Astrale Insel

Die zwei Inseln

Unsere außerkörperlichen Streifzüge führten uns einmal an einen ziemlich ähnlichen Ort. Ich selbst bin bis jetzt nur einmal dort gewesen, während er für Igura eine weit tiefere Bedeutung hat. An diesem Ort erkundete sie ihre Außerkörperlichkeit und lernte ihre astralen Sinne kennen. Ihre Greys zeigten sich sehr interessiert an dieser Form der spirituellen Weiterentwicklung, und somit wurde „die Insel“ für sie zu einer Art indirekten Treffpunkt, den sie immer wieder aufsuchen konnte. Damals wusste ich von der Insel noch nichts. Ich wollte einfach nur den Versuch unternehmen, ob ich im außerkörperlichen Zustand zu den Greys gelangen kann. Diese Geschichte wird deshalb aus unseren beiden unterschiedlichen Perspektiven erzählt. In jedem Fall ist es ein gutes Beispiel für den Besuch eines entlegenen erdnahen Ortes.

Igura am Strand

Einer der wenigen Orte, die ich früher immer wieder aufsuchte, war ein einsamer Strand. Anfangs wusste ich nicht genau, wo sich dieser befand. Ich ging davon aus, dass es sich um eine einsame tropische Insel handelte. Dies war wohl ein Irrtum, wie sich einige Jahre später bei einer Astralreise herausstellte, denn ich konnte in der Entfernung Schiffe ausmachen und auf der anderen Seite der Insel befand sich eine Siedlung und ein kleiner Hafen. Wenn ich am Strand stand, erstreckte sich hinter mir eine Bergkette, dessen Hänge dicht mit tropischen Bäumen und Gesträuch bewachsen waren. Zwischendrin immer wieder wunderschöne großblütige bunte Blumen. Wenn ich aufs Meer schaute, konnte ich unweit vom Strand aus eine Sandbank ausmachen. Oft saß ich dann auf dieser Bank und schaute auf das Meer. – Der blaue Himmel, die wärmenden Sonnenstrahlen, das viele Wasser und der freie Blick auf den Horizont. Es war ein so friedlicher und schöner Ort. Aber es war nicht immer das Paradies. Ich kann mich an einige Reisen erinnern, in denen es dort stürmte und das Meer aufgewühlt war. Andere Male war die Sandbank seicht mit Wasser bedeckt oder ganz verschwunden oder hatte sich um einige Meter verlagert. Dieser Ort ist etwas Besonderes für mich, weil ich dort lernte, meine Sinne zu benutzen. Ich stellte dort fest, dass man astral nicht nur tasten, sondern auch die Sonne und den Wind auf seiner Haut fühlen und einen Geruchs- und Geschmackssinn haben kann. Man muss sich dessen einfach nur bewusst werden, dann ist das Empfinden genau so, als wäre man körperlich an dem Ort. Das einzige, was ich in diesen Realitätsebenen noch nicht geschafft habe, ist Dinge zu bewegen (z. B. einen Stein aufzuheben). Irgendwie gelingt mir das nur in der richtigen Astralebene wo Traum und Realität miteinander verschmelzen.

stalker am Strand

Vor dem Einschlafen dachte ich über Astralreisen nach und wollte es unbedingt schaffen, einmal zu den Greys zu gelangen. Ich wusste jedoch nicht genau, an wen ich mich dabei eigentlich wenden sollte. Mir fehlte ganz einfach der passende Bezugspunkt. Igura machte mir deshalb den Vorschlag, dass ich versuchsweise an ihren Grey-Arzt denken sollte. Wir hatten zu dieser Zeit oft über unsere gemeinsamen Erlebnisse und ihre außerkörperlichen Erfahrungen gesprochen. Also ließ ich es auf ein kleines Experiment ankommen.

Zunächst schlief ich ein. Irgendwann morgens gab ich mir im Halbschlaf unbewusst den Befehl, doch bitteschön zackig aus meinem Körper loszukommen (ich hatte ein wenig genug von der sanften Entspannungs-Tour). Kurioserweise funktionierte diese rabiate Ansage. Ich löste mich auf der Stelle von meinem Körper ab und wurde nach oben gerissen – etwas in dieser Art war mir bis jetzt noch nicht passiert! Trotzdem bewahrte ich einen einigermaßen kühlen Kopf und dachte gleichzeitig an Iguras speziellen Grey. Diesen Gedanken verband ich mit einem Befehl: „Ich möchte jetzt zu ihm!“

Sofort wurde mein Körper in eine bestimmte Richtung gezogen. Ich flog ich mit großer Geschwindigkeit durch den Raum. Meinen astralen Körper sah ich als körperähnliche, durchsichtig-dehnbare Masse (wie eine Art grau-weißlicher Schleier). Die Geschwindigkeit fühlte ich nicht wirklich „körperlich“, sie war wie ein Zug in eine Richtung, aber nichts besonders Spürbares oder Erschreckendes. Um mich herum war nichts zu sehen, es schien einfach nur dunkel zu sein. Schließlich tauchte in der Ferne vor mir ein großes beige-weißes Gebilde auf. Diese seltsame Figur hatte zwei schwarze Punkte. Sie sah damit wie ein Greygesicht aus, doch sie blieb insgesamt etwas verschwommen. Mich überkam an diesem Punkt eine Frustration, denn es schien, als würde ich mich nur auf der Stelle bewegen und dem Ding nicht näher zu kommen. Ich wollte aber unbedingt dorthin und versuchte diesen Willen irgendwie durchzubringen. Und plötzlich klappte es – ich war im Nu bei dem Grey-Kopf und flog eigentlich fast schon in ihn hinein, während das ganze Gebilde vor mir verschwamm…

Das nächste, was ich erblickte, war ein großer Ozean, auf dem man die Wellen sehen konnte. Der Himmel war grau und dadurch wirkte das Wasser ein wenig dunkel. Die zwei schwarzen Punkte waren nun zu einem kleinen Gebilde verschmolzen, das sich im Wasser befand und aus dieser Distanz wie zwei große Haifischflossen aussah. Vielleicht handelte es sich um irgendein Objekt im Wasser (Felsen oder eine angedeutete Sandbank?).

Ich befand mich bei diesem Meer, und es wirkte tatsächlich wie eine außerkörperliche Erfahrung. Mein Geist war hellwach, nur wirkte die ganze Szenerie jetzt nur noch wie ein eingefrorenes Standbild. Ich schien auf einem Landstück zu stehen und hatte verwirrenderweise nur ein kleines Gesichtsfeld zur Verfügung. Außerdem konnte ich mich nicht richtig bewegen. Ich wollte gerne sehen, was sich da sonst noch so alles befand, doch bei diesem Versuch stieß ich an den Rand meines Gesichtsfeldes. Es war so, als würde man nur durch ein unbewegliches Fernglas schauen können, und so sehr ich mich auch anstrengte, außerhalb dieses Sichtfelds befand sich nur Schwärze, durch die ich nicht durchkam.

Ich sah im linken Bereich ein Gebilde am Horizont, so als würde dort ein Turm oder Gebäude stehen. Es befand sich genau an der Grenze meines Sichtfeldes und ich musste meine „Augen“ verdrehen, um es gerade so erkennen zu können. Ich ließ es dabei bewenden, weil der außerkörperliche Zustand durch diese Aktion instabil zu werden drohte. Trotzdem wollte ich noch irgendetwas von diesem Ort aufnehmen können. Mit dem Gedanken, etwas berühren zu wollen, schaffte ich es, meine astralen Arme intuitiv ganz lang zu machen und vor mir am Uferbereich auszustrecken. Ich konnte das flache Wasser spüren. Der Sand war grobkörnig und wirkte wie mit lauter kleinen Steinchen durchmischt. Dann wurde alles endgültig instabil und ich begann zu träumen.

Astrale Insel

Die Schwärze ist das eingeschränkte Gesichtsfeld, das alles außenherum verschluckt hat.

Die Insel gegenüber sah durch ihre bräunlich-felsigen Hänge nicht voll bewachsen aus, doch auf dem Gipfel erkannte man dichtere grüne Vegetation. Der Turm machte durch seine Farbe einen „rostigen“ Eindruck. Man könnte versucht sein, ihn als eine Art Leuchtturm zu sehen. Das Stück Land rechts schien eine Biegung zu machen, aber der Rest verschwand hinter dem Gesichtsfeld. Bei den schwarzen Hörnern handelt es sich um die komischen flossenähnlichen Gebilde.

Zu Beginn schien ich über das Meer zu fliegen. Während der ganzen Zeit konnte ich nichts hören oder riechen. Das Meer wirkte irgendwie rauh und aufgewühlt, was jedoch zum Teil auf den grauen Himmel zurückzuführen ist, der auf schlechtes Wetter hindeutete. Auf der kleinen Sandbank oder Insel, auf der ich mich befand, war man durch eine leichte Anhöhe von einem kurzen Uferstück getrennt, das in flaches Wasser überging. An diesem Punkt muss ich ungefähr die verlängerte astrale Hand hineingestreckt haben. Ich konnte sie nicht einmal als solche erkennen, sondern sah sie immer noch als graue, neblige Form. Es war eher so, als würde ich meinen Willen ausdehnen und dadurch meine Wahrnehmung erweitern, und da ich dabei die Vorstellung einer Hand vor Augen hatte, fühlte ich es wie mit einer physischen Hand mit fünf Fingern. Der Sand und das Wasser fühlten sich so ähnlich an, als wären die Hand und die einzelnen Finger mit einer Plastiktüte überzogen – real zwar, denn ich konnte den Sand und das Wasser zwischen den vermeintlichen astralen Fingern spüren, so wie eben in „echt“ auch. Doch irgendwie war die Empfindung abgedämpft und taub… der Vergleich mit der Plastikfolie trifft es schon sehr gut.

Der Übergang in den traumähnlichen Teil begann damit, dass nach dem Tastvorgang ein braunes Schiff in Sichtnähe auftauchte. Ich stopfte mir sogar noch Sand in die Traumtaschen, weil die Realität des Erlebten so körperlich gewesen war, dass ich unbedingt einen Beweis mitbringen wollte.

Ich finde es faszinierend, dass Igura ebenfalls auf einer Insel oder Sandbank stand und auf eine Bergkette gegenüber schaute. Ob es derselbe Ort gewesen ist, nur aus einer anderen Perspektive? War es Zufall, dass ich auf einer Insel gelandet bin, nachdem ich an Iguras Grey gedacht habe und die Insel in der Vergangenheit so eine besondere Bedeutung für sie hatte? Ich möchte es gerne glauben, und ich halte es ebenso wie Igura für einen irdischen Ort. Jedenfalls ist dieses Ziel keine schlechte Wahl gewesen. Ich mag das Meer, aber vor offenem Wasser habe ich Respekt und könnte nicht so ohne weiteres in bodenlose Tiefen tauchen. Und es sollte nicht das einzige Mal bleiben, dass mir ein Grey in Zusammenhang mit dem außerkörperlichen Zustand erschien.

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