Abductions bei Kindern (2) – Vorspiegelungen, Clowns & Creepiness

Im ersten Teil der Artikelreihe „Abductions bei Kindern“ wurden ein paar Beispiele dafür gezeigt, wie Greys mit Kindern umgehen. In der Art, wie sie mit ihnen interagieren und sich ihnen zu Beginn einer Entführung annähern, zeigt sich nicht selten ein Verständnis für „Kindlichkeit“. Eine spezielle Erscheinung in diesem Zusammenhang sind Vorspiegelungen. Die Alien-Wesen zeigen sich dem Abductee gegenüber nicht als Greys, sondern in einer anderen Gestalt, die zur jeweiligen Umgebung oder zu seinen Erwartungen passt. Sie versuchen dieses Bild auf mentalem Wege in ihm aufrechtzuerhalten und für bestimmte Zwecke einzusetzen – meist um Ängste zu nehmen und die Entführung unbemerkter einzuleiten. Vorspiegelungen kennt man ebenfalls aus den Erfahrungen Erwachsener. In der Kindheit lässt sich jedoch eine Angleichung der vorgespiegelten Bilder auf die kindliche Vorstellungswelt beobachten, was zu einigen bizarren Ergebnissen führen kann.

Gleichzeitig gibt es für jeden Heranwachsenden eine Schwelle, ab der sich die Angst vor dem Unbekannten stärker manifestiert. Daher geht es auch um die Frage, warum sich viele vor der äußeren Gestalt der Greys so gruseln. Es ist überraschend, welche Parallelen es dabei zu der Angst vor Clowns gibt.

Wer hat Angst vorm kleinen grauen Mann?

Kaum ein Erlebnis vereint all diese Punkte so wie das erste bewusste Aufeinandertreffen mit den Greys, das Bret Oldham in seiner Kindheit erfuhr. Als Bret fünf Jahre alt war, erwachte er und sah ein sehr helles Licht durch das Fenster scheinen. Stille lag über dem Haus und der Umgebung; alle anderen Geschwister schliefen. Eine Stimme manifestierte sich in Brets Kopf und teilte ihm fortwährend mit, dass er keine Angst haben müsse. Die Quelle der Stimme wollte Bret etwas Besonderes zeigen. Er fühlte den inneren Drang, ans Fenster zu gehen und nachzusehen, und zog schließlich den Vorhang zur Seite. Bis zu diesem Moment war seine Angst unerklärlich unterdrückt gewesen, doch nun sah er sich direkt mit einem der grauen Wesen konfrontiert. Es befand sich keine 30cm von ihm entfernt und starrte ihn direkt hinter der Scheibe an. Nun wurde Bret von einem Gefühl großer Panik ergriffen. Seine äußere Erscheinung wirkte auf ihn insektenhaft und starr. Die Augen des Wesens waren emotionslos und durchdringend. Bis heute vermeidet es Bret, den Wesen direkt in die Augen zu sehen, wenn es ihm möglich ist. Im Hintergrund sah Bret zwei identische Wesen, die bewegungslos nebeneinander postiert waren, und eines, das langsam auf sie zukam. Brets Blick verlor sich in den Augen des Wesens.

Er kam auf einem Tisch zu sich, der auf allen Seiten von Greys umringt war, und begann nach seiner Mutter zu schreien. Einer der Greys bewegte sich näher heran, und in diesem Augenblick setzte in Bret eine veränderte Wahrnehmung ein: Die Wesen sahen nun wie menschliche Doktoren aus, die allesamt klischeehafte weiße Arztkittel trugen. Damals versetzte es Bret nur noch mehr in Panik, weil er diese seltsame Verwandlung nicht verstehen konnte. Aus seinen späteren Erfahrungen mit den Greys lernte Bret, das die Greys seinen Geist durchforsteten und zu bestimmten Zwecken auf Gedankenbilder zurückgriffen. Für ihn handelte es sich um den mißlungenen Versuch, die Situation zu entschärfen und seine Ängste verringern zu wollen, indem man ihn mit einem gewöhnlicheren Szenario aus seiner Alltagswelt konfrontieren wollte (Oldham, S. 3 ff).

Oldhams Bericht und die folgenden Beispiele beschreiben Vorspiegelungen als mentale Manipulationen. Damit unterscheiden sie sich von gängigen psychologischen Konzepten wie z.B. Deckerinnerungen und unbewussten Verfremdungen, die als Eigenschutz bei traumatischen Ereignissen zum Greifen kommen. Auf Seiten der Alien-Wesen setzt es eine gewisse Empathie für die kindliche Vorstellungswelt voraus, selbst wenn die eingesetzten Bilder nicht wirklich passend erscheinen.

Jills erstes Erlebnis im Alter von fünf Jahren erhält dadurch ein unfreiwillig komisches Element. Es war eine sehr bewusste Erfahrung, die zugleich stark von ihrem kindlichen Denken geprägt war. Ähnlich wie bei Bret griffen die Greys auf etwas zurück, das sie scheinbar als wenig furchteinflößend erachteten.

Jill war nachts kurz aufgestanden, um im Wohnzimmer nach ihrem Vater zu sehen, der sich aber schon im Bett befand. Als sie gerade in ihr Zimmer zurücklaufen wollte, überkam sie ein seltsam überwältigendes Gefühl – so als ob sie jemand beobachten und gleich etwas Unheilvolles eintreten würde. Instinktiv kroch sie unter das Sofa und lugte vorsichtig darunter hervor, bis sich aus der Wand gegenüber eine Gruppe von Teddybären herausbewegte. Jill war total perplex und hörte eine Stimme in ihrem Kopf, die ihr sagte, dass sie herauskommen solle. Da sie irgendwie genau wussten, wo sie sich befand, blieb ihr nichts anderes übrig, als der Anweisung dieser inneren Stimme zu folgen. Sie ging vor den merkwürdigen Teddybär-Wesen her, die sie wieder in ihr Zimmer eskortierten. Dort kletterte sie zurück in ihr Kinderbett, wo sie nun bemerkte, dass die Teddybären plötzlich ganz anders aussahen – es waren eine Reihe von kleinen grauen Wesen, die von einem größeren Wesen begleitet wurden. Jill wusste in ihrer kindlichen Naivität nichts mit den Greys anzufangen und empfand sie eher als wundersam, selbst wenn das große Wesen durch seine Autorität eine furchteinflößende Wirkung in ihr auslöste. Sie war von den ganzen Geschehnissen derart überrumpelt und verschüchtert, dass sie sich einfach auf sie einließ (Dennett, S. 119 ff). Die absonderliche Interaktion, die sich ab diesem Moment entspann, findet sich im vorherigen Artikel: Abductions bei Kindern – Verhalten der Aliens. 

Vorspiegelungen bzw. Screen Images / Screen Memories (die Repräsentation der veränderten Erinnerungen im Gedächtnis) sind mittlerweile etablierte Begriffe. Kein Wunder, dass sie mittlerweile sogar eine filmische Interpretation erfahren haben. In der Mini-Serie „Taken“ gibt es einige kreative und effektvolle Demonstrationen von Vorspiegelungen, in denen greyähnliche Wesen eine mentale Beinflussung auf die Protagonisten der Handlung ausüben. Nichtsdestotrotz hat man für „Taken“ ziemlich gut recherchiert und einige der Darstellungen sind recht treffend. Die bekannteste Szene befindet sich wohl in der Einleitungssequenz zur zweiten Episode. Das Eichhörnchen aus Jesse Keys Lieblingskinderbuch, aus dem ihm seine Mutter kurz zuvor noch vorgelesen hat erscheint nachts am Fenster seines Zimmers und fordert Jesse auf, mit ihm mitzukommen. Man ahnt wie die Geschichte endet:

Vorspiegelungen sind trotz allem mentale Trugbilder, die auf das Bewusstsein einwirken. Die Erlebnisse, die der Abductee Taylor als Heranwachsender hatte, veranschaulichen stellvertretend ein anderes Phänomen: Die Bilder sind lange nicht so stabil, wie sie vielleicht scheinen. Im Alter von 16 bezogen Taylors Eltern ein Farmhaus, das sich in einem ländlichen Gebiet von Missouri befand. Das Feld und das große Waldgebiet hinter dem Haus wurden daraufhin zu wiederkehrenden Schauplätzen von Taylors Erfahrungen. Er verspürte den starken inneren Drang, den kleinen Teich im Wald aufzusuchen, und sah auf dem Weg dorthin zwei Rehe stehen, die ihn anstarrten. Das Geschehen war an diesem Punkt diffus; Taylor erinnerte sich daran, ebenfalls stehen geblieben zu sein, zu ihnen zurückgestarrt und seinen Weg irgendwann fortgesetzt zu haben. Doch irgendetwas an den ganzen Umständen stimmte nicht, und seine Erinnerungen begannen sich im Laufe der nächsten Monate zu erweitern. Die Rehe wurden zu zwei Greys, die ihn zu einem Objekt in der Nähe eskortierten. Ein ähnliches Erlebnis entspann sich aus dem gleichen inneren Drang. Auf dem Weg zum Teich sah Taylor eine weiße Gestalt, die zwischen den Bäumen schwebte. Er hielt sie für weiblich, aber nicht-menschlich, und das Ereignis war umso auffälliger. Dadurch war das vorgeschobene Bild einer ungewöhnlich großen Eule, die in Taylors Geist den Platz der schwebenden Gestalt einnahm, umso unstimmiger. Bereits einen Tag später brachen sich die tatsächlichen Erinnerung ihren Weg zurück an die Oberfläche (Dennett, S. 34 f). Tiergestalten stehen in der Liste der Vorspiegelungen weit oben und finden oft in naturnahen Schauplätzen Verwendung.

Greys, Clowns und der Creepiness-Faktor

Eines von Preston Dennetts Videos widmet sich ausschließlich mit dem Clown-Motiv in Alien-Begegnungen. So obskur die „Tarnung“ als Clown sein mag, so passt sie auch irgendwie zu den Greys, denn Clowns und Greys teilen einige Gemeinsamkeiten. In vielen Kulturen gibt es die Erscheinung der Clown-Angst, die im krankhaften Fall mit dem Begriff „Coulrophobie“ bezeichnet wird. Unter Abductees scheint die Angst vor Clowns ebenso weit verbreitet zu sein. Budd Hopkins versuchte diese Erscheinung mit der äußerlichen Nähe zu den Greys zu erklären. Greys und Clowns besitzen eine menschenähnliche, humanoide Gestalt. Das Bekannte und Vertraute der körperlichen Form ist gleichzeitig mit fremdartigen Elementen verbunden. Diese Fremartigkeit wird hauptsächlich auf die maskenhaften Gesichtszüge beider Figuren zurückgeführt. Um auf den Eingangsbericht von Bret Oldham zurückzukommen, ist es die fehlende Mimik und Gestik der Greys in Verbindung mit dem „insektenhaftem“ Aussehen und den großen starren Augen. Das maskenhafte Clownsgesicht löst eine ähnliche Wirkung in uns aus.

Eine Untersuchung, die sich mit diesem Zusammenhang beschäftigt hat, ist: „On the nature of creepiness“ von Francis T. McAndrew und Sara S. Koehnke. Der englische Begriff „creepy“ (gruselig, unheimlich) ist den meisten sicherlich geläufig. Die Forscher wollten herausfinden, was genau wir an bestimmten Eigenschaften, Dingen oder Personen eigentlich so „creepy“ finden. Creepy bezeichnet nicht eine genaue Angst, sondern es ist eher das diffuse, zweideutige, das wir nicht herauslesen und einordnen können. Die Unsicherheit oder Unbestimmtheit darüber, ob man sich einer Gefahr gegenübersehen könnte, sorgt für Anspannung und Unbehagen. Etwas wird unheimlich für uns. Clownsdarstellungen nehmen häufig bewusst auf diese Doppeldeutigkeit Bezug. In der Populärkultur wurde diese innewohnende Bedrohung durch den Joker, den Clown Pennywise und viele andere Kunstgeschöpfe dargestellt.

Die Forscher legten sich bei der Konzeption der Studie unter anderem das „agency-detection“ Paradigma aus der Evolutionären Psychologie zugrunde. Demnach halten wir unbewusst nach Bedrohungen in unsicheren Situationen Ausschau. Das könnte ein Grund dafür sein, warum Menschen dazu tendieren, sich in dunklen Umgebungen unwohl zu fühlen – das wird verstärkt oder ergänzt durch Orte, die nicht leicht zu überschauen sind und mehrere Versteckmöglichkeiten bieten. Wer denkt jetzt nicht gleich an den Platz unter dem Bett oder den Kleiderschrank aus Kindertagen? Und Hand aufs Herz, wer hegt diese Gedanken nicht heute noch ab und zu und hält nach Formen in der Dunkelheit außerhalb des Bettes Ausschau? Es ist möglicherweise eine übrig gebliebene Anpassungsstrategie, die unsere Sinne unter unklaren Bedingungen auf die Suche nach einer Gefahr anregt und uns im Ernstfall vor die Fight or Flight-Wahl zu stellen (Kampf oder Flucht).

Die Forscher machten sich auf die Suche nach Creepiness-Faktoren, die uns vor die Gefühle der Unsicherheit stellen und genauso als Rezept für einen Horrorfilm herangezogen werden können. Und zum Leidwesen der Greys muss man sagen, dass von ihnen gleich mehrere Punkte auf der Liste erfüllt werden. Wie gesagt: Es geht um ambivalente Eigenschaften, Dinge oder Merkmale an Personen, die für uns schwer einzuordnen sind. Im Großen und Ganzen können körperliche Anomalien, Ungepflegtheit oder seltsame Kleidung Creepiness auslösen, aber allein für sich gestellt sind sie noch kein hinreichender Grund zur Panik. In Verbindung mit einem Verhalten, das nicht zu einer Situation, passt, widersprüchlich ist, oder am schlimmsten – nicht vorhergesagt werden kann, sorgt es dagegen für den höchsten Grad an Beklemmung.

Creepiness-Faktoren, welche man daraus auf die Greys übertragen könnte, wären: Sehr dünne Figur, lange Finger, bleiche Haut, hervortretende Augen, wenig oder keine Erkennbarkeit von Emotionen, beobachtet, bevor eine Kommunikation aufgebaut wird, eventuell seltsame Kleidung, steht zu nahe an Person, Verhalten kann nicht eingeschätzt werden, ruft Angst hervor, Betroffener schätzt, dass sein Gegenüber ihm Schaden zufügen könnte, und der Glaube, das Gegenüber könnte bewusst etwas verbergen.

Das alles sind häufige Bestandteile einer Entführungssituation. Die Studie ist natürlich auf die menschliche Interaktion zugeschnitten, aber Creepiness-Faktoren lassen sich gleichermaßen in Tieren und unbelebten Objekten identifizieren. Hier kann man erneut die Aliens im Hinterkopf behalten. Eine Unfähigkeit, Emotionen ablesen zu können, lässt uns in einem zwiegespaltenen Verhältnis zu Puppen oder Masken stehen. Insekten stehen zwischen den Stühlen. Wir können sie schlecht „lesen“ und je weniger vertraute Elemente wir in ihnen finden, desto mehr verbinden mit ihnen eine Gefahr. Dinge, die uns an Sterblichkeit und Tod erinnern, versuchen wir zu vermeiden, selbst wenn es sich um einzelne Körperteile wie Zähne, Knochen und Fingernägel handelt. Frauen sind überdies sensibler für sexuelle Bedrohungen. Menschen, die eine berufliche Nähe oder ein Hobby zu den oben genannten Bereichen aufweisen, können uns triggern: Bestattungsunternehmer, Tierpräparatoren, Sexshop-Besitzer, Clowns, Insekten-, Knochen- oder Puppensammler. Unheimlich sind außerdem beobachtende Tätigkeiten, vor allem wenn es Menschen betrifft, die angestarrt, verfolgt oder fotografiert werden.

Dies ist sicher nur eine Studie unter mehreren, doch letzten Endes klingt es nach „common sense“ und die einzelnen Ergebnisse sollten nicht sonderlich voneinander abweichen. Für Greys und ähnliche Alien-Wesen dürfte die Bilanz verheerend sein: Allein durch ihr Wesen – also das, was sie eben sind –  scheinen sie bereits viele natürliche Ängste in uns auszulösen. Ihr Aussehen hat leicht insektenartige Züge, die durch die kaum wahrnehmbare Mimik und Gestik noch verstärkt werden können. Darüberhinaus sind Entführungen Erfahrungen, die massiv in unsere Körperlichkeit eingreifen und einen großen Kontrollverlust bedeuten. Vielleicht ist deshalb der erste und häufigste Satz, der an einen Abductee gerichtet wird, in den meisten Fällen das altbekannte „Hab keine Angst.“ Und wie Bret Oldham es auf den Punkt bringt, strömt mit der Präsenz der Wesen alles Wissen über sie schlagartig wieder ins Bewusstsein zurück, das ansonsten unterdrückt ist – und mit ihm auch die Angst.

Es könnte eine besondere Tragik darin liegen, dass wir alle zu sehr in unserer Natur verhaftet sind und nicht wirklich aus unserer Haut heraus können. Die Kommunikation der Alien-Wesen ist telepathisch. Ihre Wahrnehmung der Welt ist anders und erweiterter als die unsere – zu beidem fehlt uns der Zugang. Ihre Körpersprache ist der unseren nicht angepasst und wir „sehen“ nichts von ihrem reichen Innenleben. Die optische Ähnlichkeit zu einem irdischen Insekt ist vor allem bei den Gottesanbeter-Typen verblüffend. Nach meinem Eindruck aus den einzelnen Berichten rufen die Gottesanbeter mit die meisten Ängste hervor. Seltsamerweise sind gerade diese Wesen gegenüber den Abductees darauf bedacht, mehr von ihren Emotionen preis zu geben, was die Angst schließlich reduzieren kann. Bei den Greys treten hierbei die größeren Wesen hervor. Hier kann es eine Art Bezugswesen geben, während die kleineren Greys eher eindimensional und undurchdringlich bleiben.

Clowns, Cowboys und Perücken

In diesem Sinne könnten Vorspiegelungen als eine Art Vorgehensweise angesehen werden, um Angst und Trauma zu mildern. Sie könnten in Teilen der Versuch sein, einen Zugang zum Menschlichen zu finden und die Fremdartigkeit für uns zu verringern. Ob das so gut klappt ist hingegen eine andere Frage. Preston Dennet hat in seinem Video ein paar Veranschaulichungen dazu geliefert und so landen wir sogar bei Aliens mit Toupets und Business-Anzügen:

Zum einen nehmen Zeugen explizit auf die Clown-Optik Bezug. Die dargestellten Berichte beinhalten z.B. weißlich-bleiche Gestalten mit großen Augen, die an einem Fenster auftauchen. Das erweckt u.a. Assoziationen zu einem Pierrot oder Weißclown.

Zum anderen greifen die Aliens anscheinend selbst zu angenehmen familiären Elementen zurück. Bei Kindern geschieht das zuweilen unter Zuhilfenahme klassischer kindlicher Motive. Das kann mit einer Vorspiegelung verbunden sein: Der Cousin einer Zeugin fragt am nächsten Morgen eines Besuchs aufgeregt, ob die anderen den Zirkus und die Clowns vor dem Fenster gesehen haben. In anderen Fällen tragen Wesen ungewöhnlich bunte Kleidungsstücke. Angesichts solcher Vorkommnisse fragt Dennett, ob die Aliens einfach davon ausgehen, dass Clowns etwas Schönes für Kinder sind. Für gewöhnlich wirkt das Ganze eher aufgesetzt und bizarr. Die Wirkung, die ein realer Clown entfalten kann, ist zudem bei jedem Kind unterschiedlich. Diese Zweischneidigkeit trifft genauso auf die Wahrnehmung der Greys zu. Ab einem gewissen Alter und Entwicklungsstand wächst das Verständnis für die Andersartigkeit, die nicht zur normalen Erfahrungswelt passt. In letzter Zeit ist man dazu übergegangen, Angst- und Creepiness-Faktoren aus Clowns zu entfernen – Sie sind weniger geschminkt und ihre „Menschlichkeit“ ist deutlicher erkennbar. Verwandte Gestalten wie Knecht Ruprecht oder der Teufel sind langsam im Verschwinden begriffen.

In Erfahrungen Erwachsener gibt es vergleichbare Beschreibungen bizarrer Kleidungsstücke und Accessoires. Wie Whitley Strieber es ausdrückte, verfehlt es sein Ziel und sieht eben nur aus wie ein Grey, der eine Perücke oder altmodische Kleidung trägt. Von Strieber ist das Erlebnis einer Chinesin überliefert, die in der traditionellen Kultur ihres Heimatlandes verankert war. Einige Greys, die ihr einen Besuch abstatteten, trugen einen Kegelhut bzw. Reishut (Kuli). Die Abductee Anna Jamerson hatte unweit ihrer Pferdefarm eine Begegnung mit einem „Alien-Cowboy“, nachdem ihr Wagen zum Stillstand gekommen war. Er trat auf sie zu und trug einen überdimensionalen Western-Hut, einen klischeehaft dicken Schnurrbart und eine große Sonnenbrille, obwohl die Dunkelheit längst hereingebrochen war. Der Rest der Kleidung war zwar Cowboy-like, jedoch eng am Körper anliegend. Die Gestalt gab vor, Anna helfen zu wollen, und machte sich an der Motorhaube zu schaffen. Es kam zu einer Missing-Time-Episode. Offensichtlich spiegelte das Auftreten der Aliens die Persönlichkeiten der Abductees wieder, denen sie begegneten.

„Spacewoman“ – Skizze der Abductee Glenda

Greys und Haare schließen sich von Natur aus eigentlich aus. Der Forscher Hilary Evans führt die Abductee „Glenda“ an, die einen Bedroom-Visitor mit überbordendem langen Haar und bunter glänzender Kleidung skizzieren konnte.

Wenn es sich um ein telepathisch-mentales Phänomen handelt, ist seine Wirkung nicht nur einseitig. Eine nicht näher benannte Frau dachte in Gegenwart zweier kahlköpfiger Greys, die sich in ihrer Nähe befanden, an „Haare“, weil sie von ihrem Aussehen so irritiert war. Sogleich füllte sich der Kopf eines Wesens mit rötlich-goldenem Haar, was die Frau weitaus mehr ängstigte.

Die Spannbreite in der Wahl der Outfits, die von altmodisch bis hin zu exotisch reicht, scheint uns zu demonstrieren, dass den Aliens nicht unbedingt an Perfektion gelegen ist. Der Kern ist möglicherweise der Bezug zu dem Abductee und was er in seiner inneren Erfahrungswelt an Vorstellungen und gedanklichen Repräsentationen angesammelt hat. Diese Berichte zeigen nur einen kleinen Ausschnitt und die Thematik ist sicherlich eine zusätzliche Betrachtung wert. Zum vorläufigen Schluss des Artikels kommt man nicht umhin zu denken: Selbst wenn er in der Annäherung an uns das Menschliche sucht, ist und bleibt ein Grey für uns so doppeldeutig wie ein Clown.

Quellen:

Dennett, Preston. Inside UFOs: True Accounts of Contact with Extraterrestrials. Blue Giant Books, 2017. Kindle-Version.

Evans, Hilary: Visions, Apparitions, Alien Visitors: A Comparative Study of the Entity Enigma. Aquarian Press, 1986.

Oldham , Bret. Children Of The Greys. House Of Halo, 2013. Kindle-Version.

McAndrew, Francis T. , Koehnke, Sara S. : On the nature of creepiness. New Ideas in Psychology 43, 2016. S. 10-15.

Titelbild: pixabay.com, free licence.

3 Gedanken zu „Abductions bei Kindern (2) – Vorspiegelungen, Clowns & Creepiness“

  1. Interessanter Artikel! Ich mag auch keine Clowns, meine Frau – die mit etwa 22 Jahren in der Nacht einen Bedroom-Visitor, den sie damals für einen Engel hielt, neben dem Bett stehen sah – hat eine sehr starke Abneigung gegen Clowns. Tiergestalten: als junger Mann standen mir einmal zwei Katzen in einer Abstellkammer gegenüber, als ich die Tür öffnete!

  2. Sich als Clown zu verkleiden, ist die denkbar schlechteste Idee. Vor allem, wenn die Grey ihre Forschungssubjekte damit beruhigen wollen. Eigentlich sollten sie intelligent genug sein, unsere Kultur dahingehend deuten zu können. Diese ist randvoll mit Negativbeispielen von Clowns.

    Im Umkehrschluss ist es vielleicht auch kein Zufall, dass Clowns in einigen Filmen Außerirdische oder extradimensionale Wesen darstellen. Man denke nur an Pennywise aus Stephen Kings „Es“ oder die „Killer Klowns From Outer Space“. Das kommt davon, wenn Aliens in Clownskostümen kleine Kinder erschrecken!

  3. Jetzt wird mir einiges klar über meine Angst vor Clowne seit meiner Kindheit. Ich werde regelmäßig besucht, allerdings positiv wie auch negativ. Auch Echsenartige waren dabei. Meine Tochter hat Panik vor Insekten und Motten, Puppen und Clowne. Sie wird auch besucht. Es ist interessant zu wissen, das sie meinen uns so weniger Angst einzujagen. Klappt nur nicht. Achso, Vampire kamen in meiner Kindheit auch jede Nacht. Ich schlief deshalb oft im Schrank. Dankeschön für den Bericht. Ist sehr hilfreich.

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