenen Fällen oder Fällen, über die ich in der Entführungsliteratur gelesen habe, keine Entführungserfahrung, die auf der Grundlage einer Form von Geisteskrankheit erklärt werden kann. Das soll nicht heißen, dass es sich nicht um verstörende Erfahrungen handelt. Aber die emotionalen Störungen, auf die ich gestoßen bin, sind die Auswirkung dessen, was geschehen ist, nicht die Ursache.

Bob Hieronimus: Ok, jetzt gehen wir zu einem Fragenbereich über, der mich wirklich fasziniert, und das ist es, was ich so… finde. Ich würde, ja, ich sage es einfach. Ich finde es spannend, diese Art Stoff zu lesen, weil es so ungeheuer wichtig ist, um diese Art von Dingen ins rechte Licht zu rücken.

Sie bemerken, dass es drei Klassen von Informationen gibt, die an der Entführungs-Phänomenologie beteiligt sind.

Einige davon können wir empirisch untersuchen, wie Fotos, Schnitte, Narben, Lichtstrahlen usw.

Einiges davon beinhaltet Technologien, die wir uns zwar vorstellen können, die wir aber nicht umsetzen können, wie Menschen, die sich durch Wände bewegen.

Und dann gibt es eine ganz andere Klasse von Phänomenen, die wir mit unserer westlichen Weltsicht unmöglich verstehen können. Würden Sie sich bitte näher zu dieser Art von Phänomenen äußern und was sie bedeuten könnten?

John Mack: Ich werde Ihnen Beispiele nennen.

Ein Entführter erlebt unter Hypnose oft seine Kindheit und Alien-Wesen nicht nur als kleines Kind begegnet zu sein, sondern sogar als Baby im Alter von weniger als einem Jahr oder sogar ein paar Tagen.

Und manchmal sagen sie mit einer starken Empfindung/Emotion: „Ich bin wieder hier.“ Oder: „Ich bin zurückgebracht worden.“

Wenn ich es einfach unbeachtet lasse und nur weiter über die Erfahrung spreche, die Aliens gesehen zu haben und entführt worden zu sein und so weiter, dann befinde ich mich immer noch mehr oder weniger in der Nähe der von Ihnen erwähnten Klasse von „vorstellbaren Technologien“.

Aber wenn ich sie frage: „Was meinst du mit ‘wieder hier‘?“, dann beschreiben sie, dass sie von einer spirituellen Quelle kommen, einem Ort, der sich nicht in unserem physischen Raum-Zeit-Universum befindet, den sie „Heimat“ oder „die Quelle“ oder den „Ort des Lichts“ nennen, der die nicht-physische Bewusstseinsquelle der gesamten Schöpfung ist. Etwas, das mit dem verwandt ist, was einige Menschen Gott oder die anima mundi oder das göttliche Prinzip oder den großen Geist nennen würden – das hängt von der Kultur ab, in der man sich befindet. Und dass ihre Verkörperung als Baby oder als menschliche Gestalt, als menschliches Wesen, als physisches menschliches Wesen, durch die Verknüpfung ihres Bewusstseins erfolgte, das an diesem ursprünglichen Ort der Quelle existierte, diesem göttlichen Bewusstsein, aus dem sie hervorgehen. Und dann verbindet sich dieses Bewusstsein mit einem Körper und dann werden sie eine Person.

Nichts davon passt annähernd in unsere [westliche] Weltsicht. Das ist vielmehr etwas, worüber man in den östlichen spirituellen Überlieferungen lesen kann oder in jeder anderen Art von religiöser Überlieferung, in der die Seele oder der Geist als vom Körper getrennt betrachtet wird.

Aber wir haben alle Vorstellungen von einem Bewusstsein, einer Seele oder einem Geist, die vom physischen Körper getrennt sind, systematisch aus unserer Wissensgrundlage entfernt. In unserer westlichen Sichtweise ist etwas wie Bewusstsein oder Geist einfach eine Art von projiziertem Phänomen des menschlichen Gehirns. Das ist ein Bereich von Daten, der nicht hereinpasst.

Sie erfahren sogar, dass sie bereits zuvor verkörperlicht gewesen sind, in einem anderen Jahrhundert als eine andere Art von Wesen oder als Menschen in der Vergangenheit. Mit anderen Worten, sie haben Erfahrungen aus vergangenen Leben, in denen sie starke Gefühle erleben – Geburt, Tod, andere Erfahrungen -, die genauso stark in Erinnerung bleiben wie alles in diesem Leben. In unserer westlichen Weltanschauung ist kein Platz für Erfahrungen aus vergangenen Leben.

Ein anderer Bereich ist, dass viele Entführte, wenn man über längere Zeit hinweg mit ihnen arbeitet, entdecken, dass sie eine Art doppelte Identität haben. Dass sie sich mit den Aliens identifizieren können. Dass sie ein Alien-Selbst, eine Art verlorenes altes Alien-Selbst haben, und sie wechseln in den Regressionen (den Hypnosesitzungen) zwischen ihrem menschlichen Selbst und ihrem Alien-Selbst hin und her. Und oft wird die Arbeit zu der Aufgabe, diese beiden Dimensionen des Selbst zu integrieren.

Wir haben keine Möglichkeit das in unserer physischen westlichen Welt zu verstehen. Was bedeutet es, ein Alien-Selbst zu sein, als das Alien identifiziert zu werden, die Welt durch diese großen dunklen Augen und die großen Köpfe und Gehirne und die computerähnliche Brillanz der Aliens wahrzunehmen… und dann diese Identität mit ihrer physischen menschlichen Identität auf der Erde integrieren zu müssen?

Ich meine, all das ist ein Teil des Bewusstseins dieser Erfahrung, aber es ist in keiner Weise innerhalb der westlichen empirisch-physikalischen Tradition erklärbar.

Bob Hieronimus: Wir haben hier etwas Erklärbares, Freunde. Wir legen eine Pause im 21st Century Radio ein. Wenn wir mit Dr. John Mack zurückgekehrt sind, werden wir über den transformativen Aspekt der UFO-Entführungserfahrung sprechen.

Und dann schließlich über den Gesamteindruck des Entführungsphänomens und beschäftigen uns mit der Frage, was da vor sich geht? Eine Art möglicher evolutionärer Zweck? Wir werden darüber sprechen, wenn wir zurück sind.

[Musik und Dialog aus Close Encounters: „Ich möchte mit einem Verantwortlichen sprechen. Ich möchte eine Beschwerde einreichen! Woher weiß ich so viel? Was zum Teufel ist hier los?!“]

Bob Hieronimus: Willkommen zurück bei 21st Century Radio’s Hieronimus & Company. Wir sprechen mit Dr. John Mack über UFO-Entführungen. Es gibt einen transformativen Aspekt der UFO-Entführungserfahrung, der in der UFO-Forschungsliteratur nur selten behandelt wird. Welche Art von Informationen, John, wurde den Entführten gegeben, die uns mit dem konfrontieren könnten, was man als unser Kollektives Selbst bezeichnen könnte?

John Mack: Es ist wichtig, dass dieser Aspekt des Phänomens nicht missverstanden wird. Wenn ich von einer transformatorischen Dimension spreche, dann will ich damit keineswegs die Tatsache herunterspielen, dass die Erfahrungen zumindest anfänglich für die meisten Entführten sehr traumatisch und verstörend sind.

Und das Trauma besteht aus vier Teilen. Da ist die Erfahrung selbst, die darin besteht, dass man gelähmt und gegen seinen Willen entführt wird und diese Dinge mit einem gemacht werden. Das ist verstörend. Und dann sind die Menschen isoliert. Sie können nicht darüber sprechen, weil sie ausgelacht werden oder verspottet werden oder weil sie fürchten, dass man es tun könnte. Und dann ist es erschütternd für unser Weltbild. Und schließlich kann es sich jederzeit wieder ereignen. Es ist also traumatisch.

Aber wenn man tief genug in den traumatischen Aspekt der Erfahrung eindringt, scheint sich etwas zu verändern. Die Erfahrung verändert sich, wenn es eine Akzeptanz und Öffnung für sie gibt, eine Bereitschaft, die Existenz der Wesen anzuerkennen, und dann scheint etwas wie eine wechselseitige Beziehung zu entstehen. So etwas wie ein Austausch von Informationen. Nun, die Informationen können sogar zusammen mit dem Trauma vorhanden sein. Den Entführten werden lebensechte Bilder von der Zerstörung der Erde gezeigt, apokalyptische Bilder von Rissen in der Erdoberfläche, von einer Umweltverschmutzung, die alles übersteigt, was wir bisher kannten – im Grunde das Ende des Lebens. Und sie schluchzen verzweifelt wegen der Kraft dieser Bilder. Was jedoch zu geschehen scheint, wenn die Realität der Erfahrungen anerkannt wird, ist eine Verschiebung im Bewusstsein der Entführten, so dass sie sehr sensibel für die Umwelt werden. Sensibel für die Umwelt und sensibel für die zerstörerischen Kräfte, die im kollektiven Zustand der Menschheit vorhanden sind. Sensibel dafür, wie intolerant wir einander gegenüber sind. Sensibel für die Entweihung des Juwels, das wir hier auf unserem Planeten haben. Spirituell viel mehr auf die Kräfte der Natur die Heiligkeit unserer Welt eingestimmt. Und es gibt eine Art von tiefem Wachstum und Entwicklung, die bei einer Reihe von Entführten stattfindet.

Nun weiß ich, dass dies nicht die allgemein vertretene Ansicht vieler der wirklich hochkarätigen Entführungsforscher wie Dave Jacobs und Budd Hopkins ist. Und es ist möglich, dass ich offen dafür bin, diese Art von Informationen zu erhalten, weil dies mit meiner eigenen Form von spiritueller Entwicklung einhergeht. Ich zwinge den Menschen gewiss keine Ansicht auf, aber das ist es, was ich in der dritten, vierten, fünften, sechsten Hypnosesitzung entdecke, dass es diese Verschiebung hin zu einer mehr wechselseitigen Beziehung zwischen den Wesen und den Menschen gibt, ein Gefühl einer tiefen Verbundenheit, die sie mit den Wesen fühlen.

Nun wird manchmal argumentiert, dass es sich dabei vielleicht um so etwas wie das Stockholm-Syndrom handelt, das auftritt wenn Kidnapper… das bezieht sich auf einen Fall, der sich in Schweden ereignet hat; Sie wissen schon, Kidnapper entführen Menschen und die Menschen identifizieren sich vielleicht mit ihren Geiselnehmern und fühlen sich mit ihnen verbunden. Ich denke [das] nicht, ich denke, es ist mehr als das. Ich denke, dass sich eine Art gemeinsames Gefühl des Entsetzens über die Zerstörung der Erde entwickelt, die im Gange ist, und eine Veränderung des Bewusstseins in Bezug auf die, wie soll ich sagen, Katastrophe, die wir als außer Kontrolle geratene Spezies, die wir auf dem Planeten sind, herbeiführen, dass sich ein Entsetzen in Bezug darauf entwickelt.

Die Leute sagen: „Na ja, die Aliens haben nichts aufgehalten.“, aber darum geht es hier nicht. Es geht darum, dass wir unser Bewusstsein so verändern, dass wir die Zerstörung aufhalten, die vor sich geht.

Bob Hieronimus: Ich denke, dass das ein sehr bedeutsamer Aspekt davon ist. Ich bin mir sicher, dass Sie mit den Schriften von [Raymond] Fowler über Betty Luca vertraut sind. Dort gibt es eine ähnliche Anstrengung. Es ist sicherlich nicht exakt dasselbe, aber dort findet sich eine ähnliche Anstrengung mit der Hervorhebung der Umwelt als ein ernstes Problem. Wir haben eine wunderbare Frage von Joe aus der Sendung bekommen. Über die Implantate. Sie erwähnten in Ihrer Arbeit etwas über die Implantate, die angeblich am MIT erforscht werden, oder?

John Mack: Dort wird eines untersucht. Ja, ich habe selbst eines untersucht. Und da ist noch ein weiteres. Es gibt mehrere Implantate.

Bob Hieronimus: Haben wir bereits etwas über diese Implantate in Erfahrung gebracht?

John Mack: Ich war anfänglich sehr begeistert von der ganzen Implantat-Thematik, und ich bin jetzt weniger enthusiastisch. Denn, wie einer meiner Entführten sagte, werden die Aliens, soweit wir von ihnen sprechen können, innerhalb des physiologischen Milieus des Körpers selbst arbeiten. Sie werden nicht mit Materialien arbeiten, die nicht mit der Physiologie des Körpers vereinbar sind. Zudem operiert dieses Phänomen aus meiner Sicht auf einer Ebene der Subtilität, die ihre Geheimnisse den groben empirischen Methoden der westlichen Wissenschaft meiner Meinung nach nicht preisgeben wird. In gewisser Weise wäre das sogar ein Paradoxon. Denn meiner Ansicht nach liegt es in der Natur des Phänomens, das begrenzte Bewusstsein der westlich-empirischen Weltsicht herauszufordern. Also wäre es ein logischer Fehlschluss, zu glauben, dass etwas, das auf einer viel fortgeschritteneren Ebene des Bewusstseins und der Intelligenz operiert, seine Geheimnisse einer niedrigeren Ebene des Bewusstseins und der Intelligenz preisgeben würde. Das ist ein kategorischer Irrtum.

Was nicht heißen soll, dass es keine wichtigen physikalischen Erkenntnisse gibt und dass wir nicht unser Bestes geben sollten, sie so gut wie möglich zu verstehen, aber sie werden nicht mit der Art von Grobheit beschaffen sein, die den wissenschaftlichen Anforderungen der westlichen Sichtweise genügen würde.

Bob Hieronimus: Ja, das leuchtet mir ein. Ich möchte Ihnen danken, dass Sie unser Gast bei 21st Century Radio waren, Dr. Mack, und selbstverständlich hoffen wir, dass es Ihnen möglich sein wird, für ein Interview mit mir oder meiner Frau in ihrer Morgensendung wiederzukommen. Sie hat ein ganz anderes Publikum, das Ihre Forschung – nun, ich weiß, dass es Ihre Forschung sehr aufschlussreich finden würde. Wie Sie wissen, halten wir Ihre Arbeit für enorm wichtig, und vor allem den Mut, den Sie aufbringen, um sie unter großen persönlichen Kosten zu verfolgen. Und das ist für das Fachgebiet absolut inspirierend. Natürlich werden Sie dafür nicht mit Unmengen von Geld entlohnt. Offensichtlich müssen Sie für einige dieser Dinge selbst aufkommen, nicht wahr?

John Mack: Es ist nicht etwas, das man, ich meine, es ist nicht etwas… Die Leute gehen nicht des Geldes wegen in diesen Bereich.

Bob Hieronimus: Das mit Sicherheit.

John Mack: …jeder, der dieses Gebiet betritt, tut es aus diesem Grund. Es wird… Es wird zu etwas, das man tut, indem man irgendwie stromaufwärts schwimmt und auf lange Sicht hoffentlich etwas hervorbringen wird.

Bob Hieronimus: Das erinnert mich auch irgendwie an, ich habe gerade herausgefunden, dass wir einen gemeinsamen Helden haben. Sein Name ist Babe Ruth. Und wenn man sein Leben studiert, dann ist er stromaufwärts geschwommen, um es milde auszudrücken, er hat gegen alle möglichen Widerstände angekämpft. Und er hat es geschafft. Und er hat mir gerade gesagt, dass ich Ihnen ein Set der Babe Ruth Sammelkarten zukommen lassen soll. Es besteht aus 165 Karten, die das gesamte Leben von Babe Ruth erzählen. Und es gibt einen weiteren wichtigen Autor namens Robert Creamer, der meiner Meinung nach die einzig wahre Autobiografie von Babe Ruth geschrieben hat – natürlich keine Autobiografie, was sage ich denn da? Biografie von Babe Ruth. Wir sie Ihnen ebenso zukommen lassen.

John Mack: Ich danke Ihnen vielmals.

Bob Hieronimus: Ich danke Ihnen allen sehr. Und ich würde mir wünschen, dass Sie die Möglichkeit in Betracht ziehen in Zohs Morgensendung zu kommen. Glauben Sie, dass das eine Möglichkeit ist?

John Mack: Es ist eine Möglichkeit, ich muss sehen, wann es zeitlich möglich ist und so weiter.

Bob Hieronimus: Ja.

John Mack: Okay.

Bob Hieronimus: Nun, vielen Dank, John.

John Mack: Ich danke Ihnen, Bob.

Bob Hieronimus: Gern geschehen.

John Mack: Passen Sie auf sich auf.

Bob Hieronimus: Passen Sie auf sich auf. Freunde, auf dem Gebiet der UFO-Forschung gibt es einige Dummköpfe und ein paar Pioniere von großer Integrität. Und Dr. John Macks hat einige Standards für die Forschung gesetzt und einige wichtige Beiträge für unser Verständnis und zur Entwicklung von Behandlungsmethoden für UFO-Entführte geleistet. Wenn ihr am MUFON-Symposium im Richmond Virginia Hyatt teilnehmt, solltet ihr unbedingt den Vortrag von Dr. Mack am 3. Juli um 10 Uhr besuchen.

Freunde, wir liegen ein wenig hinter der Zeit und das ist meine Schuld. Ich wollte nur sicherstellen, dass einige dieser Fragen beantwortet werden. Und es ist das erste Mal, dass ich die Möglichkeit hatte, mit Dr. John Mack auf Sendung zu sprechen. Wir hoffen, dass es ihm möglich ist, wieder zu uns zu kommen.

[1] Der Zeitungsartikel, auf den sich Bob bezieht, lautet: Huznik, Frank. 1993. „Carried Away“. USA Weekend, 25.-27. Juni 1993, S. 4-6.

[2] Der Aufsatz, der John Mack von Stan Grof überreicht wurde und Macks Interesse an Alien-Begegnungen weckte, war: Thompson, Keith. 1989. “The UFO Encounter Experience as a Crisis of Transformation”.

[3] Die Schilderung von „Ed“, die Dr. Mack beschreibt, wird in Kapitel 3 von Entführt von Außerirdischen mit dem Titel „Du wirst dich daran erinnern, wenn es nötig sein wird“ vorgestellt.

[4] Carl Sagans berüchtigte Abrechnung mit Alien-Begegnungen wurde unter dem Titel „UFO Abductions“ im Parade Magazine vom 7. März 1993 veröffentlicht. Eine längere Version wurde später als Kapitel 6 in Sagans Buch „Der Drache in meiner Garage“ veröffentlicht.

Robert HieronimusRobert R. Hieronimus, Ph.D., ist ein anerkannter Pionier der „New Paradigm“-Bewegung. Er gründete 1988 das 21st Century Radio, zunächst in Baltimore, dann auf über 100 Sendern landesweit. Er und seine Frau Zohara Hieronimus interviewen führende Persönlichkeiten zu ihren ungewöhnlichen Erkenntnissen oder Meinungen und setzen den manchmal entmutigenden Nachrichten über die Zukunft Humor und Inspiration entgegen.

© 1993 Hieronimus & Co.
Der Nachdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung.
Weitere Interviews finden Sie unter: 21stCenturyRadio.com
Ähnliche Interviews, die unter
Hieronimus & Co. Verfügbar sind, beinhalten:
1993-06-27 Bob Hieronimus mit John Mack
1994-07-03 Bob Hieronimus mit John Mack
1994-08-21 Bob Hieronimus mit Experiencern aus John Macks Buch Entführt von Außerirdischen
1995-05-23 Zoh Hieronimus mit John Mack
1999-12-19 Bob Hieronimus mit John Mack
1999-12-22 Bob Hieronimus mit John Mack

Übersetzung mit freundlicher Genehmigung des John E. Mack Instituts. Das Original ist hier zu finden:

Robert Hieronimus interviews John E. Mack

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