"Dirty Little Secret: Confessions of an Alien Contactee" von Erin Montgomery

„Dirty Little Secret“ – Erin Montgomerys Erfahrungen

Die Stationen von Erin Montgomerys Gefühlkarussel unterscheiden sich nicht sonderlich von vielen anderen Entführten: Angst, Selbstzweifel und das Gefühl, zum ohnmächtigen Spielball einer unaufhaltsamen Macht geworden zu sein.  Da kommt es im Oktober 2018 zu einem jener besonderen Schlüsselmomente. Erin erwacht neben ihrem Ehemann und erlebt das folgende Geschehen völlig bewusst mit. Ohne Vorwarnung werden die Decken von ihren Betten gezogen. Um sie herum stehen drei Gestalten. Erin blickt einen der Greys an – ein großes, kreideweißes Wesen – und statt Angst steigt Vertrautheit in ihr auf. „Oh, hallo, du bist es!“ entfährt es ihr überrascht. Der Grey antwortet fast schon gelangweilt: Natürlich sei er es, sie solle nicht dumm sein, er habe mehr von ihr erwartet. Erin nimmt seine Hand und lässt sich bereitwillig von ihm fortführen.

Das Gefühl dieser Vertrautheit beschäftigt sie. Wie kann es sein, dass sie dieses Wesen so gut kennt, aber sich im normalen Alltagszustand nicht daran erinnern kann? Diese und ähnliche Widersprüchlichkeiten führen ganz automatisch zu weiteren Fragen, die Erin in „Dirty Little Secret“ zusammenzuführen versucht. Ist sie Teilnehmerin in diesem Prozess – oder willenloses Versuchskaninchen? Hilft sie den Greys sogar während Entführungen? Gehören die Hybridenkinder zu ihr – oder zu den Aliens? Eines ist klar: Es gibt keine einfachen Schwarz-Weiß-Antworten.

Der Bewusstwerdungsprozess

Obwohl paranormale Phänomene stets einen natürlichen Teil des Lebens bildeten, blieben Erins Alien-Erfahrungen lange vor ihr verborgen. Es waren ungreifbare Schatten, die mit Beginn ihrer Pubertät präsenter – das Gefühl einer Anwesenheit im nächtlichen Schlafzimmer, das Gefühl, beobachtet zu werden, über dem Bett zu schweben oder von einiger Höhe dorthin zurück zu fallen. Nach dem Besuch eines UFO-Vortrags schoss die nackte Angst in ihr hoch. Den Anblick des Sternenhimmels, den sie zuvor so gerne beobachtet hatte, konnte sie plötzlich nicht länger ertragen. In der gleichen Nacht hatte sie ein seltsames Erlebnis. Es war, als hätte „etwas“ seine Anwesenheit in ihrem Leben bekräftigt.

Längst vergessene Erinnerungen aus ihrer Kindheit flackerten auf, die sie hartnäckig beiseite schob. Die Eskalationsspirale drehte sich so lange weiter, bis Erin Anfang zwanzig mit ihrer jungen Familie umziehen musste – und es sie ausgerechnet in die Alien-Hauptstadt der Welt verschlug, nach Roswell / New Mexico. Aliens und Grey-Gesichter überall. Entkommen zwecklos. Ihr neues Exil bezeichnet sie zwar oft scherzhaft als „kosmischen Witz“, andererseits war dieser Ortswechsel einer dieser schicksalhaften „Zufälligkeiten“, die ihren Zweck erfüllten. Denn irgendwann platzte der Knoten:

„Und das war völlig gegen meinen Willen. Es war nicht das, was ich tun wollte, und es war, denke ich, eine Fortsetzung des: „Ich will nicht in den Himmel schauen, ich will nicht wahrhaben, was mit mir geschieht.“ […] Ich spreche oft davon, dass ich geführt werde, dass ich wie eine Schachfigur in einem Spiel bewegt werde, denn ich muss das verstehen. Ich muss in der Lage sein, im Hier und Jetzt zu sein und mir bewusst zu machen, wer ich bin und was in meinem Leben vor sich geht. Und der einzige Weg, wie ich glaube, dass sie mich dazu bringen konnten, war, meinen Hintern genau hier in der Stadt zu platzieren, damit ich es verarbeiten konnte.“

Erins Erlebnisse wurden fortan bewusster und sie konnte sich hinterher besser an einzelne Episoden erinnern. Nachdem sie auf dem jährlichen Roswell-Festival die Bekanntschaft von Yvonne Smith gemacht hatte, entschied sie sich für die Durchführung einer Rückführungssitzung. Smiths Erfahrungen zufolge sind die aufgedeckten Erlebnisse unter Hypnose weit weniger schlimm als die Version, die man sich in seinem Kopf dazu geschaffen hat. Die Erlebnisse sind beängstigend, keine Frage – doch wenn man einen klaren Blick darauf wirft, wird die Angst durch das eigene Zutun nur abstrahiert und verstärkt.

Das Implantat

Auch Erin hatte eine Kindheitserinnerung, die sie mit ihrem großen Trauma in Verbindung brachte. In ihrer bewussten Erinnerung begann es wie eine außerkörperliche Erfahrung. Sie sah sich durch den Flur ihres Elternhauses schweben und glaubte sogar, ihre Eltern beim Fernsehen im Wohnzimmer gesehen zu haben. Unter Hypnose zeigte sich, dass die Erinnerung in ihrer Wahrnehmung verzerrt worden war. In Wahrheit war ein helles Licht durch das Fenster ihres Zimmers gefallen. Sie hatte ein Wesen wahrgenommen, das ihrem Bett am nächsten stand und Erin seltsam vertraut war. Tatsächlich ist es von Kindheit an bei den meisten Begegnungen anwesend, um Erin zu assistieren und sie zu beruhigen. Dieses Wesen hat für sie eine erkennbar weibliche und mitfühlende Ausstrahlung, während die meisten anderen Greys einen männlichen Eindruck erwecken. Eine weitere Eigenart ist, dass sie ihre Köpfe nicht einfach nur als rund und voluminös, sondern mit einer ausgeprägten Form beschreibt, die an der Oberseite nach hinten zuläuft und dem Gesicht dadurch eine zusätzliche Tiefe verleiht:

Erin Montgomery Grey

Die Berührung des weiblichen Wesens löste ein elektrisch anmutendes Pulsieren in ihrem Arm aus. Einer ihrer Begleiter hatte sich am Fußende des Bettes postiert, wo er Erin ebenfalls berührte, was ihren Körper zum Schweben brachte. Von den Greys eskortiert, ging es über den Korridor des Hauses ging es direkt durch die Decke, hoch nach oben und in ein wartendes Schiff. Für Erin war es zunächst eher ein aufregendes Abenteuer:

„Das Innere des Schiffes war wieder sehr, sehr steril, ich empfand es eher als Silberton. Und es fühlte sich an wie in einem Milchwagen. Nur ein ovaler… zylindrische Gänge und Eingänge, sehr blank, sehr makellos. Ich wurde in ein Untersuchungszimmer geführt, und in diesem Untersuchungszimmer, und ich weiß nicht, ob ich es nur so in Erinnerung habe, aber es sah sehr wie in einer Zahnarztpraxis aus. Es gab Schränke und Tresen und einen Stuhl, der wie ein Zahnarztstuhl aussah. Ich wurde dort hineingesetzt und dann festgeschnallt.“

Ein großes Wesen betrat den Raum, das sofort eine große Angst in Erin auslöste – möglicherweise wegen seines insektoiden Aussehens. Die Greys gaben ihr Bestes, um Erin zu beruhigen:

„Und er war sehr, sehr groß und dünn. Sehr groß, sehr dünn, lange Arme, lange Beine. Und er ist derjenige, der mir damals ein Implantat in die Mundhöhle eingesetzt hat. Und es war wie ein biologisches Implantat, was wirklich interessant ist, ich habe noch nie gehört, dass jemand so etwas beschrieben hat. Es war eine Art gallertartiges rosa Zeug. Und es wurde mit einer langen, dünnen Gabel mit zwei Zinken in den Gaumen eingeführt.“

Im Anschluss an diese Prozedur wurde Erin von dem weiblichen Wesen zu einem Fenster geführt, wo sie die Sterne und die weit entfernte Erde sehen konnte.

Nach der Sitzung spekulierte Erin mit Yvonne Smith darüber, welches Hirnareal sich wohl über dem fraglichen Bereich befinden könnte, und kamen auf die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) zu sprechen. Zusammen mit dem dahinter angeschlossenen Hypothalamus hat die Hypophyse eine grundlegende Bedeutung für die Regulierung des Hormonhaushalts im menschlichen Körper. Da der Mund- und Nasenbereich eine ganz eigene Aufmerksamkeit zu erfahren scheint, kann an dieser Stelle nur spekuliert werden, ob Implanate bewusst in der Nähe dieser strategisch zentralen Schnittstelle platziert werden – z.B. zur Überwachung von körperlichen Daten (etwa über das vegetative Nervensystem), zur Steuerung und Stimulation der Hormonausschüttung, Manipulation von körperlichen Funktionen, (etwa hinsichtlich fortpflanzungsbezogener Prozeduren), etc.

Evolution des Kontakts

Dahingehend kann das zweite Erlebnis, das Erin in das Alter von 10 oder 11 Jahren zurückführte, als logische Fortsetzung gesehen werden:

„Sobald ich auf dem Schiff war, wurde ich in einen anderen Untersuchungsraum gebracht, und das wäre das erste Mal gewesen, dass ich eine Beckenuntersuchung hatte, und es war direkt vor der Pubertät und als Mädchen begann meine Periode. […] Und so denke ich, dass mir das Zuchtprogramm zu dem Zeitpunkt, als ich anfing, erwachsen zu werden, vorbestimmt war. Und sie wussten es, und sie haben es überwacht.“

Obwohl Erin nach eigenen Angaben kaum mit Entführungsliteratur in Berührung gekommen ist, um bei der Aufarbeitung ihrer Erlebnisse frei von Einflüssen zu bleiben, beschreibt sie danach eine der typischen Lehrsituationen für Kinder. In einem großen Raum gibt es mehrere Stationen, an denen Kinder entweder in Gruppen oder in Einzelunterricht von großen hellhäutigen Grey-Wesen („Tall Whites“) angeleitet werden. In Erins Fall geht es um die Manipulation von Gravitation, die sich zu einem Schwebetraining entwickelt, und um die Wichtigkeit, die verschiedenen Energien in der Welt um uns herum zu spüren. Das Wesen lässt sie die Energieflüsse in den Chakren ihres Körpers fühlen, der kurz darauf von heftigen Vibrationen übermannt wird. Der Sinn dieser Lehrsituationen ist ungewiss. Trotz ihres spielerischen Charakters ist es den Aliens offensichtlich wichtig, dass die Kinder das geteilte Wissen verinnerlichen. Die Wesen teilen den Entführten z.B. mit, dass sie sich zu einem späteren Zeitpunkt daran erinnern werden („wenn es an der Zeit ist“) oder dass sie die Erfahrungen teilweise in ihrem Leben anwenden können.

Diese Form der Wissensvermittlung setzte sich in den unterschiedlichsten Situationen fort – nun zum Teil auf eine ziemlich bewusste Art und Weise. Für Erin waren es so etwas wie Begleiter, die an bestimmten Schwellenpunkten in ihrem Leben auftauchten und einen mentalen Austausch mit ihr führten. Dabei ging es mitunter um ganz weltliche Dinge, wie z.B. die Warnung vor einer neuen Beziehung, die sich als toxische Abwärtsspirale erweisen sollte. Erin wollte diesen Umstand nicht wahrhaben und befand sich schließlich an einem dunklen Punkt. Eines der Wesen verlieh ihr mittels seiner tröstenden Anwesenheit die Kraft, um sich aus ihrer Abhängigkeit zu befreien, was gleichermaßen auf den Inhalt der damaligen Lektionen zurückzuführen ist:

„Da war kein Geschlecht. Es war so wie… er sagte: „Wie auch immer du mich wahrnehmen willst, ist in Ordnung. Wenn es dir hilft, mich mit einem Geschlecht zu sehen, dann tu es, was auch immer.“ Aber er war derjenige, der mir wirklich geholfen hat, zu verstehen, wie ich Grenzen ziehen kann, wie ich mich außersinnlich schützen kann, wie ich Energien, die mir nahe kommen, fernhalten kann, aber auch, wie ich mich öffnen und mit diesen Energien, die ich um mich herum wahrnehme, arbeiten kann, um ihnen dann zu helfen.“

Daraufhin kam Erin besser mit den paranormalen Erscheinungen und Fremdenergien zurecht, die sie seit ihrer Kindheit begleiteten. Die Wesen konfrontierten sie so mit einem Weltbild, gegen das die materiell-sichtbare Welt eigentlich nur wie ein Schatten wirkt. Eine Konzentration der Wissensvermittlung lag z.B. auf dem außerkörperlichen Zustand und der Erkundung der astralen Bereiche:

„Vieles von dem, was sie mir beibringen, ist dieses Multidimensionale, „Beschränke dich nicht“, „Sei nicht dumm, Kind.“ Öffne deinen Geist. Du bist viel mehr, als du überhaupt ansatzweise begreifst.“

Mittlerweile kann Erin diese Grundlagen für sich nutzen, selbst wenn dies oft auf einer rein intuitiven Ebene geschieht. Das eigentliche Wissen darum scheint irgendwie einem höheren Teil von ihr zu entspringen. Hier nähern wir uns gleichzeitig den unheimlichen Aspekten des Phänomens, ganz so wie Whitley Strieber es mit seinen Worten zusammenfasst: „Es ist das Nützlichste und Wertvollste in meinem Leben, aber gleichzeitig auch das Beängstigendste.“

Zum einen beruht dies auf der Omnipotenz der Wesen als den Vertretern einer höheren Realität, die Einblick in den Hintergrund der materiellen Kulisse haben. Ziehen sie von dort aus die Fäden, um uns in unserem alltäglichen Tun und Handeln zu beeinflussen? Gibt es einen größeren Plan oder hat eine Art höheres Selbst einen Anteil daran, welche Begegnungen wir erfahren und welche Lektionen wir zu lernen haben?

„Ich denke, dass es eine Ebene gibt, die die Leute nicht sehr oft damit in Verbindung bringen, aber wenn es um sexuelle Anziehung geht, und sogar nur [um die Anziehung] zu anderen Menschen hier auf der Erde, so sind wir wie Teiche und sind absichtlich in die Welt des anderen gekommen. […] Und so denke ich, dass viele dieser Experiencer, die ich kenne, die so etwas erleben, nicht einmal erkennen, dass die andere Person, die in ihrem Leben ist, eigentlich auch ein Experiencer ist. Und ich habe das in meiner aktuellen Beziehung bemerkt. Und es ist ziemlich bizarr, wenn man erkennt: „Warte! Habe ich die Kontrolle über mein Leben oder habe ich keine Kontrolle über mein Leben? Mache ich einfach alles, was man mir sagt? oder… oder was? Was ist hier eigentlich los? Und so wird es sehr kompliziert und dann sehr tiefgründig und bringt dich dazu, alles in Frage zu stellen, was du über dich selbst verstehst, und alles andere.“

Dennoch sieht Erin Hinweise darauf, dass die Aliens Strategien an den Tag legen, um die beängstigenden Faktoren einer Begegnung abzumildern. Das „Handler“-Wesen, ein weiblicher Grey, der Erins Erfahrungen seit jeher begleitet, könnte ein Zeugnis dieser langsamen Evolution sein. Und tatsächlich: Die entsprechenden Fallberichte bergen mehr und mehr Hinweise auf derartige Begleiter- oder Betreuerwesen. Doch es wären nicht die Aliens, wenn die Sache keinen Haken bereithalten würde – Erin sah sich nun überraschenderweise selbst in die Rolle des Handlers versetzt, ohne sich dessen überhaupt bewusst gewesen zu sein:

„Nun, es dämmerte mir, als ich weiter fortschritt. Ich denke, dass wir als Erfahrende diese verschiedenen Phasen durchlaufen. Zuerst wird man geschult, wenn man noch klein ist, was übersinnliche Fähigkeiten und solche Dinge angeht, dann kommt man in die Zeit der Fortpflanzung, wenn man fruchtbar wird und sie dich ernten können. Und dann erhält man sozusagen seine Reife und reift zu der Befähigung heran, den anderen Experiencern zu helfen, die sich in diesen frühen Stadien befinden. Du hilfst ihnen, sich wohl zu fühlen und beruhigst sie und machst es ihnen leichter, „benutzt“ zu werden, so wie du es in der Vergangenheit wurdest, zumindest war das damals meine Erfahrung. Aber ich habe nicht wirklich die Erinnerung daran, wie es passiert. Es gab da Leute, die mir sagten: „Mann, du warst letzte Nacht in meinem Traum, und du hast mich an diesen Ort gebracht, und du hast dafür gesorgt, dass ich mich so viel besser fühlte, als die unheimlichen Typen reinkamen.“ Und ich habe gesagt: „Oh, das habe ich, wirklich? Ok.“ „Ich habe diese Zwillinge zur Welt gebracht, aber du warst da, um mir zu helfen.“ „Oh? Ok…. Ich bin froh zu wissen, dass ich dir Trost spenden konnte.“ Aber gleichzeitig frage ich mich, was zum Teufel hier eigentlich los ist. Jetzt behandle ich Menschen so, oder helfe Menschen so durch diese Erfahrungen, die ich selbst nicht mochte. Und die für mich sehr unangenehm und beängstigend waren. Heißt das also, dass ich auf ihrer Seite stehe? Bedeutet das, dass ich gegen meinen Willen dazu ausgebildet worden bin? Oder ist das nur ein Teil von all dem, was passieren soll?“

Ein ähnliches Szenario wird auch von David Jacobs beschrieben, der die Alien-Mensch-Kooperation in einem düsteren Licht sah: Entweder als perfide mentale Manipulation, um den Willen des Entführten zu umgehen, oder als Beweis einer stärkeren Beteiligung von Alien-Mensch-Hybriden. Erins unfreiwillige Mithilfe gipfelte unlängst darin, dass sie ein vierjähriges Familienmitglied aus ihrem nächtlichen Haus abholte. Ihr gibt es ein mulmiges Gefühl, da es ihr das Gefühl gibt, eine verborgene Existenz zu führen – zwei Versionen von Erin in zwei parallelen Welten, die keine Kenntnis voneinander haben. Aber anders lässt sich das Leben als Entführter eigentlich kaum auf den Punkt bringen. Gleichzeitig erkennt sie den Nutzen, den eine solche Vorgehensweise mit sich bringt – eine Reduktion der Angst in einem solchen Umfang, wie sie den Entführten einer früheren Generation möglicherweise vorenthalten blieb. Im Austausch mit den Aliens fühlt sich Erin von ihnen angeleitet, sich anderen Entführten anzunehmen. Es ist keine Einbahnstraße, denn für Erin ist es eine Lebensaufgabe geworden. Sie arbeitet an einem Abschluss, um therapeutische Rückführungen durchführen zu können.

Aliens und Sexualität

Fortpflanzungsbezogene Prozeduren bilden nach wie vor einen bedeutenden Anteil an Erins Erlebnissen. Sie war bislang nie wissentlich schwanger. Die Aktivitäten der Aliens waren anhand von Schwangerschaftssymptomen erkennbar, die sich vielleicht noch als bloße „Frauenprobleme“ abtun ließen – außer dass sie fast permanent vorhanden waren. Die Entnahme erfolgte dann in einem frühen Stadium. Eines der Kinder – ein Mädchen – sah Erin in einem späteren Erlebnis wieder. Es ist für sie klar, dass die so entstandenen Kinder ein eigenständiges Leben bei den Aliens führen werden und ein Wiedersehen fast ausgeschlossen ist. Trotzdem fühlt sie eine tiefe Verbindung, die weiter fortbesteht. Sie hat all ihren Kindern einen Namen gegeben.

Auf ein neues Muster in den Begegnungen wurde Erin erst vor kurzem aufmerksam:

„Ich habe viele Erinnerungen an die Entnahme von Babys und ähnliche Dinge, aber in den letzten zwei Jahren haben sich die Dinge, was den Aspekt der Sexualität betrifft, irgendwie verändert. […] Ich war mehrere Male verheiratet, und in meiner letzten Ehe gab es sehr wenig Sexualität. Und wenn ich einschlief, fand ich mich in diesem blauen Raum wieder, und einige Freunde von mir prägten daraufhin den Begriff vom „Blue Room Boom Boom“, weil dort viele verschiedene Menschen sind, menschliche und nicht-menschliche, möglicherweise Hybriden, ich weiß nicht genau, was da vor sich geht, aber es ist ein sehr sexueller Moment, und es ist fast wie Lernen. Jemand lernt, wie man eine Frau berührt. „Magst du das?“ „Oh, sie mag das.“ Und all diese Dinge. Und ich wachte auf und dachte: „Was zum Teufel?““

Verständlicherweise erweckte dies in Erin ein Gefühl der Scham, zumal ihr Ehemann währenddessen ahnungslos neben ihr im Bett lag:

„Und es gab eine Zeit im Jahr 2019, in der das fast jede Nacht passierte. Und ich sagte schließlich vor dem Schlafengehen: „Ok, hört zu. Wenn wir das machen, könnt ihr ihn auch mit einbeziehen, denn das wird langsam komisch. Ich bin ein monogames Wesen und all diese Dinge passieren, mein Mann liegt direkt neben mir und er ist nicht involviert. Der Humor, der einigen dieser Erfahrungen zugrunde liegen kann, ist unglaublich. In dieser Nacht war ich also wieder an diesem Ort, aber es herrschte Schwerelosigkeit, wir schwebten also herum, aber es war immer noch dieser blaue Raum. Und dann schaue ich rüber, während ich diese sexuelle Erfahrung mit jemand habe, den ich nicht einmal… Ich habe nicht wirklich wahrgenommen, mit wem es war, aber… ich sah meinen Mann vorbeischweben. […] Ok, das war nicht das, was ich meinte. Aber das ist sehr lustig. Ha ha.“

Das schlimmste Erlebnis entstand unter militärischer Beteiligung. Glücklicherweise ist es bis jetzt das einzige dieser Art geblieben:

„Wenn ich versuche, den Leuten meine Erfahrungen zu erklären, sage ich immer: „Es gibt drei verschiedene Kategorien von Erfahrungen, die ich gemacht habe. Es gibt die, die liebevoll und schön sind, oder wichtige Lernerfahrungen, die großartig sind. Dann gibt es den Stapel an Dingen, die wirklich beängstigend, aber nicht unbedingt schlimm sind. Und dann war da noch das, was ich in jener Nacht erlebt habe.“

Es geschah nach einem eigentlich positiven Tag – Erin hatte zum ersten Mal das Roswell UFO Festival besucht und ihr persönliches Outing absolviert. Nach einer intensiven Vorahnung wurde sie durch die Wand ihres Schlafzimmers gezogen und kam anschließend in einer krankenhausähnlichen Umgebung zu sich. Der Bereich wirkte wie eine unterirdische Einrichtung. Es waren Felswände erkennbar, die von typisch olivgrünen militärischen Schränken und Spinden gesäumt wurden. Überall um sie herum lagen Frauen, die auf Liegen festgeschnallt waren. Der Oberkörper war wie in einem Operationssaal abgedeckt. Ein Mensch näherte sich Erins Bett – über seiner Uniform trug er einen weißen Laborkittel, in seinem Arm befand sich ein Klemmbrett. Sie versuchte ihn anzusprechen. Er sah mitleidlos durch sie hindurch und verschwand. Erin wurde ein winziges Geschöpf entnommen, das sich noch im Embryonalzustand befunden haben musste. Sie litt eine zeitlang unter starken körperlichen Nachwirkungen:

„Es war die Einflechtung eines Menschen in diese Erfahrung, und ein Mensch, der sich überhaupt nicht um mich oder die anderen Leute im Raum kümmerte, einfach nur… Ich fühlte mich auf einmal wie ein Vieh. Als ob ich nicht von Bedeutung wäre, als ob ich ein Werkzeug wäre, als ob ich für etwas benutzt würde. Und das ist ein Erlebnis, die ich noch nie zuvor gehabt habe. Ich befand mich in einem unterirdischen Bereich, es war keine sterile Umgebung, wie ich sie kannte, es war etwas fundamental anderes an dieser Erfahrung, das sie so erschreckend machte. Und die Tatsache, dass der Mensch da war und diese Gleichgültigkeit zeigte, er ging einfach weg… das hat mich irgendwie gebrochen.“

Im direkten Vergleich zu den Alien-Wesen zieht Erin die folgende Bilanz:

„Da ist dieses Fehlen von Mitgefühl und Fürsorge, wie ich sie durch die Erfahrung mit diesen Wesen verstehen gelernt habe. Auch wenn ich es als kleines Kind nicht verstand […] und ja, ich hatte große Angst vor dem, was sie taten, wie zum Beispiel die Implantate und all solche Dinge. Aber man hat sich immer um mich gekümmert und sich um mich gesorgt, und ich hatte Begleiter, die Zeit mit mir verbrachten und mit mir sprachen und mich lehrten.“

Quellen:

Montgomery, Erin. Dirty Little Secret: Confessions of an Alien Contactee, 2020. Kindle-Version.

Whitley Strieber’s Dreamland: Sex in the Close Encounter Situation: Our Dirty Little Secret. Sendung vom 29. April 2022

Grey-Bild aus: Experiencer Interviews: Erin Montgomery – Her Abductions and the Alien Hybrid Programme. Sendung vom 12. Oktober 2020

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