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Alienfehler – Kontrollverlust und körperliche Gegenwehr (1/2)

Entführungen und irdische Krankenhausbesuche liegen nicht immer weit auseinander: Die Infrastruktur ist auf eine möglichst hohe Effizienz ausgelegt, das Personal ist auf bestimmte Aufgaben spezialisiert, es herrscht eine hierarchische Struktur und die Helfer in den unteren Bereichen sind gut darin eingespielt, Person X möglichst schnell durch die einzelnen Bereiche zu schleusen. Es stellt sich die Frage, ob wir die Aliens oft überhaupt so sehen, wie sie wirklich sind – oder eben nur als Angestellte einer fliegenden Klinik während der dritten Nachtschicht. Keine Geister oder Götter in Weiß, sondern Wesen, die auf gesprengte Routinen und Störungen im Ablauf ähnlich „menschlich“ reagieren wie wir selbst. Und es kann so einiges schief gehen, wie Budd Hopkins mit seinen Alien-Fehlern gezeigt hat. Viele Situationen erweisen sich für die Aliens sogar als recht brenzlig – vor allem wenn ein Aufeinandertreffen im ersten Moment nur Angst und Panik in uns Menschen auslöst. Normalerweise legen die Alien-Wesen dabei ihre besonderen Strategien an den Tag, doch ein kleiner Moment der Unachtsamkeit kann Schläge, Tritte oder größere Verletzungen nach sich ziehen.

In Zusammenarbeit mit Preston Dennett zeigt der Podcast von Somewhere in the Skies einige dieser Vorkommnisse auf. Gleichzeitig veranschaulichen sie, wie die Aliens auf physische Gewalt reagieren und wie sich ihre Körper bei solch einem stärkeren „Kontakt“ anfühlen.

Die Annäherung

Ich habe selbst einen Bezug zu dieser Thematik. Als Kind verstand ich einigermaßen, was es mit den Wesen auf sich hatte und wollte nicht mit ihnen mitgehen. Mein Körper war schnell auf die Geräusche und die eigentümliche Aura eingestellt, die ihre Ankunft begleitete. Schnell wurde ich gut darin, mich reflexartig unter der Bettdecke zu verschanzen. Von dort aus trat ich nach ihnen und hielt die Decke fest unter meinem Körper verkeilt. Wenn ihre Hände nach meinem Körper griffen, trat ich auch sie weg. Erst viel später wurde mir bewusst, dass sie mir gegenüber nie gewalttätig geworden waren. Ich musste sie teilweise ziemlich hart getroffen und ihnen einen minutelangen Kampf geliefert haben. Stattdessen reagierten sie nur mit ihrem schwer zu beschreibenden, unheimlichen Alien-Stoizismus – Sie versuchten mich immer wieder anzusprechen und die Bettdecke von mir zu ziehen.

Meine eigenen Erlebnisse widersprachen dem gängigen Klischee, während einer Entführung gelähmt zu sein. Als ich in die Pubertät kam, wurde ich direkt im Schlaf in einen trancehaften Zustand versetzt, ohne dass die Wesen unmittelbar an meinem Bett stehen mussten. Meine Instinkte sendeten mir jedoch genügend Alarmsignale, um mich manchmal ein Stückweit ins normale Alltagsbewusstsein zurückzuholen – mitten auf dem Weg heraus aus meinem Zimmer oder schon in Obhut der Greys, die draußen auf mich warteten, um mich abzuholen. Ab und zu versetzte es mich in die Lage, mich diesem traumwandlerischen Zustand so weit zu widersetzen, dass ich ein paar Schritte weglaufen konnte, bis sie mir hinterherkamen und ich schlagartig das Bewusstsein verlor.

Die folgenden Fälle beinhalten Parallelen zu diesem Schema. Etwa in der Art und Weise, wie die Wesen in ein Zimmer eintreten und dabei gerne eine Formation zu bevorzugen scheinen – z.B. mit einem der Wesen weiter vorne und zwei anderen diagonal dazu im Hintergrund verteilt. Möglicherweise bildet das ein vorsichtiges und kontrollierteres Annäherungsschema ab. Von einem amerikanischen Abductee hörte ich die Geschichte, dass ein Grey angesichts des Katana-Schwerts über dem Bett und den dazugehörigen Gedanken, es zu benutzen, eine spürbare Angst und Zögerlichkeit ausstrahlte. Den meisten Fehlern scheinen aber folgende Ursachen zugrunde zu liegen:

  • Eine nicht durchgängig starke Trance
  • Eine zwischendurch zu schnelle, emotional starke oder reflexartige Reaktion, die für die Wesen überraschend erfolgt
  • Eine allgemeine Fähigkeit, bewusster zu bleiben bzw. sich in einen bewussteren Zustand zurückkämpfen zu können (siehe z.B. Nadine Lalichs Erlebnisse).

David Jacobs widmet diesen Zusammenhängen in seinem Buch Geheimes Leben ein ganzes Unterkapitel. Für ihn bildeten die mentale und die (evtl. daraus resultierende?) körperliche Kontrolle ein zentrales Merkmal von Entführungserfahrungen. Trotzdem erfolgte der Aufbau dieser Kontrolle zuweilen schleichend – Jacobs nahm dabei sogar einen Zusammenhang  mit der Entfernung der Alien-Wesen an. Außerdem hielt sie nicht durchgängig stark an, was manchen Entführten unter bestimmten Umständen dazu verhalf, eine kleine Form von persönlichem Widerstand auszuüben: Ein paar Schritte wegzurennen, vom Untersuchungstisch aufzustehen, sich irgendwo festzuhalten, nur sehr langsam zu gehen, etc. Eine der lustigsten Beschreibungen stammt zweifellos von dem Entführten „Jason Howard“, der sich in der Nacht zuvor einige Drinks zu viel eingeflößt hatte, vom Untersuchungstisch flüchtete und mit wilden Karatebewegungen durch den Untersuchungsraum taumelte (Hopkins, S. 263ff).

Einer direkten körperlichen Konfrontation gingen die kleineren Wesen erkennbar aus dem Weg – sie wichen den Entführten beispielsweise aus oder zogen sich rückwärts in Richtung der Wände zurück. Von ihrer körperlichen Konstitution her wurden sie als so schwach eingestuft, dass sie möglicherweise einfach nur hätten umgeschubst werden können. Diese vermeintliche Schwäche wird durch die kleinen Greys oft rein zahlenmäßig wieder wett gemacht, während die unangenehmeren Fälle durch die Zuhilfenahme der größeren Wesen gelöst werden. Dabei kommt es zu einer Wiederherstellung der mentalen Kontrolle – durch die induzierte Trance brechen die bewussten Erinnerungen brechen an diesem Punkt wieder ab.

Der Experiencer Bret Oldham bringt das Verhalten der Greys nach seinen eigenen Erfahrungen folgendermaßen auf den Punkt:

Die kleinen Greys waren für alle Routineaufgaben und die Eskortierung in die weiteren Räume und Bereiche zuständig. Ihre Bewegungen waren präzise und wie aufeinander abgestimmt. In der Tat erweckten sie häufig den Anschein, als wären sie mental miteinander verbunden. Dabei handelten sie so in Gleichklang, dass sie ebenso an einen Zentralcomputer angeschlossen sein könnten und ein gemeinsames Programm ausführen würden. Dieser seltsame Eindruck wurde durch ihre gleichbleibenden Phrasen und ihre Vorliebe zur Perfektion verstärkt. Wenn etwas von der gewohnten Logik des Ablaufs abwich, wirkten die kleinen Greys verwirrt und schienen für kurze Zeit nicht zu wissen, wie sie reagieren sollten. Möglicherweise mussten sie die Gegebenheiten zunächst neu bewerten und sich miteinander abstimmen.

Bret gelang es bei einer Gelegenheit die kleinen Greys zu übertölpeln. Er kam auf dem Untersuchungstisch zu sich und blieb geistesgegenwärtig – er verhielt einfach ruhig und ließ sich nichts anmerken. Da er seit längerem Selbsthypnose praktizierte, war er mittlerweile geübt darin einen entsprechenden passiv-abwesenden Geisteszustand aufrechtzuerhalten. Diese Täuschung ging anscheinend durch und die kleinen Greys konzentrierten sich auf ihre Standardprozeduren. Mit einem Mal richtete Bret sich auf – man könnte fast schon sagen, dass er dabei „Buh!“ rief. Die kleinen Greys strahlten einen perplexen Eindruck aus, machten ein paar Rückwärtsschritte zur Wand und starrten ihn unentwegt an. Doch sie verfügten natürlich über die Fähigkeit ihre mentale Kontrolle zu verstärken und Bret in solchen Situationen das Licht auszudrehen.

Pannen auf den Schiffen

Im Stephens-Fall aus dem Jahr 1975 findet sich in der Hypnose-Sitzung eines der Brüder, David Stephens, das folgende Detail: Nachdem ihm auf einem Tisch Blut abgenommen wurde, forderte ihn eines der greyähnlichen Wesen dazu auf, seine Kleidung auszuziehen. Daraufhin stand David auf und scheuerte dem Wesen eins ins Gesicht. Das Wesen wich zurück, versichert David aber wie zuvor, dass man ihm nicht weh tun würde (Lorenzen, S. 76). Letztlich kehrte David auf den Tisch zurück und die Wesen übernahmen das Entkleiden. Bei diesem Vorgang ging wahrscheinlich ein Messingknopf seiner Jacke verloren. Der Hypnotiseur hatte nicht danach gefragt, wie sich der Schlag in das Gesicht des Wesens angefühlt hatte und David konnte sich hinterher nicht mehr daran erinnern.

Ein anderer historisch bekannter Fall ist der von Travis Walton. Walton erwachte auf einer Liege und glaubte im ersten Moment, dass er sich in einem Krankenhaus befinden würde. Als er die greyartigen Wesen über sich sah, geriet er in große Panik und handelte rein instinktiv. Im Film „Fire in the Sky“ wird diese Szene komplett falsch dargestellt:

„Im Film gibt es ein paar Schläge von Seiten der Aliens. Das ist aber nicht passiert. Ich schlug auf sie ein. Derjenige, der mir am nächsten war… Ich fühlte mich wirklich schwach, ich hatte nicht genug Kraft, um viel zu tun, also als ich… mein Arm ihn traf, fiel er einfach sehr… unerwartet leicht zurück gegen den anderen. Und ich rollte mich in die andere Richtung vom Tisch herunter. Sie kamen um den Tisch herum, und die drei kamen auf mich zu, und ich schnappte mir einfach etwas hinter mir, ein Objekt aus einem der Regale dort, und fing an, es nach ihnen zu schwingen. Es war einfach nur ein großer, langer Zylinder oder Stab, Glas, irgendein durchsichtiges Material. Während ich es untersuchte, sah ich sie an und schwang es wild umher und schrie Drohungen. Sie hielten inne, und ich hatte vor, sie stärker anzugreifen, nur um den Weg an ihnen vorbei zu schaffen. Der einzige Durchgang, den ich sehen konnte, befand sich auf der anderen Seite von ihnen.“

Die Wesen zogen sich anschließend überraschend zurück, so dass Travis in einen anderen Bereich des Schiffs vordringen konnte.

Tim, ein Entführter, der von Preston Dennett befragt wurde, liefert eine recht ähnliche Geschichte:

„Ich hatte etwas erlebt, das ich für einen Traum hielt, in dem die Außerirdischen mich in das Raumschiff brachten, mich auf einem Tisch festschnallten und den Raum verließen. Ich habe mich irgendwie losgerissen. Sie haben mich nicht vollständig festgeschnallt, und dann habe ich mich losgerissen. Und ich bin aufgestanden und habe angefangen, herumzulaufen. Und als sie bemerkten, dass ich herumlief, nun, da kam einer von ihnen auf mich zu und ich schlug ihm auf den Kopf. Sein Kopf war weich, fast wie ein Sitzsack. Als ich ihm auf den Kopf schlug, ging er zu Boden. Mann, ich glaube, das hat ihn umgebracht. Plötzlich kämpfte ich mit mehreren von ihnen, ich kämpfte gegen sie und schlug sie, traf sie heftig. Ich erinnere mich, dass einer von ihnen auf mich zu sprang, und er hatte drei oder vier Finger an jeder Hand. Ich erinnere mich, dass er auf mich zu sprang und dann sah ich sieben oder acht andere direkt hinter ihm, die alle gleichzeitig auf mich zukamen. Und ich erinnere mich, dass ich seine Augen sah, seine großen schwarzen Augen direkt vor meinem Gesicht. Und ich erinnere mich, dass ich rückwärts ging, und das ist das Letzte, woran ich mich erinnere.“

Tim behielt von dieser Auseinandersetzung ein Souvenir zurück:

„Ich hatte eine Schnittwunde am Arm, so wie von einem Kratzer oder einer Schramme. Es hat lange gedauert, bis es verheilt war, aber schließlich ist es abgeheilt.“

Der Widerstand gegen die Wesen blieb erfolglos, denn in den folgenden Jahren gingen die Besuche weiter. Tim beschreibt eine „Weichheit“ in der körperlichen Konstitution der Wesen – für den nächsten Fall sollten wir uns dieses Detail in Erinnerung behalten.

– Fortsetzung in Teil 2 –

Quellen:

Dennett, Preston: I Punched a Gray in the Face, aus: Not from Here: Selected UFO Articles Volume Four, 2022. Kindle-Version.

Deutsche Übersetzungen aus: Somewhere in the Skies Podcast: I Punched an Alien in the Face. Sendung vom 8. August 2022.

Jacobs, David: Secret Life: Firsthand, Documented Accounts of Ufo Abductions. Reprint Edition, 1993. Kindle Edition.

Lorenzen, Coral & Lorenzen, Jim: Abducted: Confrontations With Beings From Outer Space. Print Replica, 2018. Kindle-Version.

Beitragsbild von DreamDigitalArtist auf Pixabay

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