UFO, das Steve Boucher bei der Entführung seiner Rock-Band sah

Beyond the Extraterrestrial Firewall (2) – Die entführte Rockband

In einer Oktobernacht im Jahr 1971 befand sich Steves Rockband „Harmony Grove“ auf dem Rückweg von einer Hausparty, als die Straße von einem hellen Objekt blockiert wurde. Dies bildete den Auftakt zu einer Kette von Ereignissen, die in der Rückschau ein paar besondere Details aufweisen und trotzdem noch genügend Raum für die Spleenigkeit der Greys liefern. Das Ereignis wurde in mehreren Hypnosesitzungen untersucht und über die Jahre hinweg mit Steves bewusst vorhandenen Erinnerungen komplettiert. Durch die kanadische CUFORN wurde zudem der Versuch unternommen, die früheren Bandmitglieder ausfindig zu machen und in die Untersuchung zu integrieren. Die ganze ausführliche Geschichte wurde am 3. März 1984 in einem Artikel für die Flying Saucer Review veröffentlicht, der mittlerweile frei verfügbar ist. Der Artikel enthält darüberhinaus einige Zeichnungen, Fotografien und Verweise auf Steves Kindheitserlebnisse. Steve selbst ist darin unter dem Pseudonym „Jack T.“ zu finden.

Die entführte Rockband

Neben seiner Funktion als Frontsänger galt die Leidenschaft des 16-jährigen Steve einem Instrument, das auf dem ersten Blick vielleicht eher ungewöhnlich für eine Rockband ist: Der Blockflöte. Damit stand er ganz in der Tradition verschiedener zeitgenössischer Bands wie Jethro Tull, Led Zeppelin, den Rolling Stones oder den zuvor zitierten Moody Blues. Steve führte stets ein kleines Flöten-Set in einer Umhängetasche mit, das aus einem Tenor, einem Alt und einem Sopran bestand (die Flöten werden im späteren Verlauf der Geschichte eine Rolle spielen).

An jenem Abend wurde der regelmäßige Auftritt in einem Hotel mit einen spontanen Abstecher zu einer Hausparty besiegelt. Dort gab die Band eine kurze Session und trat anschließend die Heimfahrt an. Mit an Bord waren:

– Tom, der Gitarrist und der Fahrer des Vans,
– Sam, der Drummer, auf dem Beifahrersitz,

und im hinteren Teil des Vans, zwischen dem Equipment im Innenbereich des Transporters:

– Calvin, der Bassist,
– Steve,
– Ann Marie, die Freundin von Sam,
– ein fremder Mitfahrer, der auf der Hausparty eine Rückfahrtmöglichkeit gesucht hatte.

Es war irgendwann gegen drei Uhr nachts. Der Rückweg nach St. Catharines, Niagara (Kanada) verzögerte sich unerwartet, da die nächstgelegene Auffahrt auf den Highway aufgrund einer Sperrung blockiert war. Plötzlich stoppte Tom den Van und deutete auf ein Objekt vor ihnen, mitten auf der Straße. Es war untertassenförmig und beleuchtete die Umgebung durch eine Reihe von Lichtern, die sich sowohl entlang seiner Mitte als auch an der Unterseite erstreckten. Bizarrerweise waren auf seiner Oberfläche Bullaugen erkennbar, und das Objekt schien ganz leicht in der Luft zu pendeln. Der Anblick versetzte die Bandmitglieder in Konfusion. Was war das? Wurde hier mitten in der Nacht an einem Film gedreht? Schnell wurde ihnen mulmig zumute, und Tom begann den Rückwärtsgang einzulegen – doch stattdessen bewegte sich der Van nach vorne, direkt auf das Objekt zu. Tom beteuerte, dass der Wagen auf keine seiner Aktionen reagieren würde. Er ließ sich weder lenken noch in irgendeiner Form abbremsen. Da begriff Steve, dass der Wagen in einer gleichförmigen und recht schnellen Bewegung nach vorne gezogen wurde, ohne dass die üblichen Erschütterungen des Aphalts zu spüren waren. Die Gruppe geriet in Panik und Steve bereitete sich im Geist auf einen Aufprall vor.

Nur etwa 10 Meter vom Objekt entfernt kam der Wagen zum Stillstand und setzte auf dem Boden auf. Alle Versuche, den Wagen zum laufen zu bringen, schlugen fehl. Es blieb nichts anderen übrig, als sich geduckt zu halten und darauf zu warten, was als nächstes geschehen würde. Vielleicht, so die naive Hoffnung, würden sie dann einfach nicht weiter bemerkt werden. Die Stille verwandelte sich in eine fast schon greifbar gespannte Atmosphäre. Tom und der Beifahrer, die sich in ihrer exponierten Position kaum verstecken konnten, wagten nicht einmal die kleinste Bewegung. Sie sahen, wie einige kleine Personen aus dem Objekt kamen und sich langsam an den verriegelten Türen zu schaffen machten. Durch das Fenster des Vans sah Steve einen jener seltsamen großen Köpfe, die sich zum Heck des Wagens bewegten. Kurz darauf konnte man hören, wie jemand erfolglos an der Hintertür herumhantierte. Die Sekunden vergingen, alles blieb still. Ohne Vorwarnung preschte der unbekannte Mitfahrer hervor und öffnete die Türverriegelung. Die Gruppe verfiel in ungläubiges Entsetzen. Steve glaubt heute, dass der Fremde einen telepathischen Befehl erhalten haben könnte. Die Tür sprang auf.

UFO, das Steve Boucher bei der Entführung seiner Rock-Band sah

 

Hinter dem Van waren drei Grey-Wesen postiert, die geradewegs in ihre Richtung starrten. Steve wollte reflexhaft nach einem Mikrofonständer greifen, um sich gegen die möglichen Angreifer verteidigen zu können. In diesem Moment wurden die Insassen von einer körperlichen Lähmung ergriffen. Das Anführer-Wesen schwebte durch die Öffnung ins Innere. Beim Blick in seine Augen konnte Steve eine Stimme in seinem Kopf hören, die ihnen mitteilte, dass man niemanden Schaden zufügen wolle. Es ginge ihnen nur darum, an einigen von ihnen Tests durchzuführen, die nicht lange dauern würden. Die Lähmung war notwendig geworden, weil einige unter ihnen gewalttätige Gedanken gegen sie gehegt hätten. Der Anführer fing auch schon an, die Leute nach unbekannten Kriterien auszuwählen. Bis auf Ann Marie forderte er die Personen im hinteren Bereich auf, mit ihm auszusteigen: Calvin, der Fremde und Steve. Gleich darauf kam es zu einer urkomischen Situation, die jedoch nicht gerade zur Verringerung der Anspannung beitrug:

„Und als er wegging, verfing sich sein Fuß im Snaredrum-Ständer, stieß die Trommel um und sie rollte hinten aus dem Van heraus und fiel auf den Boden, und dann hob sie sofort eines der anderen Wesen auf und begann, sie zu betrachten. Und so stieg der Anführer aus, und dann stiegen der Bassist und der andere Kerl aus, und dann folgte ich ihnen hinaus, und das Wesen mit der Trommel reichte sie dem Anführer, und er nahm sie, und er sah mich an und sagte: „Ist das deine?“ Und ich sagte: „Nein.“ Und er sagte: „Wem gehört sie?“ Und ich sagte: „Oh, sie gehört ihm“, und ich zeigte auf Sam auf dem Fahrersitz. Und Sam warf mir diesen bösen Blick zu, um mir zu sagen: ‚Warum hast du auf mich gezeigt? Ich will damit nichts zu tun haben.‘ Also sagte der Anführer zu dem Wesen, das ursprünglich die Trommel aufhob: „Geh und hol ihn. Bring ihn raus.“ Also ging das andere Wesen hinüber und kam mit Sam zurück, holte ihn heraus und brachte ihn zum hinteren Teil des Vans. Und der Anführer reichte ihm die Trommel und sagte: „Ist das deine?“ Und Sam nahm sie und sagte: „Ja.“ Und er sagte: „Ist sie beschädigt?“ Er sah sie sich an und sagte: „Nein, sie scheint nicht beschädigt zu sein“, und legte sie auf den Boden des Vans.“

Da er sich jetzt ohnehin schon draußen befand, wurde Sam kurzerhand mit den anderen mitgenommen. Die schwebende Fortbewegung der Greys folgte dabei einer ganz eigentümlichen Gesetzmäßigkeit. Dieses „Über-den-Boden-Gleiten“ ist ebenfalls aus anderen Fallberichten bekannt. Die Aliens können diesen Zustand in irgendeiner Form auf die sie begleitenden Menschen übertragen, z.B. indem sie sich hinter ihnen postieren und die Handflächen knapp unter bestimmte Positionen des Körpers halten, wie es z.B. Nadine Lalich an dieser Stelle beschreibt:

A: Nein, sie berühren meine Hände überhaupt nicht, sie legen einfach ihre Hände darunter. Sie machen eine hohle Hand unter meiner und es hebt mich um einige Zoll empor.

In diesem Fall sollte sich die Gruppe in einer Reihe aufstellen:

„Und er sagte: „Wir gehen auf das Schiff“. Und er sagte: „Wenn wir an Bord gehen, dann gehen wir alle zusammen, als eine Einheit.“ Und er sagte: „Wenn wir uns also in Bewegung setzen,“ sagte er, „schaut nicht nach links, nicht nach rechts, schaut geradeaus,“ und er sagte: „Und wenn wir in das Schiff gehen,“ sagte er, „berührt nicht die Hülle.“ Also ging er los und stellte sich vor uns, und eines der anderen Wesen stellte sich hinter uns. Und wir alle hoben irgendwie vom Boden ab und begannen uns zu bewegen, und ich dachte: „Wow, das ist wirklich seltsam.“ Und so bewegten wir uns auf das Schiff zu, und natürlich konnte ich nicht widerstehen, ich musste meinen Kopf drehen. Also schaute ich nach links, und sobald ich nach links schaute, blieben wir stehen. Und als ich wieder geradeaus schaute, bewegten wir uns wieder weiter. Also dachte ich: „Oh, so funktioniert das also.“ Und dann habe ich versucht, nach rechts zu schauen, und wir blieben wieder stehen. Und das Wesen drehte sich nicht um, es wartete nur, und als ich geradeaus schaute, bewegten wir uns wieder los.“

Man ahnt es vielleicht – Steve konnte auch der Berührung der leicht warmen Außenhülle nicht widerstehen. Die Strafe folgte auf dem Fuße:

„Es fühlte sich an wie Aluminium, eine Art Metall. […] An der Stelle, an der ich das Schiff mit dem Finger berührte, hatte ich etwa zwei Wochen später eine riesige Plantarwarze auf der Oberfläche meines Fingers. Und es hat lange gedauert, bis ich sie losgeworden bin, so etwa ein paar Monate. Es war die schlimmste Warze, die ich je hatte.“

Im Inneren des Schiffes wurde die kleine Gruppe aufgeteilt und jeweils unter die „Fürsorge“ eines der Grey-Wesen gestellt, die ihnen als Aufpasser zur Seite standen. Steve war mit dem Anführer zusammen, der ihn zu einer Sitzbank führte, auf der er seine Kleidung ablegen und zu einem Stapel sortieren sollte. Da die Tasche mit den Flöten fast schon mit ihm verwachsen war, war sie direkt mit an Bord gewandert und Steve fragte sich, ob die Wesen an ihrem Inhalt interessiert sein könnten. Als Nächstes wurde Steve in einen anderen Bereich des Schiffs geführt. Die weißen Wände waren von einem diffusen Licht erhellt. Steve wurde gebeten, auf einer Art Arbeitsplatte Platz zu nehmen, unter der sich eine Reihe von Schubladen befanden. An jedem dieser Schubladen oder Fächer waren kleine runde Griffe befestigt. Geistesgegenwärtig dachte Steve daran, irgendeinen materiellen Gegenstand mit von Bord zu nehmen, damit ihm jemand diese Geschichte glauben würde. Während der Anführer mit einem anderen Wesen beschäftigt war, fummelte er an einem der Griffe herum und bekam ihn tatsächlich lose. Doch ganz ohne Kleidung fehlte ihm dummerweise das passende Versteck, so dass er den Griff einfach ganz unschuldsvoll in seiner Faust vergrub:

„Und er sah mich irgendwie seltsam an und sagte: „Was hast du?“ Und ich sagte: „Was meinst du?“ Und er sagte: „Du hast etwas genommen.“ Und mir wurde klar, dass man vor diesen Typen nichts verbergen kann. Sie kennen deine Gedanken und… also musste ich es ihm zeigen. Und er nahm mir den Griff aus der Hand und sah mich an und sagte: „Das kannst du nicht behalten.“ Und ich sagte: „Warum nicht?“ Und er sagte: „Weil wir es dich nicht behalten lassen dürfen.“

Die folgende Prozedur beschreibt das Abtasten oder Abscannen mit einem bestimmten Gerät:

„Und es sah aus wie ein Handapparat eines zeitgenössischen Telefons. Und es waren keine Drähte daran befestigt oder sonst etwas. Und er sagte: „Ich werde dir zeigen, wie das funktioniert.“ Und er streckte seinen Arm aus und schaltete dieses Licht ein, und es strahlte dieses grüne Licht auf seinen Arm. Und als er das Instrument auf seinem Arm auf und ab bewegte, konnte ich die Knochen unter seiner Haut sehen, ich konnte sein Skelett sehen. […] Und dann sagte er: „Jetzt möchte ich es an dir ausprobieren.“ Und ich sagte: „Wird es weh tun?“ Und er sagte: „Nein, es tut gar nicht weh, aber es kribbelt vielleicht ein bisschen.“ Und er sagte: „Streck deinen Arm aus.“ Ich streckte meinen Arm aus und er scannte meinen Arm mit diesem Ding ab. Und als ich meinen Arm ansah, konnte ich nicht nur das Skelett sehen, sondern auch die Muskeln, das Muskelgewebe, ich konnte die Venen und Arterien sehen, ich konnte meinen Puls in den Venen sehen, ich konnte alles unter meiner Haut sehen. Und ich war einfach nur erstaunt über dieses Ding. Und ich fragte mich, warum ich das nicht sehen konnte, als er es auf seinen Arm legte. Alles, was ich sehen konnte, war eine Art Skelettstruktur. Ich sah keine Nerven oder Venen oder sonst etwas.“

In seinem Buch präzisiert Steve den Begriff „zeitgenössisches Telefon“ und vergleicht ihm mit dem Handstück des Contempra-Modells der späten sechziger Jahre:

Contempra_phone_closed
Quelle: Wikimedia Commons / Marius Dzialek. Red Contempra phone closed with cord. https://en.wikipedia.org/wiki/Contempra

 

Zur Vervollständigung sei darauf verwiesen, dass es mittlerweile Venenscanner, bzw. Venenfinder gibt, die im medizinischen Bereich Anwendung finden. Sie senden ein ungefährliches nahes Infrarotlicht aus, das vom venösen Blut absorbiert wird. Mit diesem Kniff können die Venen unter der Haut sichtbar gemacht werden, was bei der Angst vor Spritzen oder generell schwer zu findenden Venen von Vorteil ist. Daneben gibt es biometrische Verfahren, die auf den Einsatz von Venenscannern beruhen.

Die von Steve beschriebene Alien-Technologie ist vielleicht nicht annähernd damit vergleichbar, aber die Ähnlichkeiten sind auf den ersten Blick recht verblüffend (Handscanner, grünes Licht, Darstellung des Innenlebens) – erst recht wenn man bedenkt, dass Steves Erlebnis aus dem Jahr 1971 stammt und erst Anfang der 80er aufgedeckt wurde:

Zum Vergleich kann man sich noch Steves Illustration aus dem Flying Saucer Review ansehen (Seite 6).

Steve verliert das Bewusstsein, als er auf einer Liege platziert wird und in ein helles Licht schauen soll. Es sendet Lichtimpulse aus, die seinen Blick fokussieren und ihn anscheinend sedieren, während die Wesen damit beschäftigt sind, seinen Körper abzuscannen. Was in dieser Zeit passiert ist, entzieht sich Steves Kenntnis. Am Ende werden alle Beteiligten wieder zusammengeführt. Es entsteht ein ungewöhnliches Setting, in dem die Entführten die Gelegenheit bekommen, eine kurze Frage zu stellen. Vielleicht hat sich der ein oder andere schon einmal überlegt, was er einen Alien in solch einem Fall fragen würde. Steve schafft es zumindest, die Wesen für kurze Zeit aus der Fassung zu bringen:

„Die beiden Wesen standen also vor uns, und sie sagten: „Wir haben jetzt ein paar Minuten Zeit, wenn ihr uns irgendwelche Fragen stellen wollt, dann ist jetzt der Zeitpunkt dafür.“ Ich wartete also und ließ den anderen den Vortritt, denn ich versuchte zu überlegen… Ich musste ihn etwas Wichtiges fragen. Denn die anderen Jungs stellten Fragen wie: „Woher kommt ihr?“ Und er zeigte uns eine Sternenkarte an der Wand und sagte: „Kennt ihr die Sterne überhaupt?“ Und wir sagten: „Naja… nicht wirklich.“ „Nun, dann…“, sagte er: „Es würde zu nichts führen, wenn wir euch sagen, woher wir kommen, aber“, sagte er, „es ist aus dieser Gegend hier.“ Und dann hat er… jemand anderes hat gefragt: „Habt ihr irgendwelche Basen hier auf der Erde?“ Und er sagte: „Ja.“ Er sagte: „Tatsächlich gibt es eine genau hier draußen.“ Und er zeigte aus dem Fenster auf den Ontariosee. Und dann kam er zu mir, ich war an der Reihe, ihm eine Frage zu stellen. Also dachte ich mir eine wirklich gute Frage aus. Ich sagte: „Welche Religion auf der Erde ist die richtige?“ Und er sah das andere Wesen an, und beide sahen mich an, als wären sie überrascht. Und er sagte: „Warum stellst du uns so eine Frage?“ Und ich sagte: „Nun, es ist offensichtlich, dass ihr technologisch viel weiter fortgeschritten seid als wir, und ihr seid wahrscheinlich auch gesellschaftlich fortgeschrittener, und ich nehme an, dass ihr auch spirituell weiter fortgeschritten seid. Wenn also jemand weiß, was die richtige Religion auf der Erde ist, dann seid ihr es.“ Und meine Antwort schien ihnen zu gefallen. Und dann sah er mich an und sagte: „Es gibt keine richtige Religion auf der Erde.“ Und er sagte: „Und das ist das Ende der Fragen.“ Und sie wandten sich sofort ab und ich sagte: „Moment“, sagte ich, „ihr könnt nicht einfach mit so etwas herausplatzen und es nicht erklären“, sagte ich: „Könnt ihr das nicht ein bisschen genauer erklären?“ Und er sagte: „Nein“, sagte er, „Eigentlich haben wir dir schon zu viel erzählt.“

Als die anderen vom Schiff geführt werden, zeigt sich, dass Steves Zuteilung zum Anführer auf keiner zufälligen Entscheidung beruhte. Das Wesen bittet ihn, noch kurz bei ihm zu bleiben, und beim Blick in seine Augen verfällt er gleich darauf in einen trancehaften Zustand. Natürlich war es der Commander, der bereits in Steves Kindheitserlebnissen aufgetaucht war. Steve kommt langsam wieder zu sich. Während er Stück für Stück in einen bewussteren Zustand zurückfindet, realisiert er, dass ein anderer Teil in ihm verschwimmt, der sich offenbar in einer tiefen geistigen Interaktion mit dem Wesen befunden hatte. Die damit verbundene Flüchtigkeit von Worten und Erinnerungen kenne ich sehr gut. Viele der Alien-Interaktion erfolgen gerade auf diesen unbewussten Kanälen. Ich bin der Überzeugung, dass ein wesentlicher Bestandteil von Kontakt genau darin besteht und die Kommunikation sozusagen mit anderen oder höheren Teilen unseres Selbst erfolgt, die eher mit der Realität der Alien-Wesen verbunden sind. Die Informationen sind uns „hier unten“ vielleicht oft unzugänglich, entfalten aber eine Wirkung, die bis in unser alltägliches Bewusstsein hineinreicht. Auf der anderen Seite ist die Frustration, von all diesen verborgenen Facetten seines Lebens abgeschnitten zu sein, nur allzu verständlich:

„Ich schaute dieses Wesen an und spürte diese unglaubliche Liebe, die von ihm ausging. Es war einfach ein unglaubliches Gefühl der Liebe, das ich noch nie zuvor in einer anderen Situation so empfunden habe. Und er sagte etwas zu mir, und ich glaube, ich war immer noch ein wenig unter Hypnose. Und ich habe nur das Ende seiner Worte mitbekommen, als er sagte: „Und in der Zukunft“, sagte er, „wirst du eine große Hilfe für deine Freunde und deine Familie sein.“ Und irgendetwas darüber, eine wichtige Rolle zu spielen, aber ich… Ich versuchte, mich an das zu erinnern, was er mir gesagt hatte, aber es war schon in mein Unterbewusstsein geschlüpft und… Ich versuchte mich so gut ich konnte zu erinnern… Was hatte er mir gerade gesagt? Denn es hatte sehr tiefe Gefühle in mir ausgelöst. Und mein Gesicht fing an zu jucken. Ich wollte mich kratzen, aber es war klatschnass. Mir wurde klar, dass ich aus irgendeinem Grund geweint hatte. Warum weinte ich?“

Das Wesen scheint Steves Bemühungen nur allzugut zu verstehen und lenkt seine Konzentration geschickt auf ein anderes Thema: Die Tasche mit den Blockflöten.

„Ich öffnete also die Tasche mit den Blockflöten, nahm eine heraus, setzte sie zusammen und spielte ein wenig darauf. Und ich habe sie ihm gezeigt. Ich reichte sie ihm sogar. Und er streckte die Hand aus und nahm sie. Und das war das erste Mal, dass ich einen wirklich guten Blick auf seine Hand werfen konnte. Und seine Finger waren viel länger, die Fingernägel waren fast wie Krallen, sie waren nicht wie normale menschliche Fingernägel. Und die Haut sah irgendwie schuppig aus und war trocken. Und rein vom Anblick seiner Hand bekam ich ein bisschen Angst und wollte sie mir nicht ansehen.“

Das Wesen tat etwas sehr Merkwürdiges: Anstatt zum Mund führte es die Flöte an die Nasenlöcher. Dadurch konnte es dem Instrument tatsächlich ein paar Töne entlocken:

Steve Boucher & Blockflöte

Steve ist der Ansicht, dass dies Rückschlüsse auf den fremdartigen Körperbau der Greys zulässt und die Mundöffnung bei ihnen eventuell eine andere Funktion erfüllt, als es bei uns der Fall ist. Unter dem überwältigenden emotionalen Eindruck einer tiefgreifenden Verbindung kam Steve auf die spontane Idee, dem Commander die Flöte zum Geschenk zu machen. Der Commander zeigte kurze Verständnisprobleme, bis Steve ihm erklärte, dass es ihm als Hilfsmittel dienen könnte, um an ihn zu denken. Schließlich behielt er die Flöte. Die Frage bleibt offen, ob sie gegenwärtig in einem Kuriosenkabinett der verlorenen Dinge ausgestellt ist oder jetzt gerade irgendwo im Universum ein Flöte spielender Grey existiert.

Beim Besteigen des Vans bemerkte Steve, dass sich die restlichen Bandmitgliedern wieder zurück auf ihren ursprünglichen Plätzen befanden. Für kurze Zeit saßen sie völlig regungslos da und starrten ins Leere. Dieser seltsam abwesende Zustand, der sich möglicherweise auf eine Trance zurückführen lässt, wurde im nächsten Moment durchbrochen, als sie gleichzeitig wieder zum Leben erwachten. Genau so bizarr war nun ihr weiteres Verhalten. Sie eröffneten Steve, dass sie gerade gemeinsam beschlossen hätten, niemals über das Erlebte zu reden. Wenn nur einer von ihnen damit an die Öffentlichkeit ginge, so würden sie seine Version der Dinge einfach leugnen. Steve war total perplex. Auf der Heimfahrt bemerkte er jedoch ein Phänomen, das ihm bereits aus seinen Kindheitserlebnissen bekannt war:

„Aber als sie mich nach Hause brachten, hörte ich sie immer wieder in meinem Kopf, wie sie sagten: „Du wirst es vergessen. Du wirst all das hier vergessen. Du wirst vergessen, dass du uns getroffen hast. Du wirst alles vergessen.“ Und ich habe im Geiste mit ihnen gestritten: „Nein, das werde ich nicht! Nein, werde ich nicht! Ich werde das nicht vergessen. Ich werde mich daran erinnern, so lange ich lebe.“ Und wir hatten so eine Art telepathische Auseinandersetzung. Und alle waren irgendwie still. Und als sie mich absetzten, ich wohnte damals bei meinen Eltern, kam ich oft nachts nach Hause, spät in der Nacht, ich hatte meinen eigenen Schlüssel, um reinzukommen. Und ich ging rein, ich ging in die Küche und nahm mir Stift und Papier. Und ich schrieb in Stichpunkten alles auf, woran ich mich erinnern konnte, das heißt, die wichtigsten Dinge, an die ich mich erinnern konnte. Und dann nahm ich den Zettel und legte ihn in meine Kommodenschublade und ging ins Bett.“

Am nächsten Morgen hatte Steve das Erlebnis vollkommen vergessen. Der Zettel fiel ihm erst Jahre später in die Hände. Auch die losgetretene Untersuchung tappte im Dunkeln: Zwar konnten das Datum und die Wohnung der damaligen Hausparty durch Toms Aufzeichnungen genau bestimmt werden, doch den Bandmitgliedern fehlte jegliche Erinnerung daran. Tom erklärte sich zu einer Hypnosesitzung bereit, welche die Nebelhaftigkeit der kollektiven Erinnerungen nur noch weiter verdeutlichte. Jedes Detail dieses einen bestimmten Zeitraums blieb für ihn unerreichbar. Er beschrieb das Gefühl einer mentalen Blockierung, die so weit führte, dass er plötzlich sogar den Namen der Band vergessen hatte. Er wusste lediglich, irgendwann, irgendwo von der Straße abgekommen zu sein. Danach verweigerte er seine Kooperation.

Quellen:
  • Alien Abductee Tells All Inside UFO, Secret Bases On Earth, and more. Übersetzungen von mir.

 

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