Teil 2: But Is It Fun!

Beitrag von: Bellatrix

Teil 2 der Buchbesprechung: „Talking to Extraterrestrials“ von Lisette Larkins

Das nächste Kapitel „But Is It Fun!“ beginnt Lisette mit einer humorvollen Beschreibung eines Dilemmas, dem sich viele Betroffene gegenüberstehen: dem Verlust der Erinnerung nach einer physischen Begegnung.

„Während einer besonders lebhaften Begegnung wurde ich in einem kleinen Schiff von einem Ort zu einem anderen gebracht. Obwohl ich meinen Körper nicht bewegen konnte, bin ich 100%ig sicher, was ich in diesem Moment gedacht habe. Ich sah mich um und nahm alles mit meinen Augen auf – mit der Absicht, später alles aufzuschreiben. Federal Express hätte die Abschrift nicht schnell genug ausliefern können, die ich an National Geographic senden wollte, sobald ich wieder zu Hause war. Auch wenn mein Herz mir bis zum Halse schlug, war ich ja kein Idiot. Ich erkannte eine journalistische Gelegenheit, wenn sie vor mir war. Das sollte aufs Titelblatt der New York Times kommen.

Okay, ich erwartete nicht wirklich, dass mir jemand Glauben schenken würde, aber ich war überzeugt, dass mir alles bis ins hohe Alter in Erinnerung bleiben würde und das ich etwas hätte, was ich meinen Enkelkindern erzählen könnte. Aber neeeeiiiinnn. Ich kann mich an die Haut der Außerirdischen erinnern, daran, dass einer von ihnen eine Art Abzeichen auf der Brust hatte, an ein paar Fetzen telepathischer Kommunikation und an ein paar Behältnisse, die Föten enthielten. Und das war´s dann schon! Was zum Geier geht hier vor? Nachdem ich diese Nacht in mein Bett zurückgebracht wurde, verblassten meine Erinnerungen daran genauso schnell wie meine Hoffnungen auf den Pulitzer Preis.


Das ist ein Albtraum, denn man erinnert sich nur an Fragmente. […] Man erinnert sich nie an genug und die Fragmente verfolgen dich wie die Pest. Es glaubt dir sowieso keiner und man ist richtig verärgert. Das ist so, als würde man nur einen Löffelvoll Erdbeereis von Haagen Daz angeboten bekommen und dann nichts mehr zu haben, mit dem man sein Verlangen stillen könnte. Es reicht aus, dich in ein Irrenhaus einzuweisen. Aber da war ich ja schon, und das hat auch nicht geholfen… […]

Teilweise erwähnen die ETs das ja schon im letzten Kapitel. Wir blockieren alle unterbewusst. Wir haben solche Angst davor, was wir sehen und wie wir das in unser täglichen Leben integrieren sollen, das hier wahrscheinlich zwei Dinge vor sich gehen: Der Verstand wird mit Eindrücken überladen und vergisst deshalb einfach einige Teile der Begegnung […] Und die ETs selbst wenden eine Art hypnotischer Suggestion an, die dafür sorgt, dass die Erinnerung etwas verblasst, um unseren Verstand nicht zu überlasten. In anderen Worten: in unserer Gesellschaft ist dieses Phänomen so der Lächerlichkeit preisgegeben, dass der Intellekt die Kooperation verweigert und einschreitet. Zumindest hat das mein Intellekt gemacht. Sie können sich nicht vorstellen, wie schwierig dieser Prozess für mich gewesen ist.“

Auch das ist mir ebenfalls sehr vertraut. Ein interessantes Phänomen dabei ist, dass diese Erlebnisse unglaublich real sind und man noch während des Erlebnisse überzeugt ist, dass man das gar nicht vergessen KANN. Aber sobald man sich wieder im heimischen Bett befindet, verblassen die Details. Die Intensität des Erlebten ist aber noch ins Gedächtnis gebrannt und es hinterlässt quasi einen intensiven emotionalen Abdruck. Man weiß sogar noch, dass man während des Erlebnissen gedacht hat, dass man es nicht vergessen kann, genau wie Lisette es beschreibt. Aber an den Großteil der Erinnerung kommt man nicht heran. Sie liegt ganz dicht unter der Oberfläche und man denkt man müsse sie greifen können, aber sie entgleitet immer wieder.

Im weiteren Verlauf wird auf dieses Thema noch weiter eingegangen:

„Euer Verstand alleine wird sich nicht und kann sich nicht mit diesen Erfahrungen in Einklang bringen, oder damit, wie ihr diese Erfahrungen empfindet. Ihr verlangt von eurem Verstand etwas, das er nicht leisten kann.“

L.L.: Aber was soll ich dann mit meinem Verstand machen? Ich muss ihn ja mit mir herumtragen.

„Aber du musst ihm ja nicht den besten Platz im Haus anbieten – vorne in der Mitte. Jedes Mal, wenn er aufsteht, kannst du nicht mehr sehen, wohin du läufst.“

L.L.: Und wie weise ich ihm dann einen Platz im hinteren Teil zu?

„Indem du denjenigen Teil in dir heilst, der annimmt, dass dein Verstand besser informiert ist als deine Seele. Ihr erkennt das noch nicht. Manchmal ist euch das bewusst, aber nicht die ganze Zeit.“

Während der telepathischen Kommunikation mit den Wesen kommen in Lisette oft Zweifel auf, ob sie auch wirklich alles richtig versteht und widergibt. Sie fühlt sich an bestimmten Stellen deutlich unwohl mit der Art der Informationsübermittlung. Der anschließende Dialog entbehrt stellenweise nicht einer gewissen Komik:

L.L.: Vielleicht sollten wir einfach auf die Evolution unserer Spezies warten und ihr dann – so in zehn, zwanzig Jahren – einfach hierher geflogen kommt, mir gegenüber sitzt und ich euch einfach interviewe. Wie wäre es denn damit?

„Das wird aber nicht geschehen, wenn nicht jemand wie du sich für einen Prozess wie diesen zur Verfügung stellt.“

L.L.: Warum denn?

„Weil diese Arbeit als eine Art Einführung dient. Es würde euch überfordern, wenn wir hier einfach aufkreuzen würden. Und das weißt du auch. Arbeit wie diese macht unsere Ankunft hier auf lange Sicht möglich. […]

Du hast für dich eine Gelegenheit geschaffen, bestimmte Ideen einer Bevölkerung nahezubringen, die mit der Vorstellung, das Universum mit anderen Lebewesen zu teilen, in großem Konflikt steht. In dir haben sie ein Sprachrohr, dass ihnen eine Vorstellung davon vermittelt, wie es ist, universelle Nachbarn zu haben. Dein Beispiel zeigt ihnen, dass es sicher ist, nach nebenan zu gehen und sich ein Pfund Zucker auszuleihen und dass man auch wieder in einem Stück zurückkommt, um davon zu erzählen. Es herrscht auf eurem Planeten soviel Angst davor, dass die Bewohner des Universums euch irgendwie verletzen oder euch schaden würden und dass sie es auf euch abgesehen haben. Diese Vorstellung wird natürlich von den Medien und einigen UFO Forschern noch unterstützt. Dies ist eine Gelegenheit für dich, eine neue Sichtweise über uns anzubieten. Mehr noch, einen anderen Weg anzubieten, wie die Leute über uns fühlen. Du machst für die Leute die Vorstellung real, dass wir nicht länger irgendein Fantasiekonstrukt sind, sondern, dass wir real sind und dass diese Kontakte real sind. […]“

L.L.: Nun, okay, wir stimmen darin überein, dass es eine gute Idee ist. Das bestreite ich auch nicht wirklich. Aber ich sitze hier auf diesem kleinen Punkt auf diesem Planeten und ihr seid da draußen – wie kann ich also sicher sein, dass ich diese Informationen korrekt wiedergebe? Nach meinen bisherigen Erfahrungen mit dieser Art von Kommunikation, macht es Spaß, wenn ich euch Dinge frage, die nicht für die Veröffentlichung gedacht sind. Aber wenn ich euch Fragen stelle, deren Antworten euch als gesamte Spezies repräsentieren, möchte ich sicher gehen, dass ich euch auch korrekt repräsentiere. […]

„Es muss doch nicht weniger Spaß machen, wenn du uns über uns Fragen stellst, als wenn du über dich Fragen stellst. Kannst du nicht dieselbe Verspieltheit und dieselbe Zuversicht in diese Fragen legen? Warum bist du so voller Zweifel? Du gibst hier dein Bestes. Warum bist du so hart mit dir selbst?“

L.L.: Als ich euch diese Fragen gestellt habe, konnte ich euch plötzlich über den Protest meines Verstandes hinweg nicht mehr hören. Ich wäre an meiner eigenen Befangenheit beinahe erstickt.

„Erlaube dir zu erkennen, dass das keine perfekte Wissenschaft ist. Genauso wie eine Konversation, die du mit irgendjemand anderem führst, keine perfekte Wissenschaft ist. Liebe ist keine perfekte Wissenschaft. Bring deine Verspieltheit und das Verständnis darüber zurück, dass du dein bestes gibst. Und wenn dir jemand vorwirft, keine gute Arbeit geleistet zu haben, kannst du ihm ja den Vorschlag machen, es selbst einmal zu versuchen. Und dann sehen wir, wie er sich anstellt.“

L.L.: Das ist gut. Okay. Aber der muss dann auch das gesamte Programm durchmachen. Ihr wisst schon – aus dem Bett geholt zu werden, durch die Luft zu schweben, nicht zu wissen, was eigentlich vor sich geht, den Respekt der Familie und der Freunde zu verlieren und dann ins Irrenhaus eingeliefert zu werden.

„Fühlst du dich jetzt besser?“

L.L.: Ja, wenn man es so betrachtet. Soll es jemand anderes versuchen. Es ist immer so einfach, zu kritisieren. Jemand anderes soll sich hinsetzen und Galaxie 847 anrufen und dann in eure Augen sehen, ohne dass ihm die Haare zu Berge stehen…Entschuldigt, ich möchte euch nicht beleidigen, aber habt ihr schon einmal in den Spiegel gesehen?

„Dein Lachen heilt dich.“

L.L.: So sehr habe ich  noch gar nicht über euch gelacht.

„Es muss nicht perfekt sein. Die Absicht, es gut zu machen, muss von Herzen kommen. Die Integrität ist vorhanden. Deine Absicht ist ehrenwert. Mach einfach weiter so und wir werden dir auch verzeihen, wenn du mal was falsch verstehst.“

L.L.: Das werdet ihr?

„Ja, natürlich. Du hast ja schon etwas falsch verstanden.“

L.L.: WAS? Was hab ich denn falsch verstanden?

„Du hast angenommen, dass unser Erscheinungsbild überall erschreckend ist, aber du sprichst nur von einem sehr kleinen Bereich der universellen Population, wenn du dich auf die Menschen auf der Erde beziehst. Das ist einfach nur ein Vorurteil eurerseits. Und ihr könnt es glauben oder nicht, es gibt Spezies, die ungefähr euren spirituellen Entwicklungsstand teilen und bei eurem Anblick genauso erschüttert wären.“

L.L.: Okay, ich denke, ich habe mich nur auf die spirituell minderbemittelten Leute hier auf der Erde bezogen, die nicht wissen, wie sie auf haarlose Wesen mit grauer Haut reagieren sollen.

„Und trotzdem findet ihr eure Delphine liebenswert.“

L.L.: Ja, aber eure Augen sind zehnmal größer als ihre. Es gibt da etwas, das mit dem Verhältnis von Augengröße und Gesichtsgröße zu tun hat…[…]

„Ja, wo wir herkommen, wird das sehr geschätzt, im Gegensatz zu Spezies mit kleinen Knopfaugen.“

L.L.: Touché.

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